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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein stilles, wunderbares Buch über die Kraft der Erinnerung.,
Von Mitternachtsleser (Berlin-Taunusstein-Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Pferde stehlen (Broschiert)
Per Petterson erzählt in diesem Roman die Geschichte des Trond Sander, der sich nach dem Tod seiner Frau pensionieren lässt um sich in die Stille Nordnorwegens zurückzuziehen. Er hat sogar den Kontakt zu seinen Kindern abgebrochen, um sich völlig der Einsamkeit zu überlassen.Dies ist die Gegend seiner Jugend und so überwältigt ihn dort auch die Erinnerung an den Sommer 1948, den letzten Sommer mit seinem Vater. Die Vergangenheit drängt sich noch stärker in den Vordergrund, als Trond in seinem Nachbarn den Bruder seines besten Jugendfreundes Jon erkennt, den Trond nach einem tragischen Unglück in Jons Familie für immer aus den Augen verloren hat. In Mittelpunkt seiner Erinnerungen steht die traumatische Erfahrung des Verlassenwerdens durch den Vater, die Trond nie verwunden hat und die für sein weiteres Leben prägend war. Für Trond (und damit den Leser) erschließen sich im Verlauf der Geschichte immer weitere Details dieser Vergangenheit, die die Zusammenhänge und die Gründe für das Verhalten des Vaters zwar erhellen aber dennoch Tronds Schmerz nicht lindern können. Am Ende gelingt vielleicht ein Verzeihen... Perfekt komponiert und in fantastischen, kraftvollen und ruhigen Worten gelingt es Petterson, die Erzählebenen zu wechseln und Landschafts- und Gefühlsbeschreibungen von unglaublicher Bildhaftigkeit und Tiefe zu erzeugen, die dieses Buch zu etwas Besonderem machen. Die Lektüre berührt über die Geschichte hinaus: zeigt sie doch, wie schön aber auch tragisch die Leben der Menschen miteinander verflochten sind und dass man Menschen, die man liebt, verletzen kann ohne es zu wollen. Sie zeigt aber auch, dass wir Menschen in der Lage sind, uns zu erinnern und - zumindest manchmal - auch zu verstehen und zu verzeihen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Der glückliche Moment geht dem Verlust unmittelbar voraus,
Von
Rezension bezieht sich auf: Pferde stehlen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Manche Bücher erschließen sich durch ihren Plot, manche durch ihre Hauptpersonen, wieder andere überzeugen durch ihre Handlungsführung oder ihr überraschendes Ende. Das vorliegende Buch erließt sich durch seine Sprache und sein Tempo, durch eine ruhige Erzählweise, die dem Leser Zeit läst, die Worte auf sich wirken zu lassen und ihre Bedeutung nach zu schmecken. Die Sonne stand jetzt hoch am Himmel, es war warm zwischen den Bäumen, es roch warm, und von überall her waren Geräusche zu hören: Flügelschlagen, Äste, die sich bogen, Zweige, die knackten, ein Habicht, der schrie, der letzte Ruf eines Hasen, und das leise Brummen. Ich atmete tief durch die Nase ein und dachte, egal, wie mein Leben einmal verlaufen wird und wohin auch immer ich reisen sollte, an diesen Ort, so wie er jetzt ist, werde ich mich stets erinnern und ihn vermissen.(S.34) Das ist die Stimmung des Buches Pferde Stehlen des norwegischen Autors per Peterson, und viel mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Die ganze Handlung ist nur eine Konkretisierung dieser Stimmung einer erinnerten Vollkommenheit, wobei doch angemerkt werden soll, dass die formale Raffinesse, mit der die Geschichte gleichsam aus der Sichtweise eines alten, reifen Menschen nach rückwärts erzählt wird, ein literarischer Genuss ist. Worum geht es? Ein Sohn verlebt mit seinem Vater im Sommer des Jahres 1948 einige Wochen in einer norwegischen Provinz, es gibt Bäume, Feuer, Bäume, die gefällt werden, ein Unfall, bei dem der Bruder eines Freundes zu Tode kommt, Erinnerungen an die deutsche Besatzung im Weltkrieg, eine schöne Anwohnerin, die in einem ungeklärten Verhältnis mit dem Vater steht. Es gibt Augenblicke von Freundschaft und der Vollkommenheit und die Ahnung eines großen Lebens, von der der Junge noch nicht wissen konnte, dass sie sich fast niemals erfüllt- und den überlebensgroßen Vater, den der Sohn über alles verehrt und bewundert. Er ist das absolute Leitbild im Leben des 15jährigen Jungen, der sich nichts Großartigeres vorstellen kann, als eines Tages so zu werden wie er Doch am Ende des Sommers verschwindet der Vater, er verlässt die Familie ohne Vorwarnung und oder Erklärung, und für den Sohn war es als habe jemand eine Decke herabgesenkt und verberge alles, was ich jemals wusste. Es war, als beginne man das Leben von vorn. Die Farben waren anderes, die Gerüche waren anders, das Gefühl, das mir die dinge tief in mir drin gaben, war anders.(229) Auch nach seiner Rückkehr in die Stadt fährt der Junge noch wochenlang mit dem Fahrrad zum Hauptbahnhof von Oslo, um den Vater am Bahnhof zu erwarten, ehe er einsehen muss, dass er unwiederruflich verlassen worden ist und ihm nichts bleibt als die Sehnsucht nach einer späten Kindheit, als noch alles heil und richtig schien. Als alter Mann, unmittelbar vor der Jahrtausendwende kehrt der Protagonist an den Fluss zurück, an dem er den Vater kurz vor dessen Verschwinden das letzte mal zusammen gewesen war. Nun gibt es nur noch den überbeanspruchten Rücken, die Sorge über die vereiste Auffahrt, den Besuch der komplizierten Tochter, den Hund, den Wind, die Birke alles wirklich Wichtige aber hatte sich aber schon vor einem halben Jahrhundert zugetragen.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Suggestiv, liebevoll und lebensklug,
Von
Rezension bezieht sich auf: Pferde stehlen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es gibt Bücher, in denen man versinkt, wie in einem ersehnten Zuhause. „Pferde stehlen“ ist so ein Buch. Es lädt ein in eine norwegische Landschaft und in das Leben eines empfindsamen und sympathischen Mannes. Er heißt Trond Sander. Und der norwegische Autor Per Petterson schafft es, uns die Gedanken und Gefühle seines 67-jährigen Ich-Erzählers auf eine Weise nahe zu bringen, die gleichzeitig eine vibrierende Spannung und Vertrautheit entstehen lässt.Die Erinnerungen Tronds an seine Kindheit, an seinen Vater sind atemberaubend suggestiv und voller Liebe, aber ohne Pathos. Dabei geht es immer auch um die großen Themen des Lebens geht, um Liebe und Tod, um Einsamkeit und um Freiheit. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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