Als ich 14 war, habe ich ehrenamtlich in einer katholischen Pfarrbücherei gearbeitet. Dort stieß ich dann irgendwann auf „Das Tal der Pferde". Seien wir ehrlich: ich habe es, ebenso wie die anderen Jugendlichen in der Pfarrbücherei, vor allem deshalb gelesen, weil unsere moralisch immer etwas übereifrige Bibliothekarin immer wieder versucht hat, dieses Buch unauffällig aus dem Regal verschwinden zu lassen. Ich weiß nicht, wie oft einer von uns Jugendlichen es wieder einsortiert hat, nachdem es „zufällig" in einer Ablage verschwunden, unter den Karteikasten gerutscht oder in den Papierkorb gefallen war. Damals fand ich das Buch toll.
Dann habe ich es Jahre später noch mal gelesen, ebenso wie sämtliche bis dahin erschienen Fortsetzungen (und den Vorläufer „Ayla und der Clan des Bären"). Das hat meine Begeisterung geringfügig gedämpft.
Jetzt habe ich es noch mal vorgekramt, weil ich krank war und etwas Seichtes zum Lesen haben wollte, was mich nicht besonders anstrengt. Es ist und bleibt ein gut lesbares Buch, wenn auch das Strickmuster der Geschichte doch recht simpel ist.
Das Buch spielt in der Altsteinzeit, so vor ca. 35.000 Jahren, in einem kleinen Tal in der heutigen Ukraine, vielleicht 100km nördlich des Schwarzen Meeres. Ayla, eine CroMagnon Frau (also eine Homo sapiens sapiens), die durch einen tragischen Unfall in ihrer Kindheit ihre Familie verlor und fast von einem Höhlenlöwen gefressen worden wäre, ist bei einem Neanderthaler-Clan aufgewachsen. Dort wurde sie verstoßen und ist jetzt ganz alleine auf der Welt und hat sich in dieses Tal zurückgezogen. Jondalar, ein CroMagnon Mann, hat zusammen mit seinem Bruder seine Heimat im schönen Schwarzwald verlassen und ist dem Lauf der Donau bis zum Schwarzen Meer gefolgt. Der Bruder stirbt, aber dafür treffen Jondalar und Ayla aufeinander. Und weil sie beide schön, stark, intelligent und mutig sind, Supermenschen ihrer Spezies, sozusagen, passen sie auch besonders gut zueinander. Abwechselnd erfinden sie irgendetwas Neues und sehr Kluges (das Buch schafft es, die beiden ca. 20.000 Jahre menschlicher Evolution in etwa drei Jahren durchlaufen zu lassen) und haben Sex. Nicht gerade hohe Literatur, aber trotzdem recht kurzweilig und sehr anschaulich geschrieben. Man möchte geradezu mit erfinden.