*Die Zeitspanne, bis die ganze Scheune brannte, war kurz.
Der Mann im Schatten stoppte die Zeit und notierte sie auf einem Zettel. Sein Puls raste. Die Finger bebten und brachten kleine, krakelige Buchstaben hervor. Schweiß perlte über seine Schläfen und durchnässte sein Haar, rann die Wangen hinunter und tropfte auf den Hemdkragen. Er bemerkte es nicht.
Alles ging so viel schneller als erwartet, jedes Mal. Nun loderten die Flammen aus dem Dach. Der schwarze Qualm war am dunklen Nachthimmel kaum zu erkennen. Das mochte er, dieses Spiel von Rauchschlieren in der Luft, er liebte den harten Brandgeruch, das Knistern der Flammen, die Donnerschläge, wenn es irgendwo eine Verpuffung gab. Seine Augen brannten. Alle Sinne flirrten und bebten wie zum Zerreißen gespannter, feiner Draht ...
~~~~~~~~~~
Zum Inhalt: Der 7. Fall für die Privatdetektivin Katinka Palfy.
In "Pfeilgift" steht Katinka Palfy zunächst ziemlich sprachlos da, starb doch Hagen Stephanus, der Ehemann ihrer neuen Klientin Paula, bei einem Anschlag mit dem tropischen Pfeilgift Curare. Und dieses tötet nicht ohne Heimtücke: Während alle Muskeln, zuletzt die Atemmuskeln, gelähmt werden, ist sich das Opfer genau bewusst, was mit ihm geschieht. Bei ihren Ermittlungen muss Katinka feststellen: Giftige Substanzen ins Land zu bringen ist ungefähr so schwierig, wie einem Sportverein beizutreten. Curare-Derivate werden in der Medizin zur Narkose verwendet. Doch keiner ihrer Verdächtigen ist Arzt! Als Katinka entdeckt, dass sie seit Tagen auf der falschen Spur ist, kommt sie ihrerseits in Berührung mit dem tödlichen Pfeilgift. Gerät es in die Blutbahn, ist künstliche Beatmung die letzte Überlebenschance ...
- Ein Mann liegt tot im Wald ...
- Eine Firma stürzt in die Pleite ...
- Eine Liebe droht zu sterben ...
- Und die Ermittlungen liegen in den Händen eines Ex-Knackis ...
~~~~~~~~~~
Fazit: Ein Roman mit einer Fülle an kleinen und feinen Beobachtungen. Es ist wie bei einem Puzzle-Spiel. Man braucht Geduld, um die Teile zusammenzufügen, aber man kann nicht aufhören, bis man auch das letzte Teilchen ins Bild eingefügt hat.
Höchst empfehlenswert - meint -
Reinhard Busse