Dies ist der fünfte Weinreiseführer der "BUSCHE Weintour", den ich im Hinblick auf geplante Wochenendtouren in den nächsten Monaten rezensiere. Diese Pfalz habe ich bereits oft besucht und kenne dort zahlreiche Weinorte und Weingüter, insofern kann ich die Aussagekraft des Buches recht gut einschätzen.
Wie bei den vorangegangenen Weinreiseführern aus der Serie ist auch hier im vorderen Buchdeckel ein aufklappbarer Kartenausschnitt von der Region zu sehen und auch diesmal finden sich auf der Innenseite der Buchdeckel die zehn schönsten Reiseziele, die fünf besten Weingüter und die fünf schönsten Touren aufgelistet. Speyer und Deidesheim sind bei den ausgezeichneten Reisezielen nicht vergessen worden. Das hat mich natürlich als Mensch, der diese beiden Orte sehr zu schätzen weiß, erfreut.
Der Weinreiseführer ist in folgende Abschnitte untergliedert:
Die Region und ihr Wein
Blick in die Geschichte
Leute und Lebensart
Erlebenswerte Weinorte
Weinwissen
Zunächst erfährt man Wissenswertes darüber wie man zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf dem Wasser usw. die schöne Gegend erkunden kann. Man lernt die klimatischen Bedingungen der Toskana Deutschlands kennen, die mit ihren 1800 Sonnenstunden zu den wärmsten Regionen unseres Landes zählt. Die Pfalz ist mit einer Fläche von 23.400 ha und 144 Weinanbaugemeinden das zweitgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands.
Aufgeklärt wird man über die Rieslingtradition und die Sortenvielfalt und erfährt in sogenannten Rubriken mit dem Titel "Spezial" Näheres über den Pfälzer Schoppen, die Mandelblüte, über das Hambacher Schloss, den Dürkheimer Wurstmarkt und auch über das Nordpfälzer Bergland.
Die Arbeit des Winzers im Jahresspiegel kommt ebenso zur Sprache wie die Betrachtungen darüber, wie ein Wein gut wird, zudem erhält man einen Blick in die Geschichte und erfährt hier mancherlei über die Tradition der Pfälzer Weinkultur, aber auch über die politische Vergangenheit. Hier liest man vom Pfälzer Erbfolgekrieg und der Geburt der deutschen Demokratie im Jahre 1832 im Hambacher Schloss und vieles andere mehr. Diesen geschichtlichen Hintergrund sollte man sich bewusst machen, weil man dann einen veränderten Blick auf die Sehenswürdigkeiten erhält.
Über die Mentalität der Pfälzer wird man auch in Kenntnis gesetzt und liest von deren kulinarischen Spezialitäten, allen voran der Pfälzer Saumagen. Aufgelistet sind wichtige Weinfeste bevor man sich in die Beschreibung der Weinorte vertiefen kann.
Die Bilder in diesem Teil des Buches machen ebenso neugierig wie die Texte. Sehenswürdigkeiten, Weingüter und Restaurants sowie Hotels werden ausführlich vorgestellt und man ahnt sehr bald, dass man selbst nach 50 Reisen noch nicht alles gesehen hat. Ich war beispielsweise noch nie in Annweiler am Trifels und habe insofern die Burg aus dem 12. Jahrhundert noch nicht besichtigt, eine Bildungslücke. Bad Bergzabern, den Kneippkurort am Fuße des Pfälzerwaldes, den ich schon mehrfach mit dem Fahrrad besucht habe (sehr anstrengend), ist gut beschrieben und auch von Deidesheim sind alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und die Weingüter sowie die Gastronomie bestens dargestellt. Forst sollte man besuchen. Dort wächst der beste Riesling der Region.
In Freinsheim kenne ich die Restaurants und die Sehenswürdigkeiten, aber bislang nicht die Weingüter und habe nun mit Erstaunen gelesen, dass der Gewürztraminer eines der Weingüter, gegründet 1523, 1995 zu den besten der Welt gekürt wurde. Dort werde ich morgen gleich mal anrufen.
Es führt zu weit an dieser Stelle über all die Weinorte etwas anzumerken. Maikammer und Neustadt an der Weinstraße möchte ich erwähnen und natürlich auch Speyer, die Domstadt mit ihrer 2000 –jährigen Geschichte, die sollte man sich bei aller Weinseligkeit nicht entgehen lassen und an einer Stadtführung teilnehmen.
Im letzten Abschnitt erhält man lobenswertes Weinwissen zu Qualität und Etikett, zur Weinsprache und ein kleines Weinlexikon, um dann schließlich eine Anzahl von Reisekarten durch die Pfalz studieren zu können.
Es gibt viel zu sehen und viel zu verkosten in der schönen Pfalz. Mit diesem Weinreiseführer ist man gut ausgerüstet, um diese herrliche Gegend kennenzulernen. Dass der Deidesheimer Hof, in dem ich schon einige Male gut gespeist und getrunken habe, bis in das Jahr 1395 zurückreicht, war mir bislang nicht bekannt, obschon der Gebäudestil beim genaueren Hinschauen ein Indiz dafür ist.
Empfehlenswert.