Klappentext
In den Seen rund um die Alpen liegt ein bedeutendes Kulturerbe. Nirgens sonst in der Alten Welt ist so eine große Zahl vorgeschichtlicher Siedlungen des 6. bis 1. Jahrhunderts v. Chr. unter Wasser konserviert. Durch Sauerstoffabschluß erhielten sich sonst so vergängliche Materialien wie Holz, Textil und Nahrungsreste. Die Fundstellen bieten ideale Möglichkeiten für moderne siedlungsarchäologische Untersuchungen und eröffnen faszinierende Einblicke in das Leben jungsteinzeitlicher und bronzezeitlicher Kulturen. Dank verbesserter Ausgrabungstechniken und dem Fortschritt archäologischwissenschaftlicher Untersuchungsmethoden konnten neue Forschungsergebnisse gewonnen werden zur Frage wann, wie und warum die Seen und Feuchtgebiete des Alpenvorlandes besiedelt wurden. Es zeigt sich eine große Vielfalt von Siedlungsstrukturen und Gebrauchsgegenständen mediterraner, mittel- und osteuropäischer Kulturtraditionen. Dendrochronologische Untersuchungen ermöglichen auf das Jahr genaue Datierungen. Nicht zuletzt deshalb nehmen die Pfahlbauten eine Schlüsselposition in der europäischen Vorgeschichtsforschung ein. Der reich illustrierte Band gibt erstmals Übersicht über die aktuelle Pfahlbauforschung in allen Alpenländern. Das nördliche Alpevorland findet dabei besondere Berücksichtigung. Zwanzig bekannte Archäologen berichten über neue Ausgrabungen und Forschungsergebnisse in Süddeutschland, der Schweiz, Ostfrankreich, Norditalien, Slovenien und Österreich. Eine Zeittabelle und Karten ergänzen den Band. Der Herausgeber Dr. Helmut Schlichtherle, Jahrgang 1950, ist Leiter der Arbeitsstelle der Unterwasserarchäologie des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg in Hemmenhofen am Bodensee. Pfahlbauten und Siedlungsarchäologie des Alpenvorlandes sind seine Forschungsschwerpunkte. Die Herausgabe des Bandes erfolgt in Verbindung mit der Kommission für Unterwasserarchäologie beim Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland.