Um es vorweg zu sagen, ich halte den Film "Petrus - Die wahre Geschichte" durchaus für gelungen und auch für sehenswert, nicht zuletzt deshalb, weil mir der Petrus-Darsteller Omar Sharif in seiner Rolle sehr glaubwürdig erscheint. Ob der Film allerdings dem eigenen Anspruch, die "wahre Geschichte" des ersten Apostels zu erzählen, gerecht werden kann, muss wohl offen bleiben. Katholisch empfindende Gemüter mit einer gewissen Vorliebe für den im Jahre 2005 verstorbenen Papst Johannes Paul II. werden sicher auf ihre Kosten kommen. Erinnert doch der von Omar Sharif dargestellte Petrus durchaus in mancherlei Hinsicht an seinen bis 2005 regierenden polnischen Nachfolger. Und so lässt der Film auch keinerlei Zweifel an der Führungsrolle des Petrus im Kreise der ersten Christen aufkommen, wobei das letzte Bild des Filmes, eine Aufnahme des noch wegen der Renovierung eingerüsteten Petersdomes, die direkte Linie von Petrus zu seinen Nachfolgern in Rom ziehen soll. Der im Film ebenfalls vorkommende Apostel Paulus wirkt neben Petrus geradezu blass und selbst die angedeutete Kontroverse der beiden Apostel, von der die Bibel im Galaterbrief berichtet, ist kaum noch als solche erkennbar. Der erste Teil des Filmes hält sich inhaltlich weitgehend an die biblische Vorlage, wenngleich manches gestrafft bzw. neu sortiert wurde und das Bemühen erkennbar ist, sämtliche Wunder nicht allzu wunderbar erscheinen zu lassen. Für den zweiten Teil gibt es keine biblische Vorlage. Neben Kaiser Nero, dem Brand Roms, der bekannten Quo-Vadis-Geschichte und der mit dem Kopf nach unten erfolgten Kreuzigung des Petrus hat sich der Drehbuchautor deshalb noch die unterhaltsame Geschichte eines Christen, der heimlich Gladiator ist, und eine Liebesgeschichte zwischen dem Enkel des römischen Hauptmanns Kornelius und einer hübschen Christin einfallen lassen. Schliesslich rettet dann die Kreuzigung des Petrus im Film auch noch allen zunächst ebenfalls eingesperrten und dem Tode geweihten Christen das Leben.
Also, wie schon gesagt: ein insgesamt durchaus sehenswerter Film, bei dem man den Titel "die wahre Geschichte" nicht allzu ernst nehmen sollte. Deshalb ein Stern Abzug.