Brilliant geschrieben, und auch so übersetzt, wechselnd melancholisch, witzig und doch ernst, beinahe tragikomisch und dabei tiefsinnig problenbeladen; so kommt er daher, der neue "Kurkow". Man kann das Buch nicht in ein Genre pressen. Zum einen ist es Abenteuerroman, dann Liebesgeschichte, auch hat es einen philosophisch-polemischen Hintergrund, dann berührt es Nationalitätenkonflikte ... und immer bleibt es spannend. Kurkow versteht es meisterhaft und doch auch spielerisch eine eigentliche banale Geschichte zu erzählen. Der junge Geschichtslehrer Kolja macht sich auf die Suche nach den geheimen Tagebüchern eines ukrainischen Dichters und kommt dabei in der kasachischen Wüste beinahe ums Leben. Wie schon in "Picknick auf dem Eis", damals Pinguin Mischa und diesmal das Chamäleon Petrowitsch, begleitet uns eine eigentliche Nebenfigur, die die gesamte Handlung überhaupt nicht beeinflußt, durch den Roman. Für mich war die Lektüre des Buches nachdenkliche Entspannung. Einfach genial, dieser Kurkow.