So wie Peteris Vasks seine Musik stets aus tiefster Emotion heraus komponiert, so interpretiert Sol Gabetta auch diese beiden Cello-Solo-Stücke mit 'Herzblut', mit impulsiver Virtuosität. Der 1946 in Lettland geborene Vasks schrieb 1978 dieses moderne Werk, alle Möglichkeiten des Cellos als Solo-Instrument auskostend, ja provozierend; der Komponist: "Ich mache mir alles zunutze, was auf einem Instrument möglich ist ..., ein Monolog, ein Akteur ... ganz alleine auf sich gestellt, kein Orchester, kein Klavier, keine Elektronik ..."; so entstand seine spektakuläre, spannende Klangsprache, von 'forte fortissimo' bis 'piano pianissimo'.
Während der erste Teil des 'Buchs' eine aggressiv anmutende, anhaltende Hochspannung aufbaut, wirkt der zweite Teil entspannt, fein gesponnen, improvisiert, zu einem weit ausholenden Melodiebogen führend, den die Künstlerin mit ihrer Gesangsstimme nachzeichnet, den Konzertbesuchern von Sol Gabetta schon vertraut, denn dieses Stück von Peteris Vasks ist eine ihrer favorisierten Zugaben, bei der sich Sol Gabetta gern selbst begleitet: Cello solo plus Gesang - wunderbar!
The Book 'Gramata Cellam' For Cello Solo
01 Marcatissimo (5:21)
02 Dolcissimo (7:27)
Pe'teris Vasks studierte Geige, Kontrabass und Komposition, spielte in div. Sinfonie- und Kammerorchestern, bis 1974 beim Lettischen Rundfunk- und Fernsehorchester. Zahlreiche Auszeichnungen, z.B. 1996 'Main Composer' des Stockholm Festivals für neue Musik, Herder-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung, drei mal 'Großer Musikpreis Lettlands', 1993 für 'Litene', 1998 für sein Violinkonzert 'Ta'la gaisma' ('Fernes Licht'), 2000 für seine 2. Sinfonie; seit 1994 ist Vasks Ehrenmitglied der 'Lettischen Akademie der Wissenschaften'; in die 1771 von König Gustav III. in Stockholm gegründete 'Königlich Schwedische Musikakademie' wurde er 2001 aufgenommen. Gut 80 bedeutende Werke schuf Pe'teris Vasks; er lebt als freischaffender Komponist in Riga und zählt heute zu den bekanntesten Komponisten aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion. Vasks möchte seinem Land, seinem Volk, das extrem unter der Sowjetherrschaft zu leiden hatte, eine musikalische Stimme geben: Expressiv, direkt, bewusst ungekünstelt.