Meine Partnerin und ich sind sehr interessiert an Architektur und besonders an den unverwechselbaren Bauten von Peter Zumthor. Dieses Buch fasst die Gedanken des Kunsthauses Bregenz zusammen und bringt dieses starke Erlebnis auf den Punkt: "Von außen betrachtet wirkt das Gebäude wie ein Leuchtkörper. Es nimmt das wechselnde Licht des Himmels, das Dunstlicht des Sees in sich auf, strahlt Licht und Farbe zurück und lässt je nach Blickwinkel, Tageszeit und Witterung etwas von seinem Innenleben erahnen."
Die Haut des Gebäudes aus fein geätztem Stahl als gefügte Verschuppung ist weder gelocht noch beschnitten und liegt auf Metallkonsolen auf, gefügt durch große Klammern, zueinaner wirkend, und lässt im Innneren die Gußmasse Beton frei und unverfälscht all jenes neu leben, das hier ausgestellt wird. Ein schwer zu beschreibendes Erlebnis, bei dem die in diesem Buch gewählten Worte (bestens beschrieben) und hervorragenden Bilder bzw. Skizzen aber nur Annäherungen sein können. Wir haben jede Ausstellung anders, umfassender, echter erlebt als die Vorgänger, ein Gebäude, das sich immer wieder neu schafft: durch Reduktion und Echtheit, mit der Umwelt auf Sicht- und Lichtweise.
Zumthor hatte diese Vision: "Das auf Sützen stehende Prisma sollte an die Archaik der Pfahlbauten erinnern, eine Verneigung vor der ersten Baukultur des Bodensees." Dieser Architekt setzt sich originär und perfekt immer mit dem jeweiligen Projekt-Ort auseinander, an dem er Verbindungen zwischen außen und innen erschafft, deren natürliche Räume tief in der Seele wirken. In Vals sollten Sie diese Dimension in jedem Fall in der dortigen Therme nachvollziehen:
Peter Zumthor und Therme Vals. Immer wieder fehlen uns dafür die Worte, unvergleichlich schön & einfach perfekt.