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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zerspaltung des Ich als Unglücksursache im Leben,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Peter Schlemihls wundersame Geschichte (insel taschenbuch) (Sondereinband)
Die Geschehnisse des Werkes kann man mit einem Satz zusammenfassen: Peter Schlemihl verkauft seinen Schatten an dem Teufel, und büßt dafür. Wenn man anfängt, nachzudenken, was der Schattenverlust auf der Sprache der Symbolik heißen könnte, kommt man nicht weiter, ohne die Frage nach dem Wesen des Schattens zu stellen. In der animistischen Vorstellung galt jede Form der Reproduktion bzw. Duplikation des Menschen - so unter anderem der Schatten - als Manifestation der menschlichen Seele. So wurde dieses zweite Ich genauso gehütet, wie der Körper selbst, denn was immer dem Schatten zustieß, traf auch seinen Besitzer. Demnach war der Schatten ein wesentlicher Teil der individuellen Persönlichkeit, ohne den es kein vollwertiges, erfülltes Leben geben konnte. Der Schatten steht meines Erachtens - genauso wie bei C.G. Jung - für die unbewußte, nicht gelebte, nicht "beleuchtete" Seite der Persönlichkeit. Der Held gibt also einen Teil seiner Persönlichkeit ab, und wird dafür bestraft. So ist die Symbolik dieser Geschichte aktuell bis heute, denn sie rät dem Leser, ein ganzes Leben zu leben und nichts zu unterdrücken, keinen Pakt mit dem (symbolischen) Teufel zu schließen, um zum Reichtum zu kommen. Empfehlenswert zu lesen aber auch als Geschenk. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was ist ein Schatten?,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Peter Schlemihls wundersame Geschichte (Taschenbuch)
Peter Schlemihl, der längst zu einer literarisch berühmten Figur geworden ist, kann als naher Verwandter von Faust gelten; doch nicht seine Seele verkauft er (obwohl ihm dieser Handel auch noch angeboten wird), sondern seinen Schatten. Was es aber mit diesem Schatten auf sich hat, ist gar nicht so leicht zu klären: Schlemihl wird ab sofort ausgelacht, gemieden, gescholten und bemitleidet und ist nicht mehr gesellschaftsfähig. Jeder sieht sofort, daß er keinen Schatten hat (was doch eigentlich unwahrscheinlich ist), und jeder weiß, was das bedeutet; nur der Leser rätselt. Der Verlust des Schattens hat eine gesellschaftliche Stigmatisierung zur Folge, die sich vielleicht nicht ganz ausdeuten läßt. Die Interpretation des Schattens als unergründbare Nachtseite des Geistes, die den Menschen erst menschlich macht, kann den Text ebensowenig vollständig erklären wie eine Deutung auf eine judenfeindliche Gesellschaft hin (die nahegelgt wird z.B. durch den jüdischen Namen der Hauptfigur - der "Pechvogel" bedeutet - und durch Anklänge an das Motiv des Ewigen Juden). Schlemihl selbst findet am Ende eine ganz unfaustische Lösung: Zufällig in den Besitz von Siebenmeilenstiefeln geraten, wandert er fortan als Naturforscher über den Erdball, zwar fern von den Menschen, aber doch zufrieden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
SCHLEMIHLIUM,
Von Yannik "Boom Boom" Behme (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Peter Schlemihls wundersame Geschichte (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte des armen Peter Schlemihl ist eine herausragende märchenhafte Erzählung der Romantik, die durch ihre kraftvolle Sprache besticht, die niemals ihren spielerischen Witz verliert (etwa im ersten Kapitel: "... denn ich fürchtete mich fast noch mehr vor den Herren Bedienten, als vor den bedienten Herren." oder "Er brach das Siegel auf und das Gespräch nicht ab ...").Der junge Schlemihl verkauft einem teuflischen Mann in Grau für unendlichen finanziellen Reichtum seinen Schatten; der Tausch erscheint ihm recht merkwürdig, er hält den Schatten aber für einen zu vernachlässigenden Teil des Menschen und gibt ihn, wenn auch nicht ohne Angst, hin. Im Verlauf der Erzählung stellt er fest, welches Unheil der Verlust des Schattens mit sich bringt, zumal er von (fast) allen Menschen gemieden wird - all sein Gold bringt ihm kein Heil. Als sich der graugekleidete Herr dann auch seiner Seele bemächtigen will, beginnt Schlemihls Besinnung und Kampf. Er gewinnt seinen Schatten nicht zurück, er kann am Ende aber sein Schicksal annehmen und ist zufrieden mit seiner Vergangenheit, die ihn zwar zum Einsiedler gemacht hat, die jedoch genauso zu ihm gehört wie sein Schatten: "... man wünscht das erste Gaukelspiel nicht zurück, und ist dennoch im Ganzen ganz froh, es, wie es war, gelebt zu haben." Ausdrücklich zu loben ist die preiswerte Ausgabe des ANACONDA-Verlags, die für 2,95 ein schmuckes Hardcover-Büchlein bietet, zusätzlich versehen mit einer nützlichen Vorrede Julius Eduard Hitzigs aus dem Jahre 1839. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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