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Peter Schlemihl's wundersame Geschichte: Nürnberg 1814
 
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Peter Schlemihl's wundersame Geschichte: Nürnberg 1814 [Taschenbuch]

Adelbert von Chamisso , Joseph Kiermeier-Debre
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte
OA 1814 Form Erzählung Epoche Romantik
Adelbert von Chamisso schuf mit dieser Ezählung ein romantisches Kunstmärchen mit autobiografischen Bezügen und realistischem Ton.
Entstehung: Um sich im Kriegsjahr 1813 abzulenken, schrieb Chamisso für die Kinder eines Freundes das Märchen von Peter Schlemihl, der dem Teufel seinen Schatten verkauft. Nachdem Friedrich Baron de la Motte Fouqué (1777 bis 1843) das Manuskript gelesen hatte, übermittelte er es heimlich einem Verleger.
Inhalt: Nach seiner Ankunft in einer fremden Stadt begibt sich Peter Schlemihl auf ein Gartenfest des Herrn John; er hat ein Empfehlungsschreiben und sucht Arbeit. Mit Erstaunen und zunehmendem Entsetzen beobachtet er im Park einen Mann im grauen Anzug, der alle Wünsche der Gäste erfüllt, indem er Ferngläser, Teppiche und sogar Kutschen mitsamt Pferden aus der Tasche zieht. Schlemihl flieht voller Grauen. Der Graue holt ihn ein und bietet ihm einen nie versiegenden Geldbeutel im Gegenzug für seinen Schatten an. Schlemihl wird schwach und sein Elend beginnt. Er kann sich jetzt zwar alles kaufen, ist aber nicht mehr gesellschaftsfähig. Sobald man seine Schattenlosigkeit bemerkt, wird er gemieden oder verhöhnt. Er wagt sich nur noch in der Dunkelheit auf die Straße oder im Schutz seines treuen Dieners Bendel, den er eingeweiht hat.
Als besonders schmerzlich erweist sich der fehlende Schatten für Schlemihl, als auch seine Liebe zur sanften, schönen Mina an seinem Makel scheitert. Das Mädchen muss stattdessen – auf Geheiß ihrer Eltern – den schurkischen Rascal heiraten, der Schlemihl erfolgreich bestohlen hat, aber über einen intakten Schatten verfügt. Trotz dieses Unglücks geht Schlemihl nicht auf das Angebot des Grauen ein, ihm die Seele für den Schatten zu überschreiben. Stattdessen wirft Schlemihl den unheimlichen Geldbeutel weg und begibt sich auf die Wanderschaft. Mit Hilfe von zufällig erstandenen Siebenmeilenstiefeln führt er in der ganzen Welt botanische Studien durch und begnügt sich mit der Arbeit eines Privatgelehrten. Zur Gesellschaft hat er lediglich seinen Pudel.
Struktur: In elf Kapiteln erzählt Peter Schlemihl seinem Freund Chamisso seine Geschichte; er spricht als Ich-Erzähler den Autor immer wieder direkt an und verleiht dem Berichteten dadurch Unmittelbarkeit und Echtheit, wobei die autobiografischen Züge – bis hin zu der detailliert beschriebenen Kleidung Schlemihls / Chamissos – nicht zu übersehen sind.
Wirkung: Die Erzählung war überaus erfolgreich. E. T. A. R Hoffmann schrieb seine Parallelgeschichte vom verlorenen Spiegelbild (Die Abenteuer der Silvesternacht, 1815). Es gab eine Dramatisierung (1819 in Wien), und die Erzählung wurde ins Englische sowie Französische übersetzt. Verschiedene Deutungsmöglichkeiten erregten schon die Gemüter der Zeitgenossen und beschäftigen immer noch die Literaturwissenschaft. D. Ma.

Kurzbeschreibung

Adelbert von Chamisso, Naturforscher und Autor, macht in seiner berühmten Novelle die Andersartigkeit zum Thema. Peter Schlemihl, der seinen Schatten für niemals endenden Reichtum an den Teufel verkauft, gibt damit gleichsam einen Teil seiner menschlichen Identität auf.

Der Schatten gilt den Interpretatoren des Textes, unter anderem Thomas Mann, als »Symbol aller bürgerlichen Solidität und menschlichen Zugehörigkeit«. Weil der Protagonist seinen Schatten aufgibt, muss er sich unfreiwillig auf Wanderschaft begeben, da er nirgendwo nachhaltig akzeptiert wird. Letztlich wird deutlich, dass Heimatlosigkeit und fehlende menschliche Beziehungen nicht mit materiellen Gütern aufgewogen werden können.



Über den Autor

Adelbert von Chamisso, eigentlich Louis Charles Adelaide de Chamisso de Boncourt, wurde am 30. Januar 1781 auf Schloss Boncourt in der Champagne geboren. Nach der Flucht der Familie vor den Revolutionsheeren ließen sich die Eltern 1796 in Berlin nieder. Der junge Mann trat dort in die preußische Armee ein und begann einige Zeit später auch schriftstellerisch tätig zu werden. Er schrieb zunächst auf Französisch, ab 1803 jedoch in deutscher Sprache. Als Herausgeber des Berliner ›Musenalmanachs‹ war Chamisso mit zahlreichen Dichtern bekannt, zu denen beispielsweise von Varnhagen und Fouqué zählten. Neben seinen unsterblichen literarischen Werken wie ›Peter Schlemihls wundersame Geschichte‹ beschäftigte er sich auch mit den Naturwissenschaften und nahm an geographischen und ethnologischen Expeditionen teil. Adelbert von Chamisso starb am 21. August 1831 in Berlin.

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