Die Geschichte des armen Peter Schlemihl ist eine herausragende märchenhafte Erzählung der Romantik, die durch ihre kraftvolle Sprache besticht, die niemals ihren spielerischen Witz verliert (etwa im ersten Kapitel: "... denn ich fürchtete mich fast noch mehr vor den Herren Bedienten, als vor den bedienten Herren." oder "Er brach das Siegel auf und das Gespräch nicht ab ...").
Der junge Schlemihl verkauft einem teuflischen Mann in Grau für unendlichen finanziellen Reichtum seinen Schatten; der Tausch erscheint ihm recht merkwürdig, er hält den Schatten aber für einen zu vernachlässigenden Teil des Menschen und gibt ihn, wenn auch nicht ohne Angst, hin.
Im Verlauf der Erzählung stellt er fest, welches Unheil der Verlust des Schattens mit sich bringt, zumal er von (fast) allen Menschen gemieden wird - all sein Gold bringt ihm kein Heil. Als sich der graugekleidete Herr dann auch seiner Seele bemächtigen will, beginnt Schlemihls Besinnung und Kampf. Er gewinnt seinen Schatten nicht zurück, er kann am Ende aber sein Schicksal annehmen und ist zufrieden mit seiner Vergangenheit, die ihn zwar zum Einsiedler gemacht hat, die jedoch genauso zu ihm gehört wie sein Schatten: "... man wünscht das erste Gaukelspiel nicht zurück, und ist dennoch im Ganzen ganz froh, es, wie es war, gelebt zu haben."
Ausdrücklich zu loben ist die preiswerte Ausgabe des ANACONDA-Verlags, die für 2,95 ein schmuckes Hardcover-Büchlein bietet, zusätzlich versehen mit einer nützlichen Vorrede Julius Eduard Hitzigs aus dem Jahre 1839.