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Peter OToole. Ein Porträt.
 
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Peter OToole. Ein Porträt. [Gebundene Ausgabe]

Sibylle Luise Binder
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Henschel Verlag (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 389487435X
  • ISBN-13: 978-3894874353
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 48.971 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Einer der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation wird im August 70 Jahre alt und feiert zum wiederholten Male ein überzeugendes Comeback: In diesem Jahr ist er zugleich mit zwei Filmen - "The Final Curtain" und "Global Heresy" - in den Kinos zu sehen. Seinen Weltruhm verdankt O'Toole seiner Rolle als "Lawrence von Arabien" in David Leans gefeiertem gleichnamigen Monumentalfilm von 1962. Danach ging es Schlag auf Schlag: 1964 war O'Toole König Heinrich II. in Peter Glenvilles "Becket", 1965 war er Titelheld in der Joseph-Conrad-Verfilmung "Lord Jim". In den 70ern schien O'Tooles Karriere bereits vor dem Ende zu stehen, bevor er sich mit brillanten Darstellungen Anfang der 80er-Jahre wieder in die erste Reihe spielte. Der anekdotenumwobene Star war in seiner fast 50-jährigen Karriere siebenmal für den Oscar nominiert - und hat ihn nie gewonnen. Insider spekulieren bereits darüber, dass er bei der nächsten Verleihung nicht mehr zu übergehen sein wird ...

Über den Autor

Sibylle Luise Binder, 1960 geboren, ist freie Journalistin und Autorin einiger profunder Pferdesachbücher. Sie lebt in Stuttgart.

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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es ist sicherlich nicht leicht, die Biographie eines lebenden Künstlers zu schreiben - erst recht nicht leicht, wenn der eine solch intensive und prägende Ausstrahlung hat wie Peter O'Toole. Nicht nur das: jeder gute Künstler inszeniert sich selbst. Also auch er. Diese Inszenierung ernst zu nehmen - einschließlich der zuweilen heiteren, noch öfter zornigen Selbstironie, mit der sie durchgehalten wird - und zugleich den Menschen darin und dahinter glaubwürdig und so unmittelbar lebendig darzustellen: das ist eine seltene Kunst. Es ist die unmittelbar anrührende Kunst, einen faszinierenden Menschen fast mit seinen unmittelbar ins Auge springenden Widersprüchen zu versöhnen - fast, sage ich, denn ganz & gar wollen wir sie ja gar nicht aufgehoben sehen. Der wirkliche Peter O'Toole wollen wir erleben, den bösen, den ungerechten, den zornigen so gut wie den sanften, den unendlich sensiblen und toleranten Künstler, der eben, indem er ganz er selbst war und geblieben ist, beweist, was künstlerische und menschliche Integrität wirklich ist.
Das allein lohnt die Lektüre dieses sorgsam und liebevoll komponierten Buches: zugleich gewinnt der Leser aber auch das Vetrauen in die Autorin, daß er bei ihr wirklich gut aufgehoben ist. Ich kann nicht hinreichend beurteilen, wie zuverlässig diese Biographie ist, aber sie erscheint mir vollkommen glaubwürdig. Das macht die Lektüre besonders beglückend.
Bei alledem erhalten wir auch noch einen hochkenzentrierten Text mit genau kalkulierten Tempowechseln und allen wirklich notwendigen Informationen, die sich auf gut 200 Seiten unterbringen lassen: zahlreiche liebevoll ausgewählte Photos, eine Übersicht über alle relevanten Filme. Das Schönste aber sind die vielen kleinen Erzählungen und Anekdoten, mit denen S.L.Binder ihrer Darstellung Farbe und Leben verleiht.
Bei aller Zuneigung wahrt die Autorin aber auch eine liebevolle Diskretion, die uns allen besonderes Vertrauen einflößt: so schreibt nur jemand, der genau weiß, wovon er schreibt.
Also: kaufen!
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10 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Chapeau 30. Januar 2003
Von Ein Kunde
Sibylle L. Binder hat mit dem vorliegenden Buch über das Leben und Werk des unstreitig größten Schauspielers aller Zeiten großes schreiberisches Können bewiesen. Es zeigt ebenso Professionalität und ihren gewohnt verantwortungsvollen Umgang mit der Materie.

„Peter O'Toole - Ein Porträt" ist ihre ganz besondere Glanzleistung!

Dank ihres typischen Scharfblicks und ihrer Empathie schafft Sibylle Binder, uns den Menschen Peter O'Toole zu zeigen. Ohne sein Privatleben über Gebühr in das Licht der Öffentlichkeit zu ziehen. Sie achtet seine Privatsphäre, indem sie sich darauf beschränkt, nur die im Zusammenhang mit seiner Karriere stehenden Ereignisse zu dokumentieren, ohne Intima auszuplaudern.

Die Presse hat von O'Toole jahrzehntelang das Bild höchsttalentierten, aber exzessiv selbstzerstörerischen, melancholischen Zynikers gezeichnet. Doch Frau Binder hat diese „Schubladen" nicht beachtet, sondern mit Neugier und Offenheit genau hingesehen. Sie fand, was der Rest der Welt gerne zu ignorieren scheint: O'Toole hat einfach zu viele Lachfalten im Gesicht, als dass er nichts mehr als Zyniker sein könnte!
Natürlich kommen in diesem Werk die Tiefpunkte seines Lebens und seiner Karriere vor. Doch hierzu hat er immer gestanden. Sie werden von Frau Binder mit der gleichen Beachtung behandelt wie seine Leinwand- und Bühnentriumphe und schönen Momente seines Lebens.
Denn hier wird ein Leben beschrieben! Eines steht fest: O'Toole gehört unstreitig zu der Handvoll absoluter Genies seines Genres. Ein solches wird nur ein Mensch, der ständig Grenzen sucht, sie oft missachtet, und aus genau diesem Grunde natürlich auch mitunter über Bord geht. Wie hätte er ohne die intensiven Tiefen je dermaßen überzeugend darstellen können? Die Größe eines Menschen misst sich daran, inwieweit er zu Fehlern und Unzulänglichkeiten stehen kann. Dies jedoch, so zeigen zahlreiche Anekdoten in diesem Werk, hat er immer getan, und die Verantwortung selbst übernommen, wenn er sich im Vorfeld von Ereignissen verschätzt hatte.

So schildert die Autorin uns die Entwicklung eines hochbegabten Kindes, das in einer etwas illustren irischen Familie aufwächst (der Vater war ein Berufsspieler und Buchmacher). Beeinflusst durch abgrundtiefen Hass auf den Nationalsozialismus und die damit zusammen hängenden Ereignisse im damaligen Europa, die auch in England, wo O'Toole seinerzeit aufwuchs, tiefe Spuren hinterließen.

Geprägt durch irischen Katholizismus, eine endlos liebende, sehr belesene Mutter und einen recht smarten Vater, entwickelt O'Toole seine ganz eigene Sicht auf die Dinge und sich selbst.

Sibylle Binder zeichnet diesen Werdegang in lebhaften Bildern und mit gekonnt spitzer Feder, die wahrlich nicht nur die Puderzuckerseiten dieses groß(-artig)en Mannes aufzeigt. Man spürt, dass sie seine Sicht auf sich selbst genau eingefangen hat, zeigt aber auch ihre eigene Sichtweise von diesen großen Mimen. Der mit seinem von Jugendjahren an zu Pointe und mitunter Dreistigkeit neigenden Mundwerk und seiner Schalkhaftigkeit immer auch irgendwie ein „Bengel" (sorry!) geblieben ist.

Die Autorin geht systematisch und chronologisch vor, greift auf Gespräche mit Menschen aus seinem Umfeld zurück. So vervollständigt sie das Bild vom Leben des Mannes, den die meisten von uns als „Lawrence von Arabien" kennen. Der aber doch ungleich viel mehr geleistet hat, schaut man insbesondere auf sein Schaffen als Theaterschauspieler, der dem Londoner Old Vic Theatre über Jahrzehnte immer wieder seine Treue bewiesen hat. Aber auch die verschiedenen Filmprojekte werden von Sibylle Binder der Reihe nach aufgezeigt, immer im Kontext der jeweiligen Lebenssituation.
Die krasse Darstellung der Dreharbeiten zu seiner berühmtesten Rolle - die „Lawrence von Arabien" nun einmal war - sorgt sicherlich dafür, dass man diesen Film nach der Lektüre von Sibylle Binders Werk mit völlig neuen Augen betrachtet!

Die Ehe mit Siân Phillips, die immerhin 17 Jahre andauerte, brachte für O'Toole die wohl schlimmsten Jahre. Sein Alkoholkonsum eskalierte während seiner komplizierten Beziehung, bis er letztendlich beinahe daran gestorben wäre. Die lange schwere Krankheit ließ O'Toole das Trinken aufgeben, so dass für Siân Phillips' co-alkoholische Persönlichkeit kein Platz mehr an seiner Seite war. Mit dem Ende dieser Ehe fand O'Toole einen neuen Anfang, privat wie beruflich.
Nach der Beziehung zu der Mexikanerin „Malinche", die nicht für die Ewigkeit bestimmt war, trat Anfang der 80er Jahre das Model Karen Somerville in seinen Leben, blieb aber ebenfalls nicht lange.

Aus Rücksichtnahme auf die Privatsphäre lässt Sibylle Binder wenig über die Kinder O'Toole's verlauten.
Die Ehe mit Siân Phillips brachte die Töchter Kate und Pat hervor, Karen Somerville gebar ihm 1983 Sohn Lorcan - für den O'Toole in Amerika das Sorgerecht erstritt. Den er allein aufgezogen und oft genug in Theatergarderoben gewickelt und gefüttert hat.

Amüsant machen diese Biographie die geschilderten Begebenheiten, besonders, wenn sie Peter O'Toole selbst zu Worte kommen lässt. Nicht nur, weil es selten einen so pointenbegabten, blitzgescheiten Menschen gibt, sondern weil neben der Lebendigkeit mit denen die Szenen beschrieben sind, gleichzeitig Frau Binder der große Wurf gelingt, ihre eigene amüsierte Bewunderung auszudrücken für die Bravour, mit der er es schafft, sich im Leben sein Amüsement zu gönnen. Ein Individualist, der immer in sich verspürt, zu was er im Stande ist, der sich weigert, konventionell den unteren Weg zu gehen, und der sich ebenso weigert, zu Autoritäten um ihrer Titel und Position willen aufzusehen - das ist das Menschenbild, dass uns in diesem gelungenen Porträt gezeichnet wird.
Ein Grenzgänger, dem das, was er in der Welt vorfindet genauso wenig reicht wie banale Erklärungen, die er in seiner unstillbaren Neugier immer auf ihre Richtigkeit oder (anscheinend besonders gerne!) Falschheit, vor allem aber auf Machbarkeit überprüfen muss.

Die Kombination aus Ironie, Selbstironie, und Ehrlichkeit macht dieses Porträt zu einem Lesegenuss.
Sibylle Binder weckte erfolgreich meine Neugier! Ein größeres Kompliment fällt mir für eine Biographin nicht ein. Deshalb werde ich nun anschließend die Autobiographie O'Toole's „Loitering with intent" lesen.

Im Mittelteil des Buches finden sich zahlreiche Schwarzweiß-Fotos, die den Künstler in seinen Rollen zeigen und die Vielseitigkeit seiner Fähigkeiten im Schnelldurchlauf dokumentieren.

Im Anhang finden sich weitere Informationen:
Anmerkungen, Filmographie, Literatur, Danksagung, Bildnachweis, Namensregister

Aktuell:
Wie treffend dieses Buch Peter O'Toole beschreibt, erkennen wir an den aktuellen Ereignissen:
Den „Ehren-Oscar" für sein Lebenswerk gedenkt er vorläufig nicht anzunehmen. Er sei "still in the game, and might yet win the lovely bugger outright, would the academy please defer the honor until I am 80?"

DAFÜR lieben ihn seine Fans: he's the greatest!

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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
Peter O'Toole wurde über Nacht zum Star, und die Rolle, der er das zu verdanken hatte, blieb sein Leben lang an ihm hängen: "Lawrence von Arabien". Fiel der Name Peter O'Toole wurde auch im gleichen Atemzug "Lawrence von Arabien" genannt. Die Rolle brachte ihm neben dem Ruhm auch die erste Oscar-Nominierung ein.

Peter O'Toole, der am 2. August 1932 in Wicklow, Irland, geboren wurde, ist einer der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation. Pünktlich zu seinem 70. Geburtstag erscheint ein neues Buch über ihn, die derzeit einzige deutschsprachige Biografie. Darin versucht Autorin Sibylle Luise Binder die Frage zu beantworten, wer der Mann mit den blonden Haaren, den blauen Augen und dem ausdrucksstarken Gesicht ist. Fest steht: Peter O'Toole war einer der begehrtesten Männer Hollywoods, ein Frauenschwarm auf der ganzen Welt - verbirgt sich die Autorin deswegen hinter ihren Initialen S. L.? Hätte ein Mann Peter O'Toole vielleicht besser portraitieren können? Auf jeden Fall sachlicher und vielleicht sogar einfühlsamer.

Schon in ihrem Vorwort gibt Sibylle Luise Binder zu, sie habe sich "als privilegiert" empfunden, diese Biografie schreiben zu können, und sie hoffe, dass sie "trotz der Verehrung die nötige kritische Distanz aufgebracht" hat. Hat sie - indem sie typisch weibliche Spitzzüngigkeit und oft auch arrogante Ironie walten lässt, mit der sie vielleicht ihre Schwärmerei für Peter O'Toole zu verdecken sucht. Peter O'Toole beschreibt sie gleich eingangs als "Das hochintelligente Kind, das mit vier Jahren lesen konnte - und später in der Schule versagte. Das Sensibelchen, dem sich Kriegserlebnisse so einprägten, dass er sie noch fünfzig Jahre später mit ergreifender Detailtreue wiedergeben konnte". Der Autorin hätte ein bisschen mehr Sensibilität sicher gut getan, das von Nöten ist, will man einen anderen Menschen portraitieren. Vor allem fehlt es ihr - meiner ganz persönlichen Meinung nach - aber an Respekt.

Dabei liefert Peter O'Tooles Leben zahlreiche spannende Facetten: Er war siebenmal für den Oscar nominiert - und hat den Academy-Award nie gewonnen. Er gilt als eine "Hollywood-Ikone" - und hat nie dort gelebt. Er ist ein seriöser und renommierter Theaterschauspieler - und war doch über Jahre mehr in den Skandalspalten zu finden als im Feuilleton. In die verschiedenen Lebensstationen aufgeteilt, zeichnet Sibylle Luise Binder chronologisch das Leben Peter O'Tooles nach. Sie bedient sich zahlreicher Zitate, angefangen aus Klatschzeitungen bis hin zu Passagen aus anderen Biografien. Diese sind am Ende des Buches leider nicht mit fortlaufenden Fußnoten nummeriert, so dass das Nachschlagen ab dem ersten Drittel des Buches schwer fällt, hat man die Kapitelüberschrift vergessen.

In der Mitte des Buches befinden sich einige Fotos, überwiegend aus der Zeit der frühen Karriere des Schauspielers. Nicht ein einziges Privatfoto ist dabei, sondern nur Fotos aus Filmen oder vom Set und leider alle nur in Schwarzweiß. Die sich im Anhang befindliche Filmographie ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig, wird die Chronologie hier rückwärts dargestellt - Autorin Sibylle Luise Binder, die sich vor allem durch Pferdeliteratur hervorgetan hat, sollte doch wissen, dass man ein Pferd nicht vom Schweif her aufzäumt.

Peter O'Toole ist ein Mann voller Kontraste, sein bisheriges Leben von "up and downs" geprägt, und er ist der Meister des Comebacks. Noch 2002 kamen wieder zwei Filme, "The Final Curtain" und "Global Heresy", mit Peter O'Toole in der Hauptrolle in die Kinos. Der Autorin Sibylle Luise Binder gelingt es leider nicht ganz, diesen bemerkenswerten Menschen zu portraitieren.

Echte Peter O'Toole-Fans werden von dieser Biografie vermutlich eher enttäuscht sein. Wer sich am Stil der Autorin nicht stört, hält zumindest eine Abhandlung auf mittelmäßigem Niveau in den Händen.

(c) Steffani Lehmann von Literaturtipp.com
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