Es war das Jahr 1978... KISS auf dem Höhepunkt der Kariere, nach außen große Freundschaft und heile Welt, doch nach innen gabs Ärger, gewaltigen Ärger...Peter Criss und Ace Frehley fühlten sich kreativ, wie künstlerisch unterdrückt und wollten etwas anderes machen.
Eine Soloplatte war die beste Alternative und Paul Stanley und Gene Simmons mussten wohl oder übel einwilligen.
Jeder wollte seine Kreativität ausleben und selber etwas auf die Beine stellen. Eigen geschreibenes Material gabs auf allen Seiten aus der Vergangenheit meist, mit Sachen, die bei KISS nicht beachtenswert waren.
So ging jeder ins Studio, um dort seine Tracks aufzunehmen...
Peter hatte einige Musiker eingestellt, um ihn dabei zu unterstützen...
Mit Vini Poncia stand einer guten Platte nichts im Weg.
Dennoch, der Druck der auf ihm lastete war riesig, denn er war es der die Soloplatte wollte. Mit teils eigenem Material, aber auch einigen Fremdkompositionen gings ins Studio...
War raus kam war ein komplett anders Studioalbum, wie man es nicht erwartet hätte, was keinesfalls heißen soll, es sei schlecht.
Es gab 10 Tracks auf dem Album, 6 von ihm und Stan Penridge, der alte Kumpel von LIPS, einer Vorband von Peter. 4 Tracks sind Fremdkompositionen, aber von Peters Seite als gut empfunden.
Es beginnt mit I'M GONNA LOVE YOU, einem sehr jazzigen Titel von Peter Criss und Stan Penridge, mit fetzigem Refrain und klasse Melodie, bei der man einfach mitgeht. (5/5)
Es geht weiter mit YOU MATTER TO ME, die erste Fremdkomposition, mit erstmals ungewöhnlichen Keyboardklängen und sehr poppiger aber guter eingängiger Melodie. Die Backroundsänger sind auch klasse und unterstreichen den Track. (5/5)
Der nächste Track TOSSIN' AND TURNIN' geht rockig und druckvoll los, doch mit Peters Gesang wirde der Track angenehm bluesig und kraftvoll. Der Backroundgesang von den Frauen passt perfekt und man merkt durch die Saxophone den Jazz aus dem Lied. (5/5)
Die nächste Kompostion DON'T LET ME DOWN von Peter, geht ruhig los, mit Synthesizerklängen, und Blues in der Stimme macht dieses Lied sehr angenehm fürs Ohr. Der Refrain mit den Backroundsängern ist klasse, eine ruhige Nummer, die Spaß macht. (5/5)
Es geht weiter mit THAT'S THE KIND OF SUGAR PAPA LIKES, wieder von Peter geschrieben, geht schwungvoll mit den Drums los, der Refrain ist eingängig und der Backroundgesang ist bluesig, aber auch jazzig. Eines der rockigeren Lieder, mit einer Hand voll Rhythm. (5/5)
Es folgt EASY THING, von Peter geschrieben, welches sehr ruhig mit Akkustik-Gitarren beginnt und mit Peters Gesang unterlägt wird, das Yeah im Lied unterlegt die jazzige Atmosphäre. Nach gut 1,30 min wirds mit E-Gitarre unterlegt und die Drums kommen ins Spiel, der Sound ist ziemlich bombastisch, auch durch die Geigen. Das Lied ist super klasse, nur was mich stört ist, das Peter nicht an den Drums ist. Schade es war nur Allen Schwartzberg. (5/5)
Der nächste Track ROCK ME BABY, von Sean Delaney geht schwungvoll los und wird von Peters jazziger Stimme gut getragen, Peter sitzt wieder nicht an den Drums, was schade ist. Das Lied ist cool und jazzig, dennoch eher eines der schwächeren Lieder, trotzdem gut. (4/5)
Es kommt KISS THE GIRL GOODBYE, von Peter geschrieben, eine schöne Ballade mit Akkustik-Gitarren unterlegt. Klasse Ballade wie ein zarter Windhauch locker gespielt und wieder von Peters Stimme profitierend. (4/5)
Jetzt kommt HOOKED ON ROCK 'N' ROLL, von Peter, welches wirklich cool, bluesig und echt mitreißend ist. Man geht sofort mit. Ein tolles Lied mit minimalen Rock, aber viel Rhythm & Blues. Der jazzige Drumstil von Peter begleitet das Lied perfekt und passt wie auch in den anderen Lieder perfekt ins Arrengement. (5/5)
Das letzte Lied I CAN'T STOP THE RAIN, von Sean Delany, ist eine Ballade eingeleitet mit Peters Aussage: "This is New York, Yeah!"
Das Lied beginnt ruhig im Stil von Rod Stewart, wenn man die Stimme hört.
Es beginnt ruhig, aber der Refrain mit den Drums und den Geigen ist klasse und hitverdächtig, nur verstehe ich nich, dass Peter wieder nicht an den Drums ist, schade. Dennoch ein klasse Song. (5/5)
Wenn man das Album fertig gehört hat, fragt man sich, warum war das früher kein Erfolg und warum fand nur TOSSIN AND TURNIN Beachtung??
Es ist ganz einfach, da die Leute zu sehr an den KISS-Sound gewöhnt waren und auch die Alben von Paul und Ace in diese Richtung gingen, naja Genes war auch recht experimentell, hat auch schlechte Bewertungen bekommen.
Zudem kam dieses Album 5 bis 10 Jahre zu früh. Keiner konnte was mit diesem Easy-Listening Sound anfangen. Ein paar Jahre später hättte es ganz anders aussehen können.
Peters Album wurde am wenigsten verkauft, warum hab ich eben gesagt, aber dass es schade ist, liegt auf der Hand.
Was einen bitteren Beigeschmack hat, sind die paar Tracks, die er nicht selbst geschrieben hat, auf einer Soloplatte ist es doch bessser sein eigenes Material raufzunehmen. Zudem finde ich es schade, dass er nicht auf allen Stücken die Drumsticks geschwungen hat, denn sein Stil macht die Stücke einzigartig...
Denoch ist dieses Album für den uneingenommenen Hörer ein Genuss auf höchster Ebene, man darf nur eben nicht Rock n Roll erwarten, und ich als großer KISS-Fan kann sagen, das Album ist spitze!! Unbedingt kaufen!!
Cristoph Knuth