Wer nach Südamerika will, muss nach Peru. Das Land ist eine einzigartige Schatzkammer unterschiedlicher, abfolgender und sich zeitlich überlagernder Hochkulturen zwischen 3000 v. Chr. und dem Auftauchen der Spanier unter Francisco Pizarro im Jahr 1532. Die Inka kennt jeder, aber über die vielen vorausgehenden Kulturen, Sechín, Chavín, Paracas, Nazca, Moche, Tiwanaku und Huari hat man bislang erst wenig erfahren. Hier kann man leicht den Überblick verlieren. Der neue Peru-Band aus dem Sebra-Verlag sorgt dafür, dass dies nicht geschieht. Routiniert und präzise führen die Autoren Braune/Semper die Besucher durch das abwechselungsreiche, wild zerklüftete Land, anhand praktischer Tipps und Routenbeschreibungen. Nicht nur für Cuzco, Machu Picchu und das Heilige Tal der Inka finden sich ein Fülle an Hinweisen zu Unterkünften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Auch abgelegene, aber dennoch besuchenswerte Ziele werden umfassend dargestellt. Kuélap, das 'Machu Picchu des Nordens' wird eingehend vorgestellt ebenso wie die Provinz Ayacucho mit dem archäologischen Komplex Huari. In einem einführenden Kapitel erfährt man allerhand Wissenswertes über die politischen wie kulturellen Zusammenhänge des aktuellen Perus, so auch zu der Frage warum die Indigenen anders als im Nachbarland Bolivien nicht die dominierende politische Kraft im Lande sind und den Präsidenten stellen, denn das politische Gewicht Perus liegt seit Kolonialzeiten in der Hauptstadt Lima.
Insgesamt ein durchweg überzeugender, streckenweise glänzender Band, dem ein gelungenes Konzept zugrunde liegt. Ich wünsche mir weitere solcher Titel des Verlages zu lateinamerikanischen Ländern.