Der Reise Know-How Führer hat uns auf unseren Reisen nach Süd- und Nordperu in 2003 und 2004 zufrieden stellende Dienste geleistet.
Pluspunkte sind unserer Einschätzung nach:
+ praktischer Nutzen der allgemeinen Landesinformationen
+ interessante Hintergrundinformationen ohne die aufgeblasene Sprache, die in manchen sog. "Kultur"-Reiseführern zu finden ist.
+ den Beschreibungen der Busverbindungen - und Zeiten haben wir in der Reiseplanung voll vertraut und sie haben sich als weitestgehend richtig erwiesen. Dadurch konnten wir unsere begrenzte Zeit sehr gut ausnutzen.
+ die Informationen zu Höhenanpassung und den Treks fanden wir als Nicht-Alpinisten sehr hilfreich.
Zu folgenden Punkte bez. Unterkunft und Essen/Trinken hatten wir allerdings das Gefühl, etwas im Stich gelassen zu werden.
- Die Beschreibung der Unterkünfte ist derart, dass uns eine Wahl nach persönlichen Kriterien, die über das Budget hinausgehen, schwer fiel. Beispiel: Aus der Beschreibung "märchenhaftes Kolonialhaus" (stimmte ja), konnten wir nicht entnehmen, dass dafür ein modriger Geruch im Zimmer, ein Rinnsaal aus der Dusche und nachts dumpfes Gedröhne aus einer nahe liegenden Disko in Kauf zu nehmen ist. Diese Dinge halten wir aber für grundlegend. Fazit: es fehlte eine vergleichbare Basisbeschreibung.
- Die Auswahl der Restaurants erschien uns als eher zufällig. Was bedeuten Adjektive wie "empfehlenswert" oder "gut" ? Freundliche Bedienung, landestypische Atmosphäre oder große Portionen ? Wenn zudem weder die Restaurants noch (in vielen Fällen) die entsprechende Strasse im Stadtplan gekennzeichnet sind, sollte das Restaurant gar nicht erst erwähnt werden, da das Wort "gut" eine u. U. lange Taxifahrt nicht rechtfertigt.
- Vielleicht wäre eine Einteilung nach Preisklassen hilfreich. Das Wort "teuer" ist relativ. Im Vergleich zu D-Land fanden wir alles preiswert.
- Es ist unwahrscheinlich, dass nur von in einem Reiseführer genannten Adressen "gute" Dienstleistungen erbracht werden. Ziel eines Reiseführers sollte es sein, Adressen vorzustellen, die dem Urlauber besondere, seine Reise bereichernde Erfahrungen bringen könnten. Ein auf Individualreisende ausgerichteter Reiseführer sollte sich diesem Anspruch stellen. Sonst kann man einfach den Taxifahrer fragen oder einen x-beliebigen Ort aufsuchen.
Trotz der Kritikpunkte haben wir diesen Reiseführer einigen anderen vorgezogen, darunter Lonely Planet und Guide du Routard. Vielleicht ist er für Peru und Bolivien dennoch die beste Alternative, die es z. Zt. für Individualreisende gibt.