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Führungskräfte und Ihre Multiplikationsfunktionen, 23. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Personale Entwicklungsprozesse im Management.360-Grad-Feedback und Coaching von Führungskräften.Internationale Hochschulschriften, Bd. 393 (Broschiert)
Die Autorin stellt - ausgehend von einem historischen Abriss der Entwicklung von Organisation, dar, wie sich die Vorstellungen von der betrieblichen Weiterbildung im 20. Jahrhundert mehrfach änderten. Im Übergang vom 20. in das 21. Jahrhundert wird dem Sektor der beruflichen Weiterbildung mehr Bedeutung zugemessen. Damit geht die Anforderung an Erwachsenenlerner einher, ihre „Handlungskompetenz" kontinuierlich weiter zu entwickeln. Mein besonderes Augenmerk richtet sich auf die Personalentwicklungsprozesse und hier insbesondere auf das spezifische Segment der betrieblichen Weiterbildung. Hier handelt es sich um die Führungskräfteentwicklung in Profit-Organisationen. M. Wegner arbeitet heraus, dass Führungskräfte in Organisationen bedeutende Multiplikatorenfunktionen wahrnehmen, da diese zum einen die „Unternehmenskultur" nach innen und außen repräsentieren und zum anderen mit der Art und Weise, wie sie ihre Führung gestalten, einen bedeutenden Einfluss auf das Arbeitsklima und den Handlungsspielraum der Mitarbeiter nehmen. Auch die Führungsgrundsätze eines Unternehmens bilden eine Bezugsgröße für die Wahrnehmung von Möglichkeiten und Grenzen von Führungskräftehandeln. Mitarbeiter werden zum Mitwissen, Mitdenken und Mithandeln aufgefordert, weil sie als bedeutende und sensitive Ressourcen jeden Unternehmens begriffen werden müssen. Ihnen wird in dem Zusammenhang eine Motivation zur „Selbstentwicklung" unterstellt. Diese Erwartungen implizieren gleichzeitig, dass Führung von Mitarbeitern in einer speziellen Art und Weise stattfinden muss. Denn Führung will vorrangig kooperativ und partizipativ verstanden und gehandhabt werden. Aufgaben und Verantwortung sollen diesbezüglich so weit wie möglich an alle Mitarbeiter delegiert werden, um deren Verantwortungsbereich und Handlungsspektrum zu erweitern. „Solche Grundsätze, nach denen eine Führungskraft auch als Förderer für ihre Mitarbeiter agiert, entsprechen dem „Human-Ressourcen-Ansatz" der Organisationslehre." Die Autorin stellt sich stellvertretend für andere aus wissenschaftlicher Sicht die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen der Forderung sogenannter personaler und sozialer Kompetenzen im Rahmen der betrieblichen Weiterbildung. Und so thematisiert sie die Frage der Nützlichkeit der in diesem Bereich eingesetzten und allgemein hin als erfolgreich bewährten Methoden und Maßnahmen.
Ich begegne in diesem Buch einem innovativen Forschungskonzept für den Bereich der beruflichen Weiterbildung, das sich speziell auf die Führungskräfteentwicklung konzentriert. Die Autorin stellt Fragen zur Entwicklung personaler und sozialer Kompetenzen erwachsener Mitarbeiter, die zum einen individiumbezogen und zum anderen organisationsbezogen von ihr untersucht werden. Mit großem Interesse las ich von der Autorin das für Führungskräfteentwicklung von ihr in 360°-Feedbackverfahren entworfene und eingesetzte sowie ein Coaching für Führungskräfte als zwei einander ergänzende Instrumente. Sie evaluierte beide Instrumente mittels eines multimethodalen Ansatzes. Auf diese Weise ermöglichte sie sich selbst, sowohl qualitative als auch quantitative Daten zu erheben und für personale Entwicklungsprozesse, zur Diagnose, Intervention und Evaluation bereitzustellen. Wir griffen die von M. Wegner herausgearbeitete Methode zur Entwicklung des Forschungsinstrumentariums in uns vor der Tür stehenden Forschungsarbeiten auf.
Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
- Personal und Organisationsentwicklung
- Führungskräfteentwicklung
- Genese wissenschaftlicher Ansätze der Organisationstheorie
- Führung von Menschen in Organisationen
- Paradigmenwechsel in der Führungsforschung
- Förderung „beruflicher Handlungskompetenzen" als Lösungsansatz
vom Umgang mit Komplexität
- Inhaltliche und methodische Aspekte der Entwicklungen des Fragebogens
- Multiple Fallstudie
Für die erew BIBLIO-KOM Dr. Karl-J. Kluge
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