Um die Besonderheiten der Personalbeschaffung, die sich aus den chinesischen Umweltfaktoren ergeben, herauszuarbeiten, wurde das chinesische Umfeld ausführlich beschrieben. Dabei wurde auf personalspezifische Umweltfaktoren eingegangen. Natürliche Gegebenheiten, Denk- und Kommunikationsformen, der Bildungsstand, Wertvorstellungen, soziale Bindungen und Beziehungen, rechtliche Normen und die Bedingungen am Arbeitsmarkt spielen dabei eine Rolle.
Die Einflüsse der chinesischen Umweltfaktoren auf Qualifikationsanforderung, Rekrutierungsquelle, Rekrutierungswege und Personalauswahl werden mit Hilfe der Experteninterviews ausführlich analysiert.
Mit dem Beitritt zur WTO wird ein weiterer positiver Effekt auf die Wirtschaft erwartet. In einigen Branchen, z. B. im Bankensektor, wird es durch den Markteintritt ausländischer Firmen zu einer starken Konkurrenz kommen auch um qualifizierte Mitarbeiter. Durch die Schließung unwirtschaftlicher Staatbetriebe steigt zwar die Anzahl der Arbeitssuchenden; dies wird aber keine Auswirkungen auf das knappe Angebot an hochqualifizierten Mitarbeitern haben.
Das Ergebnis der Experteninterviews hat gezeigt, dass obwohl die Instrumente der Personalrekrutierung in FIEs langfristig gesehen durch vermehrte ausländische Investitionen, steigende Konkurrenz der chinesischen Unternehmungen und professionelles Bewerbungstraining allmählich standardisiert werden, spielen insbesondere bei der Erstellung von Anforderungsprofilen und bei der Beurteilung der Eignung von Kandidaten chinesische Umweltfaktoren weiterhin eine große Rolle. Die westlichen Managementmethoden können nicht einfach auf China übertragen werden. Sie müssen dem chinesischen Umfeld angepasst werden. Daraus können Synergieeffekte entstehen.