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Kundenrezensionen

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am 29. Dezember 2008
das vorliegende Buch von Tom Holland hat gleich mehrere Vorzüge. Als erstes muss man seinen Schreibstil nennen, der sich in angelsächsischer Tradition wohltuend von dem doch manchmal sehr drögen Stil der deutschen Historiker unterscheidet. Dann sicher der Gegenstand selbst, denn es gibt nur wenige historische Ereignisse über die soviel Interessantes zu berichten wäre. Weiterhin ist das Buch durchgehend mit gutem Kartenmaterial ausgestattet, welches erlaubt die Geschehnisse leichter nachvollziehen zu können.

Das Buch trägt seinem Titel Rechnung indem der Autor zu Beginn sehr detailliert (so gut dies bei dünner Quellenlage möglich ist)über die Entstehung und Entwicklung des persischen Reiches informiert. Hierbei wird auch auf die kulturellen Eigenheiten und Entwicklungen eingegangen, wobei die politischen Geschehnisse allerdings dominieren. Dies ist aus meiner Sicht auch eben sehr interessant, da die griechische Seite recht gut beleuchtet ist während es zu den Persern eigentlich nur sehr nachgeordnet Informationen gibt. Ein wichtiger Aspekt und Vorzug ist, dass der Autor versucht, bei aller farbenfroher Schilderung neutral zu bleiben und weder den Griechen noch den Persern mehr an Sympathie einräumt. Der erste Teil des Buches behandelt kulturelle und politische Entwicklungen in Persien sowie Sparta und Athen. Sie führen zum 2ten Teil des Buches hin, der den Ablauf des Konfliktes zwischen Persien und den beiden Stadtstaaten zum Inhalt hat. Auch hier handelt es sich um einen um fairness bedachten Teil wenngleich der Autor eben doch herausarbeitet warum den Griechen bei aller Ungleichheit in der Ausgangsposition Ihre Siege in den Schlachten bei Marathon über den Thermopylen (wenn man diese als Sieg werten mag), Salamis und Palatei, erringen konnten.
Man muss klar hervorheben, dass dieses Buch Geschichte berichten will und sicher keinen neuen wissenschaftlichen Impuls setzen will/kann. Wer aber eine gut geschriebene Abhandlung über die Ereignisse lesen möchte, ist hier richtig! Einen Stern Abzug gebe ich eher wegen des doch relativ hohen Preises, der nicht wirklich durch wissenschaftlichen Inhalt oder der Aufmachung rechtzufertigen und somit etwas überzogen ist.
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am 18. Januar 2009
Der Titel "Persisches Feuer" klingt eigentlich ja eher nach leidenschaftlichem Liebeskitsch unter Palmen. Aber genau das ist das Gute an Hollands Buch - es ist außerordentlich lebendig und flüssig geschrieben!

Sowohl die Kultur der Perser, als auch der Griechen (insbesondere Spartaner und Athener) wird einfühlsam dargestellt - es entwickelt sich eine flüssige Erzählung, die von zahlreichen Karten ergänzt wird und nur manchmal durch unnötige Ausschweifungen in Details unterbrochen wird. Nach dem Buch hat man unweigerlich das Verlangen sich den Film "300" nochmal anzusehen.

Der Grund, warum ich nicht die volle Bewertung gebe, ist, dass Holland im Prinzip einfach Herodot und anderen Quellen übersetzt und kaum eigenes einwirft. Er erzählt die Geschichte so wie die Perser oder die Griechen und erwähnt dabei als Neutraler immer nur in verschiedenen Satzvariationen, mal stärker in Frage stellend, mal schwächer: "... ganz so ist es wohl nicht gewesen, aber so ähnlich ...". Er relativiert, wenn er der Meinung ist es handelt sich um griechische und persische Propaganda, aber es gibt kaum eigene oder neue Erkenntnisse. Nur bei ganz wenigen Stellen korrigiert er die klassischen Quellen (etwa dass die persische Armee nicht 1,7 Mio. Mann stark war wie die Griechen behaupteten, sonder um die 250.000).

Manchmal erinnert mich das Buch aber auch ein wenig an den großväterlichen Zugang zu Geschichte, die sich nur an Personen aufhängt. Das hat mich am meisten gestört und das sind auch die größten Schwächen des Buches, wenn Holland abgleitet in die Beschreibung irgendwelcher Randfiguren. Zum Glück passiert es nicht oft - aber Holland bietet Personen- und Schlachtengeschichte.

Das Buch ist also sehr gut geschrieben, bringt einen Klassiker der Geschichte spannend in Buchform - ist aber kein historisches Werk, mehr eine moderne Nacherzählung der bekannten Story!
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am 15. Mai 2016
Marathon, Thermopylen, Salamis, Plataiai - Namen bzw. Orte von vier berühmten antiken Schlachten, die für die kulturelle Entwicklung Europas von großer Bedeutung waren. Doch welche Geschichten, Taten und Schicksale stehen damit in Zusammenhang? Wie war es möglich, dass das Persische Großreich - die erste Supermacht der Menschheitsgeschichte - ausgerechnet im völlig zerstrittenen, provinziellen Griechenland gestoppt wurde?

Im Buch "Persisches Feuer - Ein vergessenes Weltreich und der Kampf um Europa" schildert der routinierten Autor Tom Holland die Vorgeschichte, die Hintergründe und den Verlauf der sogenannten Perserkriege. Konzentriert er sich zu Beginn noch auf die Geschichte und den Staat der frühen Perser, so vollzieht er bereits nach 91 (von 463) Seiten einen Totalschwenk und erläutert nun zuerst die Besonderheiten der athenischen sowie der spartanischen Gesellschaft (wer hätte etwa gedacht, dass Spartanerinnen für ihr blondes Haar berühmt waren?), bevor er zur eigentlichen Darstellung des Krieges und seiner politischen Rahmenhandlung übergeht. Wohl aufgrund der einseitigen Quellenlage wird hier vor allem die griechische Sichtweise wiedergegeben, welche kurz umrissen wie folgt aussieht: Nachdem die beiden persischen Großkönigen Dareios I. und Xerxes I. bereits die griechischen Stadtgründungen an der Mittelmeerküste Kleinasiens (=Ionien) unter ihre Oberhoheit gezwungen haben, soll nach einem Überschreiten des Bosporus endlich auch das griechische Mutterland zu einer Satrapie (=Provinz) Persiens gemacht werden. Sehr eindrücklich wird in diesem Zusammenhang geschildert, wie sich die Schlinge um den Hals Griechenlands immer enger zieht, während dort nicht nur die einzelnen Städte unablässig miteinander zanken, sondern auch die einflussreichen Familien innerhalb dieser Städte gegeneinander intrigieren und dabei selbst vor Hochverrat nicht zurückschrecken. Trotzdem schafft es in diesem Durcheinander der schlaue Athener Aufsteiger Themistokles eine Koalition zu schmieden sowie eine großes Flottenbauprogramm einzuleiten. In Folge wird er zum Retter Griechenlands, wenn nicht sogar des gesamten europäischen Abendlandes. Und doch treiben ihn die Athenern an seinem Lebensabend mittels Scherbengericht in ein unrühmliches Exil, in dem er sich aus Verbitterung mit den einstigen Todfeinden - den Persern - einlässt.

Ein interessante Randnotiz: Wer den Film "300" gesehen hat, dürfte in diesem Buch manch Detail wiedererkennen - allerdings ergänzt um viele interessante historische Zusatzinformationen: Als etwa einige persische Gesandte von den Spartanern kurzerhand in einen Brunnen geworfen wurden, nachdem sie als Unterwerfungsgeste für ihren Großkönig "Erde und Wasser" gefordert hatten, rief man ihnen angeblich noch höhnisch hinterher, im Brunnen finden sie die Erde und das Wasser, wegen derer sie von so weit gekommen seien. Doch nicht nur die Spartaner missachteten die diplomatischen Gepflogenheiten, vielmehr wurden ungefähr zur gleichen Zeit auch die Mitglieder einer zweite persischen Gesandtschaft in Athen umgebracht. Die Athener versuchten ihre Tat freilich durch eine formelle Gerichtsverhandlung in ein Mäntelchen der Legalität zu kleiden...
Und wer sich fragt, welcher wilde Affe die Produzenten von "300" gebissen hat, als sie den persischen Großkönig Xerxes als Riesen in Szene setzten (ich wäre damals am liebsten schreiend aus dem Kinosaal gelaufen), erhalten hier ebenfalls einen Hinweis auf die vermutlichen Hintergründe dieser haarsträubenden Darstellung. Bei den Persern (und nicht nur bei ihnen) war es nämlich üblich, den eigenen Herrscher übergroß darzustellen - so auch auf einem bekannten Relief, das einen riesenhaften König beim Inspizieren von Kriegsgefangenen zeigt. Sehr wahrscheinlich war dies den Filmemachern - oder dem Comic-Buchautor, auf dessen Geschichte der Film eigentlich beruhte - bekannt, und man zog daraus eigene bzw. höchst phantasievollen Schlüsse.

FAZIT: "Persisches Feuer" ist ein informatives und zumeist sehr flüssig geschriebenes Buch. Trotzdem war ich versucht einen Stern abzuziehen, da man die Perser durchaus stärker in den Fokus der Betrachtungen hätte rücken können; der Titel suggeriert das auch fälschlicherweise.
Wen dieser Mangel allerdings nicht übermäßig stört, der bekommt hier vermutlich die packendste Darstellung der legendären Perserkriege geboten, die es zurzeit auf dem Büchermarkt gibt. Überdies ist der Preis für die Taschenbuchausgabe sehr günstig.
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am 18. Dezember 2012
Der erste Satz von Tom Holland aus dem abschließenden Kapitel "Dank" charakterisiert das Buch recht gut: "Schon als ich sehr jung war, wollte ich unbedingt ein Buch über die Perserkriege schreiben." Jedem Leser sollte jetzt klar sein, was ihn in diesem Buch erwartet. Der Klappentext hat mich selber leider zunächst etwas in die Irre geführt, da ich ein Buch zur Geschichte des persischen Reiches erwartet hatte. Tatsächlich sind die "klassischen" Perserkriege mit den bekannten Schlachten von Marathon, den Thermopylen und Salamis das Kernthema des Buches. Wer dazu bisher nur wenig oder nichts gelesen hat, erhält mit diesem Buch einen flüssig und verständlich geschriebenen Überblick. Der sich allerdings nach dem ersten Drittel oft in verwirrenden Details verliert, wodurch der Gesamtüberblick leidet.

Der Einstieg in das Thema erfolgt auf den ersten 100 Seiten mit einer Beschreibung der Entwicklung und des Aufstiegs des Perserreiches. Das gelingt dem Autor sehr übersichtlich, interessant und gut strukturiert. Er bietet einen faszinierenden und weitgehend unbekannten Blickwinkel auf die Geschichte des damaligen Vorderen Orients. Sehr spannend zu lesen waren die Teile über die Bedeutung der unterschiedlichen Teile des Reiches für den persischen König. Hier werden ganz andere Bedeutungsschwerpunkte erkennbar, als sie die europäische Geschichtsschreibung üblicherweise setzt.

Dann schwenkt Holland recht abrupt um und betrachtet die griechische Sicht. Zunächst die beiden Städte Sparta und Athen, danach den Verlauf der kriegerischen Auseinandersetzung mit Persien. Alles sehr akribisch, sehr detailliert und eben mit den "klassischen" Schwerpunkten: spartanische Könige und Militärs, athenische Herrscher, griechische Städte und Kolonien, die griechische Gesellschaft in Ionien. Ich habe es so empfunden, als ob sich der Blick des Buches von den Weiten Vorderasiens auf die kleinteiligen Landschaften Griechenlands verengen würde. Bei der schwierigen Quellenlage ist dieses Vorgehen sicher verständlich, ließ aber bei mir schnell das Gefühl aufkommen, eine, wenn auch nur vage bekannte, so doch grundsätzlich schon bekannte Geschichte zu hören. Diese Geschichte erzählt der Autor dafür auch bis zum Ende, bis zur Schlacht von Salamis und dem folgenden griechischen Gegenangriff. Irgendwann ist der Krieg zu Ende, Griechenland steht nicht unter persischer Herrschaft, aber den persischen König scheint dieser Misserfolg auch nicht sonderlich zu interessieren. Hier wäre wieder ein Rückschwenk auf die persische Sicht sehr hilfreich gewesen, um einordnen zu können, welche Auswirkungen die verlorenen Perserkriege auf dieses Großreich hatten. Mit dieser unbeantworteten Frage hat mich der Autor leider alleine stehen lassen.

Die grobe Struktur des Buches ist an der Chronologie der Perserkriege ausgerichtet. Gerade innerhalb der Kapitel zu den griechischen Städten kann Holland jedoch über große Zeiträume springen und greift gelegentlich der Kriegschronologie weit vor. Ich habe es oft als schwierig empfunden, die beschriebenen Ereignisse zeitlich richtig einordnen zu können ohne die chronologische Jahresabfolge am Ende des Buches zu nutzen.
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Ich hatte für meine Arbeit ein Buch über das Persische Weltreich der Antike gesucht und dieses gefunden. Ich wurde nicht enttäuscht. Der Aufbau folgt der chronologischen Abfolge, auch wenn erwähnt werden muss, dass die Griechen und ihre Geschichte einen großen Teil des Buches einnehmen (ohne die geht es nicht - siehe Perserkriege).
Der Aufbau: Am Anfang wird über das Mederreich und König Astyages geschrieben - also die Vorgeschichte der Perser. Schließlich folgt der Aufstieg dieses Reiches unter Kyros. Die Geschichte um Dareios kommt anschließend. Dann geht es natürlich zu den Griechen, um schließlich bei den Perserkriegen zu landen und somit auch bei König Xerxes (einer von Dareios' Söhnen).
Das Buch ist mit vielen Informationen gespickt. Allerdings werden deutsche Studienanfänger der Geschichte oder Geschichtsinterssierte, die normalerweise deutsche Autoren lesen, von der Art und Weise der Beschreibung überrascht sein. Im englischsprachigen Raum werden wissenschaftliche Geschichtsbücher und -artikel farbenfroher und unterhaltsamer geschrieben. Daher geht dieses Buch den Weg zwischen Fakten und unterhaltsamer Beschreibung der Vorgänge. Gerade deshalb ist dieses Buch auch für Nicht-Akademiker gut geeignet, die sich für die Geschichte des alten Persiens interssieren.
4 Sterne.
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TOP 1000 REZENSENTam 21. November 2008
Tom Holland zeigt den Aufstieg der Perser, Spartaner und Athener. Hier fällt besonders auf dass die Herrscher versuchen sich nach göttlichen oder mythologischen Quellen zu legitimieren. Die Entwicklung verläuft hierbei unterschiedlich. Persien gelingt es zum mächtigsten Flächenstaat seiner Zeit aufzusteigen. Griechenland hingegen ist ein Mikrokosmos, wo kleine Stadtstaaten sich nebeneinander entfalten, mit den dazugehörigen Spannungen. Letzteres erlaubt aber verschiedene Regierungsmodelle. So entwickelt sich Sparta zu einem professionellen militärischen Staat, Athen zu einer Demokratie.

Höhepunkte des Buches bilden die griechisch-persischen Kriege (Marathon, Thermopylen, Salamis, Plataiai), wo es den Griechen gelingt, die Perser zu besiegen. Allerdings bekriegen sich die Griechen später untereinander, was die spätere Vormachtrolle Makedoniens einleitet.

Die Geschichte des persischen Reiches ist wenig erforscht, respektiv gibt es wenig Quellenmaterial. Demzufolge sind Bücher über diese Kultur Mangelware. Hinzu kommt dass bei griechischen Quellen jeweils die Griechen hervorgehoben werden. Holland selbst idealisiert nicht immer die Griechen, sondern hebt die Grösse Persiens hervor.

Der Autor sieht in dem Sieg der Griechen einen Meilenstein in der Entwicklung Europas und der Entwicklung späterer Demokratien. Viele Aspekte in der Geschichte sind jedoch wichtig, welche zum heutigen Weltbild beigetragen haben, und die genannte Auseinandersetzung ist nur eine von vielen.

Das Buch ist gut geschrieben, lobenswert ist es dass der Autor die griechische und persische Kultur in einem Buch vorstellt. Man wünscht sich jedoch weitere Bücher zu dem Thema.
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am 6. Dezember 2011
Ich habe mich eigentlich sehr auf dieses Buch gefreut und wurde leider ein wenig enttäuscht. Zwar ist der Anfang über die Entstehung des Perserreichs sehr interessant und kann wirklich Neuigkeiten bieten, aber sobald die Griechen ins Spiel kommen, wechselt der Autor quasi die Seiten und erzählt die Geschichte aus griechischer Sicht. Da ist dann viel Bekanntes dabei und der Neuigkeitswert des Buches sinkt gewaltig. Ich hätte auch gerne mehr über den Untergang des Perserreeichs, vielleicht auch etwas über die Zeit des Hellenismus erfahren. Auch die Kontakte der Perser zu anderen Völker im Osten wären interessant gewesen. Insgesamt hat man das Gefühl, dass es sich der Autor bei der Recherche nicht allzu schwer machen wollte.
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am 2. Juni 2010
Es ist schon so, dass die angelsächsischen Historiker sich ganz besonders gut darauf verstehen, mit einer Mischung aus Fakten, Interpretationen und spannendem Erzählstil die Faszination für historische Ereignisse, Epochen oder Zusammenhänge in uns zu kitzeln. Bei Tom Holland und seiner Darstellung der Perserkriege muss allerdings gesagt werden, dass es notwendig ist, sich voll und ganz auf seinen Erzählstil einzulassen, um an den Geschehnissen jener faszinierenden Epoche wirklich teilhaben zu können. Damit meine ich, dass Holland durchaus nicht nur süffig und unterhaltsam zu schildern vermag sondern leider auch nicht vor epischen Schilderungen zurückschreckt. Dies betrifft vor allem die ersten rund 150 Seiten des Buches, in denen er krampfhaft versucht, uns Gesellschaften und Epochen zu schildern (Babylon, Sparta, Athen) über deren frühe Zeit die Quellenlage derart schlecht ist, dass jeder Historiker auf seine Imagination zurückgreifen muss. Und dies tut Holland denn auch ziemlich frech und unverblümt. Es handelt sich hier um Kapitel, wo der Autor weder Komplexität noch komplizierte Sätze scheut - und das schränkt den puren Lesegenuss denn auch merklich ein. Beisst man sich aber durch und erreicht diejenigen Teile des Buches, wo die imperialistischen Bestrebungen der Perserkönige im Zentrum der Schilderung stehen und die antike Welt sich langsam auf die unerbittlichen Schlachten um die Hegemonie in Griechenland zubewegt, wird man doch fürstlich belohnt. Jetzt, wo die Quellenlage besser und die Erkenntnisse gesicherter sind, erzählt Holland stringent und spannend. Der Showdown, Marathon, die Thermopylen und Salamis vermag der Autor so zu schildern, dass man hautnah dabei zu sein glaubt. Grosses Erzählkino, möchte man fast sagen.
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Der griechische Historiker Herodot schreibt, dass Astyages, König der Meder, mit Aryenis, der Tochter des lydischen Königs Alyattes, verheiratet wurde, mit der er eine Tochter, Mandane gehabt haben soll. Er soll von einem Traum geplagt worden sein, in dem Mandane so heftig urinierte, dass seine Hauptstadt, Ekbatana, davon überflutet wurde. Aus Furcht um seinen Thron gab er Mandane keinem Meder, sondern einem persischen Vasallenfürsten, Kambyses I. zur Frau. Kurz nach dieser Eheschließung hatte Astyage einen weiteren Traum: Aus Mandanes Schoß wuchs ein Weinstock, der ganz Asien überschattete. Als Astyages erfuhr, dass Mandane schwanger war, ließ er sie durch den Meder Harpagos bewachen, der das Kind nach der Geburt töten sollte. Harpagos führte dies jedoch nicht aus, was später seinem 13jährigen Sohn das Leben kosten wird ' die Rache des Astyages, nachdem er erfährt, dass sein Enkel lebt. Das wiederum ist für Harpagos der Anlass, sich mit dem Nachkommen seines Herrn gegen diesen zu verbünden. So entsteht von etwa 559 v. Chr. an unter Kyros II. das persische Großreich.

Herodot lobt Kyros als gerechten Herrscher, den seine Untertanen liebten und verehrten, ihn "Vater" nannten. Aischylos preist Kyros als friedenliebenden, besonnenen König, Xenophon widmet ihm eine achtbändige Monographie. Aristoteles charakterisiert Kyros später als Wohltäter, der den Völkern die Freiheit brachte.Das färbte auf seinen Schüler Alexander ab, der ihn ebenso verehrte und seine Expansionspolitik in ähnlichem Stil betrieb.

Auch die Bibel schildert Kyros, zumal als außerordentlich positiv. So heißt es bspw. in Jesaja 45, 1-3: "So spricht der HERR zu seinem Gesalbten, zu Kyrus, den ich bei seiner rechten Hand ergriff, dass ich Völker vor ihm unterwerfe und Königen das Schwert abgürte, damit vor ihm Türen geöffnet werden und Tore nicht verschlossen bleiben: Ich will vor dir hergehen und das Bergland eben machen, ich will die ehernen Türen zerschlagen und die eisernen Riegel zerbrechen und will dir heimliche Schätze geben und verborgene Kleinode, damit du erkennst, dass ich der HERR bin, der dich beim Namen ruft, der Gott Israels." Kyros II. hatte 539 v. Chr. Babylon erobert und so für eine erhebliche Verbesserung der Situation der im Exil lebenden Juden gesorgt. Er ordnete 538 v. Chr. den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem und die Rückgabe der geraubten Tempelgeräte an.

Als Kyros 522 v. Chr. starb, trat dessen Sohn Kambyses II. die Herrschaft an. Er war ein erfolgreicher Feldherr, blieb aber ansonsten weit hinter seinem Vater zurück. Er eroberte Ägypten und gliederte es in das Reich ein. Nach Kambyses Tod tauchte - der Legende nach - ein Mager namens Gaumata auf und behauptete, Bardiya, der verstorbene Bruder des Kambyses, zu sein. Dareios, zuvor Berater des Königs, hätte den Betrug entlarvt und dann selbst den Thron bestiegen. Holland hält es für möglich, dass Dareios selbst diese Geschichte verbreiten ließ, um einen Putsch zu verschleiern.

Welcher Religion die persischen Herrscher anhingen ist unklar. Bei Kyros ist sicher von einer monotheistische Ausrichtung auszugehen. Weit verbreitet war der Zoroastrismus. Auch hier verehrte man einen Schöpfergott - Ahura Mazda, der allerdings von anderen Gottheiten (Mithra, Anahita usw.) unterstützt wurde. Ahura Mazda, der das Gute verkörperte, hatte einen Gegenspieler, der das Böse verkörperte - Ahriman. Im Zoroastrismus galt die Schrift Avesta als heilig. Götterstatuen gab es nicht - dafür Feuertempel. Die heilige Flamme durften nie verlöschen, sie symbolisierte die Gottheit. In der Praxis war die Religion nicht frei von Obskuarantismus und zwanghaft anmutenden Ritualen. Andererseits war man von hohen Idealen beseelt. Als tugendhaft bzw. wünschens- und erstrebenswert galten Wahrhaftigkeit, Redlichkeit, Weisheit, Unabhängigkeit durch Besitz oder Macht, Gesundheit und langes bzw. ewiges Leben. Dem Autor zufolge stand unbedingte Ehrlichkeit ' insbes. unter Kyros ' besonders hoch im Kurs. Aber auch sonst sei man im Volk überzeugt gewesen, dass man es durch Redlichkeit zu allem bringen kann. Nicht nur Gott oder Götter ' auch der König würde auf geheimnisvolle Weise auf besonders vorbildliche Menschen aufmerksam und nähme sie in seinen Dienst und belohne sie mit Reichtum und Würde.

Für die Persern waren die Griechen die schwierigsten Kantonisten ihres Reiches. Ständig lagen sie im Zwist miteinander, Betrug und Intrige bestimmten das Bild. Einerseits war man darüber nicht ganz unglücklich ' solange die Stadtstaaten untereinander verfeindet waren, bestand keine Gefahr einer Allianz gegen die Besatzungsmacht. Andererseits galten die Griechen als sehr schwer regierbar. Ihre Götterwelt und Mythen empfand man als abstoßend. Auch diese schien von Charakterlosigkeit, Hinterhältigkeit, ewigem Konkurrieren und Integrieren bestimmt zu sein. Welch ein Kontrast zu den gerechten Göttern der Perser.

Die Griechen Ihrerseits waren nicht gut auf die Perser zu sprechen und fühlten sich ihnen moralisch und geistig überlegen. Das hatte viel damit zu tun, was sie in Sardes, westlichste Metropole des Perserreiches und offenbar ein für die Perser eher untypisches Sündenbabel, erlebten. Hier frönte man u.a. dem Kult der Kybele, bei dem es immer wieder zu ekstatischen Auswüchsen übelster Sorte bis hin zur Selbstentmannung kam.

Gegen Ende des 6. Jh. v. Chr. kam es zu Aufständen der Griechen in Ionien gegen die persische Oberhoheit. Die dortigen Städte wandten sich mit dem Gesuch um Hilfe an die Brüder auf der europäischen Seite. Doch nur Athen und Eritrea sandten einige Schiffe und Soldaten. Dies war jedoch etwas, was die Perser nicht dulden wollten. Zehn Jahre später hatte Dareios eine Strafexpedition ausgerichtet. Bei Marathon ging man an Land. Das kam den Athenern nicht ungelegen ' sie ließen die Perser in den dortigen engen Schluchten auflaufen. Legendär ist der Lauf des den Sieg verkündenden Boten von Marathon nach Athen. Im Jahr 480 starteten die Perser unter Xerxes einen erneuten Feldzug.

Zur ersten Begegnung zwischen dem griechischem Bundesherr von schätzungsweise 5.000 Mann unter der Führung des Königs von Sparta Leonidas mit dem gigantischen, wohl um die 200.000 Mann starken Herr der Perser, kam es in der legendären Schlacht an den Thermopylen. Nachdem die Griechen ihre hoffnungslose Unterlegenheit erkannt hatten, entschloss sich Leonidas mit seiner 300 Mann starken Elitetruppe dem abziehenden Hauptheer den Rücken frei zu halten. Etwa 1000 Mann aus anderen Städten weigerten sich, ihn zu verlassen und waren entschlossen, mit den Spartiaten dem Tod zu begegnen. Die Situation schildert Holland im Buch wie folgt:

'Als Leonidas an der Spitze seiner kleinen Truppe Anfang August zur Sicherung des Passes an den Thermopylen eintraf, musste ihm mit Sicherheit das Beispiel jener Helden vor Augen stehen, die Jahrhunderte zuvor an jenem ersten großen Kampf zwischen Europa und Asien teilgenommen hatten. Aus den Homerischen Epen war ihm geläufig, dass die Götter, 'Vögeln gleichend, Lämmergeiern', bald unsichtbare Schatten über die Stellungen seiner Männer werfen würden. Immer wenn sterbliche Menschen ihren Mut in schwindelnde Höhen steigern und sich auf die Schlacht vorbereiten mussten, saßen die Mannschaften 'in dichten Reihen, von Schilden und Helmen und von Lanzen starrend', und sie wussten, dass sie ins Reich der Götter vordrangen. Man hätte sich kaum einen unheimlicheren Zugang dafür vorstellen können als die 'Heißen Tore'. Wasserdampf stieg aus den heißen Quellen auf, die man 'Kochtöpfe' nannte; sie hatten dem Pass seinen Namen gegeben. Die Felsen, über die das Quellwasser gurgelnd herunter rann, waren bleich und verformt wie geschmolzenes Wachs. Schwefelgeruch verbreitete sich dumpf und stechend in der heißen Sommerluft. Alles war fiebrig, staubig und eng.'

Was nun folgte, war der Stoff, aus dem man Heldenepen macht. Die Jahrtausende hindurch beschworen Feldherren mit Verweis auf jene Schlacht den Kampfgeist ihrer Krieger. Bei den US-Marines gehört die Geschichtsstunde bis heute zum Ausbildungs-Repertoire. Im Bewusstsein, dem Tod geweiht zu sein, verteidigten die Griechen den Pass, ermöglichten den verbündeten Hopliten den Rückzug und verschafften den Heeren im Hinterland Zeit, sich zu formieren. Herodot schrieb über die Schlacht: "Hier verteidigten sie sich bis zum letzten Mann, wer noch ein Schwert hatte, kämpfte damit, die anderen widerstanden mit Händen und Zähnen."

Im Seekrieg bei Salamis erlitten die Perser dann die entscheidende Niederlage. Nach den Schlachten von Plataiai und Mykale mussten sie sich ihr Scheitern im Jahr 479 schließlich endgültig eingestehen.

Sieben Jahre danach - im Jahr 472 v. Chr. während der Dyonysien in Athen wurde eine Tragödie des Aischylos aufgeführt. Sie handelte von dem kriegerischen Konflikt mit dem Großreich. Das kleine Athen hatte dem mächtigen Persischen Reich in der Seeschlacht bei Salamis eine empfindliche Niederlage zugefügt. Doch das Stück zeigt keine Häme - im Gegenteil. Der Chor betrauert die gefallenen persischen Kämpfer, ihre Witwen, ihre Söhne und Töchter. Er preist die mutigen persischen Feldherren. Doch es macht auch deutlich, worin der Dichter die Ursache der persischen Katastrophe sieht: Xerxes hatte sich in seinem Hochmut den Zorn der Götter zugezogen. Was diese getrennt hatten ' Europa und Asien, wollte der Persische Herrscher mit seiner Schiffsbrücke am Hellespont verbinden. Als Sturm und Wellen diese beim ersten Anlauf zerstörten, hätte er noch aus seinem Größenwahn erwachen können. Doch Xerxes verstieg sich sogar dazu, das Meer auspeitschen zu lassen. Der Bogen war endgültig überspannt. War dem König nicht größte Macht und maßloser Reichtum gegeben? Hätte er sich nicht begnügen können? Das Schicksal des Orients waren glorreiche Reichsbildungen, doch auch die Unterjochung der Völker. Für den Okzident so schien es, hatten die Götter eine andere Bestimmung: Freiheit!

In der Tat beurteilen Historiker den damaligen Konflikt als schicksalsträchtig. Wären die Griechen unterlegen, hätte sich das persische Reich auch über den Okzident ausgebreitet. Zentralismus hätte die mehr oder weniger demokratischen Städtekulturen erstickt und Europa wäre vielleicht nie zu dem geworden, was es heute ist.
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am 16. August 2011
Das Buch fängt sehr vielversprechend an. Die frühe Geschichte des persischen Reiches habe ich so noch nicht gelesen/gehört. Auch danach finden sich bei den Kapiteln über Sparta und Athen durchaus unteressante Neuigkeiten. Insgesamt ist das Buch flüssig geschrieben und angenehm zu lesen.
Irgendwann befällt eine dann aber im Laufe der Lektüre ein Deja Vu-Gefühl. Zu oft hat man schon die Perserkriege im Geschichtsunterricht durchgekaut. Der Neuigkeitsfaktor hält sich daher ab der Hälfte des Buches in Grenzen.
Für eine historische Abhandlung fehlen mir auch doch ein wenig die Originalzitate. Im Laufe der zweiten Hälfte des Buches befällt einen auch das Gefühl, dass die persischen Quellen nicht wirklich ausgeschöpft wurden. Bei all der Regulierungswut, die die Perser hatten, ist es schwer vorstellbar, dass das, was uns Holland bietet, wirklich alles sein kann. Vielleicht hätte er einen persichen Co-Autor benötigt.

Insgesamt ein nettes Urlaubsbuch, das aber doch einiges offen lässt und mich nicht vollends überzeugen kann. Daher 3 gut abgesicherte Sterne.
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