Der Titel "Persisches Feuer" klingt eigentlich ja eher nach leidenschaftlichem Liebeskitsch unter Palmen. Aber genau das ist das Gute an Hollands Buch - es ist außerordentlich lebendig und flüssig geschrieben!
Sowohl die Kultur der Perser, als auch der Griechen (insbesondere Spartaner und Athener) wird einfühlsam dargestellt - es entwickelt sich eine flüssige Erzählung, die von zahlreichen Karten ergänzt wird und nur manchmal durch unnötige Ausschweifungen in Details unterbrochen wird. Nach dem Buch hat man unweigerlich das Verlangen sich den Film "300" nochmal anzusehen.
Der Grund, warum ich nicht die volle Bewertung gebe, ist, dass Holland im Prinzip einfach Herodot und anderen Quellen übersetzt und kaum eigenes einwirft. Er erzählt die Geschichte so wie die Perser oder die Griechen und erwähnt dabei als Neutraler immer nur in verschiedenen Satzvariationen, mal stärker in Frage stellend, mal schwächer: "... ganz so ist es wohl nicht gewesen, aber so ähnlich ...". Er relativiert, wenn er der Meinung ist es handelt sich um griechische und persische Propaganda, aber es gibt kaum eigene oder neue Erkenntnisse. Nur bei ganz wenigen Stellen korrigiert er die klassischen Quellen (etwa dass die persische Armee nicht 1,7 Mio. Mann stark war wie die Griechen behaupteten, sonder um die 250.000).
Manchmal erinnert mich das Buch aber auch ein wenig an den großväterlichen Zugang zu Geschichte, die sich nur an Personen aufhängt. Das hat mich am meisten gestört und das sind auch die größten Schwächen des Buches, wenn Holland abgleitet in die Beschreibung irgendwelcher Randfiguren. Zum Glück passiert es nicht oft - aber Holland bietet Personen- und Schlachtengeschichte.
Das Buch ist also sehr gut geschrieben, bringt einen Klassiker der Geschichte spannend in Buchform - ist aber kein historisches Werk, mehr eine moderne Nacherzählung der bekannten Story!