1950 waren die meisten Entnazifizierungsprozesse bereits abgeschlossen, aber für diesen Roman hat Herr Zweyer die Prozessdauer ein wenig verlängert, wie er den geneigten Leserinnen und Lesern gegen Ende dieses Buchs netterweise mitteilt - in einem Anhang, der auch zu einzelnen Kapiteln noch weiterführende Informationen gibt.
Kommissar Peter Goldstein, der seine ganz persönliche Leiche im Keller hat nach den Ereignissen in "Goldfasan" und durch seine Arbeit als Kripoangehöriger im Dritten Reich allgemein, wird über einen Mordfall in einige Persilscheinbeschaffungen hineingezogen, die über das einfache Alibi-Geben hinaus gehen. Denn es gibt Kräfte, die ein Interesse daran haben, Altnazis mit wichtigen Informationen und Kenntnissen vor der Haft zu schützen - und diese Kräfte finden sich nicht nur in Deutschland.
Wieder einmal eine sehr gelungene Zeitdarstellung, die in ihrem Abschluss leider moralisch erschreckend realistisch erscheint. Lesenswert und neugierig machend auf weiterführende Informationen.