Oliver Bernets Soundtrack ist von der Instrumentierung als minimalistisch aber vom Standpunkt der musikalischen Bandbreite als reichhaltig zu beschreiben. Mal tief melancholisch, mal verpielt, mal nachdenklich. Ruhige Klavierpassagen wechseln sich mit getragenen Streichern begleitet von Flöten- und Gittarenklängen ab. Oliver Bernet weiß jeden Moment des Films auch in seiner emotionalen Bandbreite ansprechend zu begleiten und erweist sich als wichtige Komponente bei der Vermittlung des Gefühls, welches der Film treffend wiedergibt: Denn eigentlich ist Persepolis ein Film, der trotz einiger witziger Szenen, permanent seinen melancholischen Unterton beibehält. Dieses Gefühl weiß auch Bernet auf die Musik zu übertragen, so dass Musik und Film ein sich gegenseitig ergänzendes Paar ergeben. Doch funktioniert der Soundtrack auch sehr gut ohne den Film. Ich kann jedoch an dieser Stelle nur dazu raten, den Film vorher gesehen zu haben.
PersepolisNeben dem Perseplis-Thema (#1) hat es mir besonders "L'épopée d' Anouche" (#6) angetan. Beide Stücke spiegeln die melancholische Grundstimmung wieder. Ein sehr witziges Stück ist "Love and Hate" (#18), in dem Anfang und Ende einer Liebesbeziehung wunderbar musikalisch verarbeitet werden. Bei "Flower Power"(#17) ist der Name Programm. Sehr schön ist die Interpretation von "Eyes of the Tiger", welches von Chiara Mastroianni wunderbar vertont wurde. Selbige Dame hatte im französischen Original die Hauptfigur gesprochen. Im Gegensatz zur Filmversion darf sie jedoch zeigen, dass sie tatsächlich singen kann.
Um es auf den Punkt zu bringen: Persepolis ist ein ungewöhnlicher, ungewöhnlich spaßiger und schöner Soundtrack, der sowohl durch seine musikalische Qualität als auch durch seinen Abwechslungsreichtum überzeugt. Wer den Film kennt und mochte, sollte sich den Soundtrack unbedingt mal näher anschauen.
Ein Source-Track wie "Master of Monster" beziehe ich in die Wertung nicht mit ein, er steht lediglich für sich steht und ist sehr geschmacksabhängig ist. Mein Fall ist es nicht. Für mich fällt er aus dem Gesamtkonzept etwas heraus und wird auch deswegen beim regelmäßigen Hören schlicht übersprungen.
Zur Soundqualität: Ich habe keine Ahnung, mit welchen technischen Schwierigkeit mein Vorrezensent zu kämpfen hatte, denn die hier beschriebenen Mängel kann ich in keiner Weise bestätigen. Die Soundqualität ist über alle Zweifel erhaben und sollte in keiner Weise den Hörgenuss beeinträchtigen.