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Buchnotiz zu : Die Zeit, 29.04.2004
Marjane Satrapi ist im Iran geboren, hat als Kind linker Intellektueller die islamische Revolution erlebt, in deren Gefolge ihr Onkel hingerichtet wurde. Mit vierzehn schickten ihre Eltern sie aus dem Land, erst nach Wien, heute lebt sie in Paris. Von diesem Schicksal, von ihrer Kindheit im Iran erzählt sie in ihrem mittlerweile vier Bände umfassenden Comic-Roman (in dieser deutschen Übersetzung finden sich die ersten zwei in einem) . Satrapi nenne zwar, so der Rezensent Matthias Nass, Art Spiegelman ("Maus") als Vorbild, stilistisch aber habe Satrapi, die für diese Comics in Frankreich vielfach ausgezeichnet wurde, mit ihren "fast kindlich naiv anmutenden Bildern" eine ganz eigene Handschrift gefunden. Und so heftig sie die iranischen Mullahs in ihrem Comic attackiere: der Patriotismus der Iranerin sei ganz und gar unverkennbar. Die Übersetzung des offenkundig großartigen Bandes, das vergisst der Rezensent nicht zu erwähnen, ist gleichfalls "sehr gelungen".
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Kurzbeschreibung
"Ich erzähle die große Geschichte anhand der kleinen Geschichte", sagt Marjane Satrapi, die wegen des iranisch-irakischen Kriegs von ihren Eltern nach Wien geschickt wurde. Nach vier Jahren kehrt sie aus Heimweh nach Teheran zurück und wird dort mit dem täglichen Grauen des islamischen Regimes konfrontiert. Nachdem sie Kunst studiert und geheiratet hat, beschließt sie, Land und Mann zu verlassen, um nach Europa zurückzukehren. Marjane Satrapi lebt heute in Paris. Und zwischen den Welten.