In der vorliegenden Schrift wird eine zentrale Hoffnung erlebnisbezogener Maßnahmen empirisch untersucht. Und zwar die Frage, ob und wie Outdoor-Aktivitäten zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen können. Das Ganze wird im Rahmen eines Projektes aufgezeigt, in dem Sportwissenschaftler der Universität Wien mit der Bewährungshilfe Wien zusammengearbeitet und sozial Benachteiligte betreut und unterstützt haben. In dem Buch wird die Planung und gleichzeitige Evaluation von erlebnispädagogischen Maßnahmen anschaulich dargestellt, weshalb in diesem Zusammenhang auch die besondere Brückenfunktion auffällt, die das Buch zwischen Theorie und Praxis einnimmt. Dabei wird jedoch der Charakter eines klassischen Projektberichts immer wieder aufgebrochen, denn in die Buchkonzeption fließen immer auch die Ergebnisse aus Literaturanalysen zum Thema ein (z. B. 2. Kapitel: Theoretische Grundlagen von Outdoor - Konzepten).
Der forschungsmethodische Teil wird in einem siebten Kapitel ein stückweit hinten angehängt und als Metareflexion und Diskussion der in den Kapiteln 3 bis 6 eingesetzten Erhebungs- und Auswertungsverfahren verstanden. Die Forscher haben hier durchgängig auf qualitative Forschungsverfahren (Interviews und Beobachtungen) gebaut, was sich letztlich auch auf die im achten Kapitel zusammengefassten Konsequenzen (Thesen, Chancen und Illusionen) auswirkt. Diese spiegeln vor allem die konkreten Erfahrungen der Projektleitung wieder und verbleiben hinsichtlich generalisierbarer Aussagen vergleichsweise offen. Das Buch besticht durch das gelungene Abstimmen zwischen der sorgfältigen Darstellung von konzeptionellen Bausteinen erlebnispädagogischer Maßnahmen und dem gleichzeitigen Bemühen um eine wissenschaftlich basierte Evaluation. Aus diesem Grund werden (Erlebnis-)pädagogen, die die von ihnen verantwortete Praxis systematisch hinterfragen und hinsichtlich der vermuteten und erhofften Wirkungen überprüfen möchten, in diesem Buch viele brauchbare Anregungen für die Planung und Auswertung ihrer Projekte finden.