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Perry Rhodan - Der Posbi-Krieg 4: Der Milliardenmörder [Taschenbuch]

Hubert Haensel


Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

Februar 2007
Perry Rhodan: Die erfolgreichste Science-Fiction-Serie der Welt exklusiv bei Heyne

Nach dem überragenden Erfolg der PERRY RHODAN-Taschenbuchserien LEMURIA und PAN-THAU-RA nun der neue, in sich geschlossene Taschenbuchzyklus PERRY RHODAN: DER POSBI-KRIEG. Ein atemberaubendes Weltraumabenteuer in sechs Bänden – von den besten und beliebtesten Autoren der Heftserie exklusiv für Heyne geschrieben.

Perry Rhodan scheint am Ziel: Er erreicht den streng geheimen Zentralplaneten der positronisch-biologischen Zivilisation.



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Über den Autor

Hubert Haensel, Jahrgang 1952, zählt spätestens seit seinen umfangreichen Romanen um Reginald Bull und Alaska Saedelaere zu den beliebtesten Autoren von PERRY RHODAN. Neben PERRY RHODAN verfasste er auch Krimis sowie zahlreiche Fantasy- und Abenteuer-Romane.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es war schwül geworden. Drückend schwer erschien Perry Rhodan die Luft, als lege sie sich erstickend auf die Atemwege. Ohne sich dessen bewusst zu werden, fuhr er sich mit den Fingern unter den Kragen. Er schwitzte.
Der aufkommende Wind brachte den stechend-scharfen Geruch von Ozon, aber auch das Aroma regenschwerer Erde. Beides überdeckte die Ausdünstungen metallischer Legierungen und Chemikalien, die über dem Landefeld lasteten. In Minutenschnelle hatte sich die rote Riesensonne Blossom hinter hoch aufwachsenden Wolkentürmen verborgen, nur hier und da huschten noch fahle Lichtfinger über die Ebene.
Rhodans Blick wanderte über den weitgehend verlassenen Raumhafen. Eines der wenigen hier stehenden Schiffe, die RAPHAO, hatte Mondra und ihn gestern nach Fort Blossom zurückgebracht. Für den Weiterflug stand die HANSHAO bereit, ebenfalls ein vierhundert Meter durchmessendes Schlachtschiff, in dessen spärlich bemessenen Laderäumen mittlerweile die erste Fracht verschwand. Lastenschweber und Antigravplattformen lieferten Posbi-Aggregate an.
Am jenseitigen Ende des Hafengeländes brodelte Schwärze; dort war das Unwetter schon mit voller Wucht losgebrochen. Rhodan gewann den Eindruck, als rücke eine undurchdringliche Wasserwand näher.
Mehrere Schwebegleiter zogen über ihn hinweg und setzten unter dem Kugelrund der HANSHAO auf. In dem Bereich wimmelte es plötzlich von Technikern und Offizieren; verzerrt trug der Wind ihre Stimmen heran.
Befehlsfetzen … die Arbeitsgeräusche der vielfältigen Maschinen … Alles wurde von rollendem Donner übertönt.
Die Stimmung über dem Raumhafen ähnelte Rhodans Gemütslage: eine bedrückende Anspannung, die sich entladen musste, damit das Atmen endlich wieder leichter fiel. Für die Menschen des Imperiums Altera ging es um das nackte Überleben; einem massierten Angriff der Posbis würde keines ihrer über hundert besiedelten Sonnensysteme lange standhalten können.
Nicht minder erbitterte Gegner waren die Laren.
Nur mehr vage konnte Rhodan den Leichten Kreuzer erkennen, der Verduto-Cruz am Rand des Systems von einem larischen Troventaar übernommen und nach Fort Blossom gebracht hatte. Beide Seiten hatten sich während jenes Manövers um einen korrekten Ablauf bemüht, doch das war alles andere als ein Schritt hin zu gegenseitigem Verstehen gewesen, sondern bittere Notwendigkeit. Rhodan bezweifelte nicht, dass die Laren ebenso verbissen wie die Alteraner der Wachflotte darauf gewartet hatten, dass die Gegenseite einen Anlass bot, kompromisslos das Feuer zu eröffnen.
Das konsequente Vorgehen des Administrators kannte Rhodan zur Genüge. Goberto Ho hatte sich nicht gescheut, Mondra und ihn in Arrest zu nehmen. Der Mann mit den stahlgrauen Augen hielt die Geschichte vom Großadministrator des Solaren Imperiums weiterhin für eine abgefeimte Lüge. Andererseits fügte er sich zähneknirschend, weil Laertes Michou es so verlangte. Das Imperium Altera hatte nichts zu verlieren, wenn es in den wrackgeschossenen Fragmentraumer der Posbis investierte, sondern konnte dabei nur gewinnen.
Rings um Rhodan klatschten die ersten schweren Tropfen auf die Piste. Sekunden später brach der Platzregen los, aber die dampfende Nässe erreichte den terranischen Residenten nicht mehr. Im Nahbereich der HANSHAO waren Prallfelder entstanden, über die sich der Regen wie ein Wasserfall ergoss.
Die Verladearbeiten wurden davon nicht behindert. Rhodan schritt an den massigen Aggregaten vorbei. Es handelte sich um Energieerzeuger und Triebwerksblöcke aus einem Posbi-Wrack, das nicht sofort vernichtet worden war.
Die Alteraner arbeiteten hastig. Viele hatten verinnerlicht, dass ausgerechnet von Perry Rhodan ihr Überleben abhing. Falls es ihm und seinen Begleitern nicht gelang, die Hass-Schaltung der Posbis zu unterbinden, war das Schicksal der menschlichen Kolonie in Ambriador besiegelt. Die Roboterzivilisation unterwarf nicht, Ziel der positronischbiologischen Maschinen war, alle Intelligenzen auszulöschen, die für sie nicht das »Wahre Leben« bedeuteten. Das taten sie so kompromisslos und unbeirrbar, wie es Roboter eben tun konnten.
Sinnend blieb Rhodan vor einem monströsen Komplex stehen, den er als Linearkonverter identifizierte. Seine Miene verhärtete sich. Die Ähnlichkeit der Posbi-Technik mit terranischen Aggregaten war nicht zu übersehen. Sogar mehr als fünf Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt glichen ihre Linearkonverter für den überlichtschnellen Flug durch den Zwischenraum frappierend den Kalups von einst.
Selten hatte sich Rhodan so oft an die Vergangenheit erinnert wie in Ambriador. Die Zeit war keineswegs stehen geblieben, das tat sie nie, denn in dieser Hinsicht war sie gnadenlos, aber sie hatte Dinge konserviert und lebendig erhalten, die andernorts längst ihren Platz im Museum gefunden hatten.
Während der Regen auf die Piste trommelte und Blitze in die Prallfelder einschlugen, strich der Resident sinnend mit beiden Händen über den Stahl des Kompensationskonverters.
Damals …
Die Menschheit hatte sich gegen die etablierten Völker in der Milchstraße behauptet und nicht nur die Unabhängigkeit bewahrt, sondern war zu einem kleinen Sternenreich herangewachsen, dem Solaren Imperium. Er selbst hatte fasziniert die Auswirkung der potenziellen Unsterblichkeit an sich beobachtet, das Anhalten des Alterungsprozesses durch eine höhere Macht, nicht mit Hilfe eines implantierten Aktivatorchips wie heute, sondern aufgrund der ihm und seinen Gefährten gewährten Zelldusche. Alle Kraft hatte er darangesetzt, seinen Traum zu verwirklichen, Terra und die Terraner im Kosmos zu etablieren und die Menschheit weit hinauszuführen in eine Zukunft, die eines Tages das Paradies bringen musste.
Rhodan dachte zurück an die Druuf, in deren Universum die Zeit sehr viel langsamer verlaufen war als im Einstein-Raum. Von den Druuf stammte das Prinzip des Lineartriebwerks, das der Hyperphysiker Arno Kalup letztlich weiterentwickelt und zur Serienreife geführt hatte. Die zwangsläufige Folge dessen war der Griff nach der Nachbargalaxis Andromeda gewesen, und genau in jener Sturm- und Drangzeit, nur drei Jahre nach dem Sieg über die Meister der Insel, hatte ein schwerer Hypersturm die Siedlerschiffe nach Ambriador verschlagen.
Rhodans Hände berührten eine der Redundanz-Konsolen. Die Schaltroutine war nicht schwer zu ergründen. Er zögerte nur unmerklich, als er die holographischen Bereitschaftsanzeigen abrief.
Die autarke Energieversorgung der Peripherie war intakt.
Hatte er anderes erwartet als die in Sekundenabständen aufleuchtenden Funktionswerte? Eigentlich nicht, gestand er sich ein. Oder doch? Ein Hauch von Zweifel ließ sich nicht vertreiben. Staatsmarschall Michou folgte eigenen Plänen, das hatte er schon mit dem Entzug der Silberkugel bewiesen. Natürlich wollte er, dass Rhodan für ihn die Kastanien aus dem Feuer holte, also sorgte er dafür, dass die benötigte Ausrüstung zur Verfügung gestellt wurde. Mit funktionsunfähigen Linearkonvertern für die Posbi-BOX-1122-UM hätte er sich selbst einen schlechten Dienst erwiesen.
Rhodan atmete tief durch. Mondra war an Bord der HANSHAO gegangen, ohne den Ersatzaggregaten übermäßige Beachtung beizumessen. Sie zweifelte nicht daran, dass die Vorbereitungen reibungslos ablaufen würden. Für viele Alteraner war Perry Rhodan nach wie vor der Großadministrator des Solaren Imperiums, der die Menschheit entscheidend vorangebracht hatte – das unerwartet Fleisch gewordene Idol ihrer Stammväter. Ihn, der gekommen war, um zu helfen, behinderte man nicht. Man beraubte ihn höchstens seiner Rückkehrmöglichkeit in die Milchstraße, wie es der Staatsmarschall getan hatte, und zwang ihn kompromisslos zur Unterstützung.
Er hatte seinen Ärger darüber längst verdrängt. Michou war nicht das Problem, sein Verhalten wurde angesichts des seit mehr als einer Generation tobenden Vernichtungskriegs der Posbis gegen Altera durchaus...

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