Inhalt
Perry Mason ist ein mit allen Wassern gewaschener Rechtsanwalt. Ihm gelingt es vor Gericht häufig, die Unschuld fälschlich des Mordes Angeklagter zu beweisen. Dank der Unterstützung von Privatdetektiv Paul Drake und seiner Sekretärin Della, kann er immer wieder Hinweise zusammenzutragen, die während der Prozesse zu ganz anderen Ergebnissen führen als ursprünglich von der Staatsanwaltschaft beabsichtigt.
Bildbewertung:
Perry Mason ist Rechtsanwalt mit dem Spezialgebiet Strafverteidigung. In den Gerichtsverhandlungen gelingt es ihm regelmäßig nicht nur die Unschuld seiner Mandanten zu beweisen, sondern auch den wahren Mörder ausfindig zu machen. Unterstützt wird er dabei von seiner Sekretärin Della Street und dem Detektiv Paul Drake. Seine Gegenspieler ist der Staatsanwalt Hamilton Burger, der davon träumt, endlich einmal eine Verhandlung gegen Perry zu gewinnen und der Polizist Lt. Tragg, dem Mason am Tatort meist zuvorkommt.
Obwohl fast alle Fälle nach immer dem gleichen Muster gestrickt sind, wird die Serie nicht langweilig, da die Fälle selbst doch spannend und abwechslungsreich gestaltet sind und besonders die Verhandlungen, die in der Regel 30 Minuten nach Beginn der Folge beginnen, einen ganz eigenen Charme aufweisen: Die Verhörmethoden, Perrys Schlussfolgerungen und seine Art die Verhandlung an sich als Mittel zur Lösung des Falls zu verwenden sind faszinierend. Daneben sind auch die Charaktere interessant: Perry ist zwar die Titelfigur, wird aber nie zum sympathischen Helden, wie das in anderen Serien der Fall ist, sondern bewahrt zum Zuschauer wie zu seinen Mandanten immer ein gewisse Distanz. Außerdem ist er sehr in-sich-gekehrt, objektiv, rational und arbeitseifrig, sodass man zwar Sympathien für ihn hegt, man ihn sich aber nie als besten Kumpel vorstellen kann. Daneben gibt es noch den cool-gelangweilten Paul Drake und den giftigen Staatsanwalt Burger, der endlich einmal gegen Perry triumphieren möchte und keine Gelegenheit auslässt, zu zeigen, dass er ihn nicht leiden kann. Der etwas verschrobene Lt. Tragg steht ein wenig zwischen beiden und möchte vor allem in Ruhe seine Arbeit machen. Allen Figuren gegenüber kann man Sympathie aufweisen, doch wird man nicht unbedingt eine zum persönlichen Favoriten auserwählen.
"Perry Mason" reiht sich in die Reihe von Stoffen ein, die im 20. Jahrhundert in vielerlei Form erschienen und verarbeitet wurden. Dabei reicht Bekanntsheits- und Verbreitungsgrad natürlich nicht an Figuren wie Sherlock Holmes, Frankenstein, Superman oder Ebenzer Scrooge heran, doch wurde auch die Buch-Reihe von Erle-Stanley Gardner in Radio-Serien, Kinofilmen, mehreren TV-Serien und Comics verarbeitet. Die bekannteste Version dürfte diese qualitativ hochwertige Serie sein, die noch aus den Anfangstagen des Fernsehens stammt. Sie gilt mit 271 Folge als die längste und erfolgreichste "Jura-Serie". In Deutschland hielt sich der Erfolg in Grenzen, bedingt durch die Tatsache, dass zu Beginn der 60er, als die ARD die Serie hierzulande erstmals zeigte, Fernsehgeräte einfach noch nicht in heutigem Maß verbreitet waren und späterhin die Folgen im zweiten Programm der ARD, ARD 2, gesendet wurden, dass nur von den neusten TV-Geräten empfangen werden konnte. Zu Beginn der 90er zeigte dann Pro 7 die komplette Serie mit neuer Synchro und hier ging sie ein wenig im massenhaften "Revival" alter Serien unter. Paramount veröffentlicht die von CBS und Paisano produzierte Serie nun auf DVD.
Das Bild ist, wenn man die Entstehungszeit der Folgen bedenkt (1957-1958), sagenhaft! In glänzendem und scharfen Schwarz-Weiß kommen die Folgen daher und legen somit, die Vermutung einer Nachbearbeitung nahe. Dagegen sprechen allerdings in einige Folgen zu sehende kleine schwarze Flecken im Bild, die aber nicht stören und in keinem Vergleich zu anderem Material aus dieser Zeit stehen. Die Bild-Datenrate liegt bei etwa 6 Mbit/s.Insgesamt ist das Bild besser als man erwarten kann.
Extras gibt es keine, aber die Menügestaltung ist besonders positiv zu bewerten. Die verwendeten Fotos, sind zwar nicht unbedingt die besten, aber das "Re-Design" der Serie mit neuem Logo, Farben und Schrift ist gelungen.
Tonbewertung:
Auf den DVDs ist der Ton der Pro-7-Synchro von Anfang der 90er zu hören. Entsprechend klar und deutlich ist die Sprache in der deutschen Synchro. Oftmals führt dies zu einem Bruch zwischen Bild und Ton, dieser wird hier jedoch eher durch häufig auftretende A-Synchronität zwischen Bild undTon herbeigeführt, bei der es sich aber nicht unbedingt um ein technisches Problem handeln muss,sondern die wohl schon bei der Synchronisation selbst entstanden ist. Musik und die englische Originaltonspur sind freilich nicht so klar sondern eher gedämpft, aber freivon Rauschen oder Knacken.Interessant ist es Engelbert von Nordhausen als Stimme des ernsten und bestimmten Perry zu hören in einer Serie, die gleichzeitig zur "Cosby-Show" synchronisiert wurde, wo er ebenfalls die Hauptfigur sprach.
Gesamteindruck:
Eine großartige Serie, die das Genre Krimi zwar nicht neu erfindet und somit nicht zwangsweise in die Sammlung allgemein serien-interessierter Menschen gehört, dafür aber in keiner Sammlung echter Krimi-Fans fehlen darf. Besonders für welche die von der Machart morderner Krimiserien genervt sind und gerne auch eine ruhigere Serie schauen, in der die kriminlistischen Gedankenspiele noch im Vordergrund stehen. Die DVD-Veröffentlichung von Paramount ist rundum gelungen. Ausnahmsweise lässt sich sogar mit der "Halbstaffel-Politik" leben, da die erste Staffel der Serie 39 Folgen beinhaltet, also kanpp doppelt so viel, wie eine normale Serienstaffel.
Autor: Andi
www.Fernseh-Serien-Auf-DVD.de