Mit diesem 80er und 90er Jahre Markenzeichen-Schlachtruf beginnt Tyler das zweite für Geffen Records aufgenommen Album, kraftvoll und selbstbewusst, und das, obwohl Sie nach dem Flop von ,Done With Mirrors' wohl ziemlich unter Druck gestanden haben müssen. Der Erfolg des Collab-Remake von ,Walk This Way' mit Run DMC ein Jahr zuvor, dürfte ihnen aber doch soviel Schwung und Auftrieb verliehen haben, dass Sie sich hier wieder ordentlich am Riemen rissen.
,Hearts Done Time' ist ein fetziger opener, der wesentlich druckvoller daherkommt, als das gesamte Vorgänger Album, aber noch kein absolutes Highlight ist. Das leicht poppige ,Magic Touch' glänzt dann schon mit einem eingängigen Refrain und das eher langsame, aber mit großem Slide Riff und sich unwiderstehlich festsetzender lyrics-Hook ausgestattete ,Rag Doll' ist mittlerweile sowieso einer der ganz großen Aerosmith evergreens. ,Simoriah' kann das Niveau zwar nicht ganz halten, dafür wird man aber mit ,Dude' mehr als entschädigt. Poppige Anmutung und doch rockend - das Erfolgsrezept der späten Aerosmith Hits zog hier zum ersten mal.
Auf ,St. John' wird herrlich dem Südstaaten-Blues gefröhnt, ebenso wie auf ,Hangman Jury', einem der atmospährisch dichtesten und besten Bluesnummern, die die Band je aufgenommen hat, mit ganz toller Gesangsleistung von Tyler.
,Girl Keeps Coming Apart' beweist dann, dass die beiden Frontmänner auch noch ohne Songdoktoren in der Lage waren zwingende und kompromisslose Rocker zu schreiben.
Das maßgeblich von Desmond Child komponierte ,Angel' ist dann die Parade Feuerzeug Ballade und die erste jener Machart, der Aerosmith noch viele Hits verdanken sollten. Nur: ein wenig anbiedernd ist das halt schon - aber es funktionierte, denn der song wurde der bis dorthin größte Hit der Band in den USA.
Whitford meldete sich beeindruckend mit dem flotten Titeltrack als songwriter wieder zurück, das Beatles cover ,I'm Down' ist einfach nur fetziger Rock'n'Roll und der closer ,The Movie' ist ein gelungenes Instrumental von allen Bandmitgliedern im Jam komponiert, das das Album würdig ausklingen lässt.
Ein ganz starkes und gelungenes comeback, das Aerosmith als wichtige und bestimmende Kraft in den späten 80ern wieder etablierte und der damals populären Glam Metal Szene signalisierte: die Alten sind noch nicht abzuschreiben...
5 Sterne ohne wenn und aber für eines der besten Alben ihres zweiten Frühlings - auch wenn hier schon maßgebliche Arbeit durch fremde Komponisten geleistet wurde (Child, Vallance und Holly Knight), aber es macht halt einfach Riesenspaß.