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Perlmanns Schweigen: Roman Taschenbuch – 1. August 1997


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 640 Seiten
  • Verlag: btb Verlag; Auflage: 6. Auflage (1. August 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442721350
  • ISBN-13: 978-3442721351
  • Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 5 x 18,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (63 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 25.244 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Pascal Mercier, geboren 1944 in Bern, heißt im richtigen Leben Peter Bieri und ist Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Philipp Perlmann war es gewohnt, daß die Dinge keine Gegenwart für ihn hatten. An diesem Morgen jedoch war es schlimmer als sonst. Gegen seinen Willen ließ er die russische Grammatik sinken und blickte zu den hohen Fenstern der Veranda hinüber, in denen sich eine schräg gewachsene Pinie spiegelte. Dort drinnen, an den Tischen aus glänzendem Mahagoni, würde es geschehen. Sie würden ihn, der vorne saß, erwartungsvoll ansehen, und dann, nach einer gedehnten, unerträglichen Stille und einem atemlosen Stocken der Zeit, würden sie es wissen: Er hatte nichts zu sagen.
Am liebsten wäre er sofort wieder abgereist, ohne Angabe eines Ziels, ohne Erklärung, ohne Entschuldigung. Für einen Moment war der Impuls zur Flucht heftig wie ein körperlicher Schmerz. Er klappte das Buch zu und blickte über die blauen Umkleidekabinen hinweg auf die Bucht, die vom gleißenden Licht eines wolkenlosen Oktobertages durchflutet wurde. Weglaufen: Am Anfang müßte es wunderbar sein, es käme ihm vor wie ein schneller, kühner Schritt durch alles Gefühl der Verpflichtung hindurch hinaus in die Freiheit. Aber die Befreiung wäre nicht von Dauer. Das Telefon zu Hause würde immer von neuem klingeln, und irgendwann würde seine Sekretärin unten stehen und läuten. Er könnte nicht auf die Straße gehen, und Licht dürfte er auch nicht machen. Die Wohnung würde zum Gefängnis. Natürlich konnte er statt nach Frankfurt auch an irgendeinen anderen Ort fahren, nach Florenz vielleicht, oder Rom, dort wäre er unauffindbar. Aber jeder solche Ort wäre jetzt nichts anderes als ein Ort des Untertauchens. Blind und taub ginge er durch die Straßen, um dann im Hotelzimmer zu liegen und auf das Ticken des Reiseweckers zu horchen. Und irgendwann würde er sich doch stellen müssen. Er konnte nicht für den Rest des Lebens verschollen bleiben. Schon allein Kirstens wegen nicht.
Er könnte mit keiner überzeugenden Erklärung aufwarten. Den wahren Grund zu nennen wäre unmöglich. Und selbst wenn er den Mut dazu aufbrächte: Es würde wie ein schlechter Scherz klingen. Es bliebe der Eindruck des Willkürlichen, Mutwilligen. Die anderen müßten sich verhöhnt vorkommen. Gewiß, diese Leute würden das Ganze selbst in die Hand nehmen. Aber ich wäre erledigt. Für so etwas gibt es keine Entschuldigung,
Schuld an alledem war das wunderbare Licht, in dem die stille Wasserfläche jenseits der Kabinen aussah wie Weißgold. Dieses Licht hatte Agnes einfangen wollen, und deshalb hatte er dem Drängen von Carlo Angelini schließlich nachgegeben. Dabei war er ihm unsympathisch, dieser drahtige, sehr wache Mann mit dem gewinnenden Lächeln, das eine Spur zu routiniert war. Sie hatten sich zu Beginn des Vorjahres am Rande einer Konferenz in Lugano kennengelernt, als Perlmann noch lange nach Sitzungsbeginn im Flur am Fenster gestanden hatte. Angelini hatte ihn angesprochen, und Perlmann war nicht unglücklich über diesen Vorwand gewesen, nicht in den Saal gehen zu müssen. Sie waren in die Cafeteria gegangen, wo Angelini ihm von seiner Funktion bei Olivetti erzählt hatte. Er war fünfunddreißig, eine Generation jünger als Perlmann. Das Angebot von Olivetti hatte er erst vor zwei Jahren angenommen, nachdem er einige Jahre Assistent an der Universität gewesen war. Er hatte die Kontakte des Konzerns zu den Universitäten zu pflegen und konnte das ganz in eigener Regie tun, wobei ihm ein großzügiges Budget zur Verfügung stand, denn seine Tätigkeit wurde als Teil der Öffentlichkeitsarbeit verbucht. Sie hatten eine Weile über maschinelles Übersetzen gesprochen, es war ein Gespräch wie viele gewesen. Doch plötzlich war Angelini sehr lebhaft geworden und hatte ihn gefragt, ob er nicht Lust hätte, zu einem sprachwissenschaftlichen Thema eine Forschungsgruppe zusammenzustellen: eine kleine, aber intensive Sache, eine Handvoll erstklassiger Leute, die sich für ein paar Wochen an einem angenehmen Ort zusammensetzten, natürlich alles auf Kosten des Konzerns.
Perlmann fand damals, daß der Vorschlag viel zu schnell kam. Zwar hatte Angelini erkennen lassen, daß Perlmann für ihn kein Unbekannter war; aber persönlich kannte er ihn doch erst seit knapp einer Stunde. Vielleicht aber mußte man solche kühnen Vorstöße wagen, wenn man Angelinis Aufgabe hatte. Im Rückblick kam es Perlmann vor, als habe ihn sein Gefühl schon damals gewarnt. Er hatte auf den
Vorschlag ohne Enthusiasmus reagiert, eher lahm; aber immerhin hatte er gesagt, seiner Ansicht nach müßten in einer solchen Gruppe Leute aus unterschiedlichen Disziplinen vertreten sein. Es war eine hingeworfene Bemerkung gewesen, nicht durchdacht und ohne ernsthaften Gedanken an eine Verwirklichung. Seinem Eindruck nach war alles genügend im Unbestimmten und Unverbindlichen geblieben, und er hatte es plötzlich eilig gehabt, in den Konferenzraum zu kommen.
Er hatte das Gespräch vergessen, bis einige Wochen später ein Brief von Angelini kam und kurz darauf ein Anruf aus der Zentrale von Olivetti in Ivrea. Perlmanns Vorschlag, hieß es da nun plötzlich, habe in der Firma großen Anklang gefunden, besonders natürlich bei einigen Kollegen aus der Forschungsabteilung, aber auch von der Direktion sei die Idee gut aufgenommen worden. Besonders angetan sei man von der Möglichkeit, auf diese Weise ein Vorhaben fördern zu können, das einerseits etwas mit den Produkten der Firma zu tun habe, andererseits aber weit darüber hinausreiche, indem es ein Thema von allgemeinem Interesse, sozusagen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, aufgreife. Er, Angelini, schlage vor, die Sache im kommenden Jahr in Santa Margherita Ligure durchzuführen, einem Badekurort unweit von Rapallo am Golf von Tigullio. Sie hätten dort schon öfter Tagungen abgehalten und nur gute Erfahrungen gemacht. Am günstigsten für das geplante Unternehmen, sagte er, seien die Monate Oktober und November, da sei es noch mild, aber es seien kaum noch Touristen da, es herrsche eine stille, beschauliche Atmosphäre, genau das Richtige also für eine Forschungsgruppe. In allen anderen Dingen habe Perlmann als der Leiter völlig freie Hand, insbesondere natürlich bei der Auswahl der Leute.
Perlmann biß sich auf die Lippen und spürte einen hilflosen Ärger in sich aufsteigen, als er an jenes Gespräch zurückdachte. Er hatte sich von der sonoren, sehr sicheren Stimme am anderen Ende überrumpeln lassen, und das ohne den geringsten Grund. Diesem Carlo Angelini war er nicht das mindeste schuldig.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

130 von 136 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 4. Januar 2001
Format: Taschenbuch
Gleich vorweg: Ein großartiges Buch.
Perlmann ist ein Linguist, der es weit gebracht hat und nun plötzlich an einem Punkt ankommt, wo er "nichts mehr zu sagen hat." Weil er aber auch das niemandem sagt, wird er weiterhin zu Tagungen eingeladen, soll Vortragsmanuskripte einreichen und eine Ehrenprofessur in Princeton erhalten. Und nun findet er sich als Hauptverantwortlicher einer linguistischen Fachtagung wieder, deren Krönung ein Vortrag von ihm, dem berühmten Perlmann, sein soll. Allein der Gedanke an die zahllosen Situationen, in denen andere (Kollegen, die Tochter, die Sekretärin, sogar die Hoteldame oder der Kellner) merken könnten, wie es um ihn bestellt ist, bringt Perlmann fast um den Verstand. Seine Gedanken kreisen nur noch um den Teufelskreis "Tarnen-Verbergen-Unvorhergesehene Zwischenfälle-Entlarvtwerden", und nur die abendlichen Schlaftabletten und eine zunehmende Absonderung von der Gruppe helfen ihm mit Mühe durch die Wochen dauernde Fachtagung.
Für den Leser, zumal den mit der wissenschaftlichen "Szene" vertrauten, ist die Lektüre nicht selten an der Schmerzgrenze: Man kann es ja so gut verstehen! Wie Perlmann sich jede Einzelheit in allen entsetzlichen Konsequenzen bis ins letzte ausmalt, dann aber doch einfach weitermacht und schließlich nicht selten nur durch "dumme Zufälle" gerettet wird. Ab und zu hört man kurz auf zu lesen, um einfach wieder durchzuatmen.
Für alle, die auch schon einmal am Tag der Veranstaltung das Manuskript nicht hatten und sich gefragt haben, warum das Ganze eigentlich so wichtig ist: ein Muss (und ein Vergnügen). Für alle anderen: vielleicht ein wenig zu detailreich in der Beschreibung der wissenschaftlichen Auseinandersetzungen.
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Lesestubs am 4. November 2007
Format: Taschenbuch
...seine Leser zu faszinieren, sie zu berühren, sie hineinzuziehen in das Denken und Fühlen seiner Protagonisten?

Die Geschichte als solche ist wenig spektakulär. Eine erlesene Auswahl von Linguisten kommen zum wissenschaftlichen Disput in einem Hotel an der ligurischen Küste zusammen. Doch ausgerechnet der Hauptverantwortliche, seinen Vortrag als Höhepunkt fest im Terminplan...hat nichts zu sagen, ist fertig mit seinem Fach, mit dem Forschen, Vorträgen, seiner wissenschaftlichen Vita.
Stattdessen gibt er sich ganz in die Übersetzung eines Fachtextes aus dem Russischen hin. Statt sich auf seinen Vortrag vorzubereiten kann er nicht ruhen, bis das Essay in all seinen Wendungen übersetzt ist. Doch...ihm läuft die Zeit davon und sein Inneres wehrt sich gegen sein Schweigen als Linguisten, der eigentlich nichts mehr zu sagen hat und nichts mehr sagen will"
Er fasst einen folgereichen Entschluss....

Wie sehr habe ich dieses Buch genossen. Mercier lässt den Leser von Anfang an in die Gedanken und Gefühlswelt Perlmanns einsteigen. Schon auf den ersten Seiten erfährt er wie es um den großen und bedeuten Linguisten steht. Wie ausgebrannt er ist, wie sehr er nur noch die Kraft besitzt die Fassade als renommierter Wissenschaftler aufrechtzuerhalten. Sei es an der Universität, sei es seiner geliebten Tochter gegenüber, die ihn als Vater liebt und als Wissenschaftler bewundert und vergöttert.
Schon früh wird klar, dass sich Perlmann in eine Sackgasse begibt. Der Leser sympathisiert von Anbeginn mit ihm, sind doch seine Gedankengänge für jeden, der sich leer fühlte aber Volles zu leisten hatte, absolut nachvollziehbar.
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52 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 22. April 1999
Format: Taschenbuch
Die Voraussetzungen sind gut: Ein erlesener Kreis von Sprachwissenschaftlern tagt einige Wochen (!) in mediterraner Herbststimmung, um Fachgespräche zu führen. Einer aus der Gruppe, Perlmann, verfängt sich hinter dieser Fassade immer mehr in zwang- und wahnhaften Gedankengebilden und schließt sich damit innerlich völlig von der Gruppe (und dem Rest der Welt) aus, empfindet diese stattdessen zunehmnend als Bedrohung. Eine einfallsreiche Geschichte, die sich über weite Strecken im Kopf der Hauptperson abspielt. Das Abdriften der innerlichen Erlebenswelt Perlmanns mit der ständigen Drohung einer äußeren Manifestation in Form einer Gewalttat bildet einen genialen Spannungsbogen. Akribische, nie gekünstelt wirkende Wortwahl und schöner Schreibstil sorgen für Genuß beim Lesen. Die Exkursionen in philosophische Aspekte der Sprache (z. B. die Darstellung von Erlebtem durch das Medium Sprache, die Schwierigkeiten des Dolmetschens und Übersetzens) habe ich genossen; ebenso die guter Menschenkenntnis entsprungenen Charakterbeschreibungen. Die genaue Schilderung alltäglicher Vorgänge ist nie langweilig, bringt aber dem Leser die quälende Anspannung der Hauptfigur nahe. Wunderbar auch die treffend beschriebenen Gesprächssituationen + Gedankengänge aus der akademischen Welt, auch für Nicht-Sprachwissenschaftler von hohem Wiedererkennungswert. Desgleichen kommen die Freunde der Ligurischen Küste auf ihre Kosten.
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