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Perlensamt: Roman
 
 
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Perlensamt: Roman [Gebundene Ausgabe]

Barbara Bongartz
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Weissbooks; Auflage: 1 (17. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940888435
  • ISBN-13: 978-3940888433
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 501.384 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Barbara Bongartz
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Kurzbeschreibung

Martin Saunders, amerikanischer Kunsthistoriker in Berlin, lernt durch Zufall David Perlensamt kennen einen eigenartig anziehenden, geheimnisvollen Menschen. Wenige Tage nach dieser Begegnung geschieht in Perlensamts Villa in der Fasanenstraße ein Mord. Fast zur selben Zeit wird dem Auktionshaus, für das Saunders arbeitet, ein Courbet angeboten. Exakt das Bild, das Saunders in der Wohnung Perlensamts gesehen hat... Perlensamt ist ein Kriminal- und Gesellschaftsroman, der auf das große Thema Raub- und Beutekunst aufblättert auf den Spuren bedeutender Werke und ihrer Sammler zwischen Berlin, Paris, New York.

Über den Autor

Barbara Bongartz, 1957 in Köln geboren. Studium der Theater- und Filmwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie in Paris, München, Köln. Lebt seit 1996 in Düsseldorf und New York.

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ZUCKER IM KAFFEE 17. Oktober 2009
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Schön weiß ist der Zucker wenn er raffiniert wird, viele kleine Kristalle rieseln in Tee oder Kaffee. Ist aber einer raffiniert, dann spricht man ihm eine Gewitztheit zu, die einen Beigeschmack von abgefeimt hat. Barbara Bongartz Buch "Perlensamt" ist ein raffiniertes Konstrukt. Sie spielt mit der mörderischen deutschen Vergangenheit, mit dem Kunstmarkt und der Zweigeschlechtlichkeit, die in uns allen steckt. Vor allem spielt sie mit ihrem Leser Verstecken, dieses schöne Kinderspiel bei dem einer lauthals zählt und versucht durch die Hände zu schauen, um die Versteckten aufzuspüren. Nur, Bongartz zählt und versteckt zugleich.

Um den richtig falschen Blick auf das Deutschland unserer Tage zu richten, ist die zentrale Figur in "Perlensamt" Martin Saunders, einer der zwar in Deutschland geboren wurde, aber in den USA aufwuchs, um später als Kunstexperte für ein amerikanisches Auktionshaus nach Berlin zu kommen. In diesem Berlin, dieser Stadt voll falscher Erinnerungen und richtiger Lebensläufe, trifft Martin auf David Perlensamt: Ist dessen Leben so gelaufen, wie er es dem Leser weismachen will? Ist er der Sohn von Otto Abetz, Hitlers letztem Botschafter in Paris? Sind seine Eltern Profiteure des großen Kunstraubs der Nazis in den besetzten Gebieten und den Wohnungen der europäischen Juden? Vor allem aber: Ist der ungemein attraktive David schwul und vielleicht auch Martin Saunders?

Einmal erinnert sich die Bongartz im Buch ihrer rheinischen Heimat: Das wunderschöne Wort "Schmierlapp" gerät ihr in die ansonsten wohlgeordneten, hochdeutschen Sprachabläufe. Das Rheinische hält kaum eine verächtlicheres Wort für einen Menschen bereit: Der Schmierlapp ist eine besonders widerliche Form des Betrügers. In Bongartz Buch meint der Begriff Otto Abetz, den Nazifunktionär, der sich seine Kunstsammlung zusammenraubte. Da kommt die Schriftstellerin für einen Moment aus dem Versteck, zitiert einen Dank des vorzeitig aus der Haft entlassenen Naziverbrechers an einen Jugendverband der FDP, der für seine Amnestie Unterschriften gesammelt hatte. Da war doch was, der damalige FDP-Vorsitzende mit seinem ständigen Eisernen Kreuz am Hals, die Atmosphäre der Fünfziger Jahre in der Bundesrepublik, das Verschwiegene, Verdruckste und der temporär gelungene Versuch Verbrecher wie Abetz zu rehabilitieren, doch dann nimmt die Bongartz auch diese Figur wieder ins Versteckspiel, ins raffinierte Konstrukt, um noch mehr Spannung zu erzeugen, als die deutsche Geschichte ohnehin bereit hält.

"Du hast doch keine Ahnung, was in unserem Land geschah", lässt die Schriftstellerin ihre Figur Mona sagen, eine Kollegin von Martin, die schön und begabt ist und russisch spricht, "weil ihr Vater überzeugter Kommunist gewesen war, bevor er an einer Staublunge starb". Sollte das Buch doch ernsthafter und gründlicher werden als bis zu dieser Stelle angenommen? Aber Mona erweist sich eher als Staffage, als eine weitere Spielerin im Gebüsch oder hinter den Tonnen der Müllabfuhr. Sie wird, sterblich in Martin verliebt, doch den windigen David, dem sie anfänglich misstraut, pflegen und so das tun, was die handelnden Personen der Bongartz am liebsten tun. Den Leser an der Nase herumführen.

Barbara Bongartz lässt hoffen: Anders als eine Reihe deutscher Nachwuchs-Schriftsteller, deren Selbstverliebtheit sich in schwachen Personen und schwächlichen Ansichten erschöpft, nimmt sie deutsche Geschichte und Gegenwart wahr. Mit "Perlensamt" hat sie einen spannenden Roman, der zwischen Krimi und Doku-Fiction pendelt, vorgelegt. Etwas weniger labyrinthische Handlung, etwas mehr Vertrauen in die eigene schriftstellerische Kraft, und sie ist reif für die erste Reihe deutscher Schriftsteller. Da ist noch viel Platz.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der Titel "Perlensamt" löst im Gegensatz zu der Gestaltung des Umschlagbildes eine passendere Assoziation beim Kauf des Romans aus: Die Perle -und das gilt auch für den im Roman agierenden Menschen Perlensamt - wirkt auf samtenen Hintergrund; dann wird weniger nach der Echtheit gefragt. Und das ist ein wesentliches Thema des gut und flüssig zu lesenden Romans, in dem Barbara Bongartz in einer lesenswerten Familiengeschichte überzeugend ansprechende Charakterbilder schafft.

Die Verbindung des Themas Raubkunst" mit dem Leben einer Familie mittels eines Kriminalfalls ist eine reizvolle Idee, erscheint allerdings angesichts des tatsächlichen Inhalts des Romans nur aufgesetzt. Der Kunsthistoriker Saunders als Protagonist ist ein interessant dargestellter, trotz seiner Widersprüche authentischer und sympathischer Charakter, der in die Familie Perlensamt hineingerät, den geschehenen Mord allerdings überhaupt nicht aufzuklären beabsichtigt, geschweige denn dazu in der Lage wäre. Er hat nebeneinander drei Erlebnislinien - die seiner Familie, die der Familie Perlensamt und die seiner kollegialen und beruflichen Beziehungen - zu verarbeiten, was er nicht schafft; alle drei Erlebnislinien sind interessant gestaltet, aber bis zum Schluss in keiner Weise im Erleben von Saunders verbunden.

Der Schwerpunkt des Buches und die gekonnte Darstellung in der Charakterisierung der einzelnen Personen, vor allem der Nebenfiguren, haben mit der zentral vorgegebenen Thematik eines Mordes im Zusammenhang mit dem Thema Raubkunst- wie es im Umschlagbild nahegelegt wird - nur wenig zu tun.Die Spannung hinsichtlich der Mordgeschichte verliert sich so auch im Laufe des Romans. Insofern können inhaltlich geweckte Erwartungen nicht erfüllt werden. Die dem Roman voran gestellte Zweiseitenfotografie der Autorin hilft dabei auch nicht, die Akzeptanz der Geschichte zu erhöhen.

Trotzdem: Ein gut zu lesender Roman mit eindrucksvollen Charakterdarstellungen und einer interessanten Familiengeschichte, allerdings ohne Charakteristika einer Darstellung eines Kriminalfalles.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wer bin ich? 10. April 2010
Von zueribueb TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In Barbara Bongartz' Roman "Perlensamt" steht die Frage nach der Identität im Zentrum. Der Ich-Erzähler Peter Saunders, der für ein Auktionshaus arbeitet, trifft zufälligerweise auf einen David Perlensamt. Dieser verfügt über eine hochkarätige Kunstsammlung, die offenbar auch mit Raubkunst aus der Nazizeit bestückt ist. David Perlensamt ist eine interessante, aber auch sehr geheimnisvolle Person. Wer ist er eigentlich? Ist er wirklich derjenige, wie er sich darstellt? Stimmt das, was er über sich und seine Familie erzählt? Auch Saunders hat ein Identitätsproblem und ist auf der Suche danach, wer er eigentlich ist oder wo seine Wurzeln sind. Barbara Bongartz' Roman ist ein intelligentes und raffiniert komponiertes Verwirrspiel, das spannend zu lesen ist.
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