7 Jahre sind vergangen, seit Ludwig Hirsch sein letztes Studio-Album "Tierisch" präsentierte.Und es ist 24 Jahre her, dass er sein erstes Album "Dunkelgraue Lieder" herausbrachte. Er veränderte sich ständig. Man könnte höchstens die ersten zwei oder drei Alben "Dunkelgraue Lieder", "Komm, großer schwarzer Vogel" und evtl. "Zartbitter" gleichsetzen.
In diesem neuen Album "Perlen (vor die Säue)" ist er so bunt wie nie zuvor.
"Der Schnee draußen schmilzt" ist ein hoffnungsvolles Lied, das von Hirschs Freund Johann M. Bertl sehr schön arrangiert wurde.
"Der Sepp und Ich" ist eine homoerotische Parodie auf die vielen Stimmungslieder (Anton aus Tirol, etc ...), die wir zur Zeit zu hören bekommen. Und es verfehlt seinen Zweck nicht und verbreitet Stimmung... auch wenn man sich erst einmal daran gewöhnen muss, dass gerade Hirsch ein solches Lied herausbringt.
"Kinder" ist ein Hirsch-Lied, wie man sich ein Hirsch-Lied vorstellt: eine liebliche, süße Melodie und ein makaberer Text. blutig und lustig.
"Ich liebe dich" ist ein Harmonie-Song, in dem er ganz nebenbei seinen Wunsch nach Weltfrieden äußert und zeigt, dass es die Liebe überall gibt.
"Heimweh" ist das einzige "politische" Lied auf diesem Album, auch wenn es mehr für Österreich bestimmt ist. Wenn man genau hinhört, kann man die Person, die Heimweh hat, auch erkennen.
"Die 2" ist ein sehr bildliches, gefühlvolles Lied, das sich vor den letzten zwei Strophen wendet und dann den wahren Sinn preisgibt. Und falls der Text so authentisch ist, wie er sich anhört, womöglich das persönlichste Lied, dass wir je von Hirsch zu hören bekamen...
"Verstaucht" ist eigentlich ein gesungener Witz, zynisch, voller Humor und geht ins Ohr.
"Der Flachmann" und "Killer" sind dann endlich das, was man "typisch Ludwig Hirsch" nennen kann; Die Geschichte handelt von einem Ex-Polizisten, der nun als Profikiller arbeitet und der "betreffenden Person" vor der "Liquidierung" immer ein kitschiges Gedicht von sich vorträgt. Mit den Männern nimmt er einen Drink, bevor er seinen Job erledigt, denn "Prost spendet Trost", so Hirsch. Den Frauen macht er Komplimente, bevor er sie nicht gänzlich eiskalt abknallt...
"Billasackerl" ist ein flottes und leichtes Lied, in dem er sich Billasackerln voll mit Busserln wünscht.
"Das Wirtshaus" ist ein sehr altes, düsteres Stück aus dem Liederzyklus "Die Winterreise", das nicht von Hirsch geschrieben wurde, sondern um 1800 von Wilhelm Müller(Text) und Franz Schubert(Musik), bei dem ihn Christian Kolonovits nur auf der gurgelnden Hammondorgel begleitet.
Es folgt ein Rätsel mit verblüffender Auflösung. Die CD wird mit dem Remix von "der Schnee draußen schmilzt" beendet.