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5.0 von 5 Sternen
Anders und doch Hirsch, 27. April 2003
Rezension bezieht sich auf: Perlen (Audio CD)
Ja, das Warten hat sich gelohnt. Zugegeben, man muß sich erst wieder reinhören in diese neue, nicht vergleichbare Hirsch-CD. Sie ist anders und das ist gut so! Ludwig Hirsch hat sich weiterentwickelt und ist sich doch treu geblieben. Seine markante Stimme, mal mit schöner harmonischer Melodie, mal mit befremdlichen Rythmen, mal mit ungewohntem Sprechgesang, aber immer mit dunkelgrauer Poesie, hintersinnig, zweideutig eindeutig, verstörend, freundlich provozierend oder einfach nur mit ungewohnter Wortwahl etwas ganz alltägliches ausdrückend. Okay, in Hamburg sagt man nicht "ich liebe Dich", da spricht man etwas anders, aber das tut dem, was das Lied rüberbringt keinen Abbruch!
Jeder hat seine/seinen 'Rosa' (gehabt) und spürt Erinnerungen kommen in "Der Schnee draußen schmilzt". Und der Widerspruch in der Harmonie und Leichtigkeit in Melodie und Stimme zu dem Text von "Kinder", ja, das ist typisch Hirsch. Er will, er regt die Phantasie des Hörers an, er bringt ihn zum Mitdenken, Nachdenken, Phantasieren. Er bietet keine Lösungen an, er singt Gedanken, Gefühle, motiviert in wohltuender Weise die Psyche des Hörers oder bringt ihn zum vergnüglichen Schmunzeln wie etwa in "Verstaucht".
Wenn ich dunkelgraue Lieder hören möchte, dann lege ich "Dunkelgraue Lieder" auf. Die "Perlen" sind (zum Glück) nicht das Gleiche, sie sind anders, aber eben doch Hirsch! Das Einzige, was ich bemängeln muß, ist die Anzahl der Titel. Zwar sind 13 Titel immer noch mehr, als sonst bei Hirsch üblich, aber zum Einen sind es eigentlich nur 12, zieht man den überflüssigen Remix von "Der Schnee draußen schmilzt" ab, und zum Anderen sind (mir) 12 Lieder von Ludwig Hirsch auch immer noch zu wenig auf einer CD ;-)
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
sehr, sehr gut, 4. Dezember 2002
Rezension bezieht sich auf: Perlen (Audio CD)
Eine genaue Beschreibung der einzelnen Nummern erübrigt sich. Da gibt's schon eine tolle Rezension weiter unten. Ich hab' mich sehr gefreut, dass L. Hirsch nach 7 Jahren wieder eine Platte aufgenommen hat. Und es hat sich gelohnt. Romantische Balladen kommen ebensowenig zu kurz, wie genug Platz für seinen morbiden und satirischen Humor. Natürlich sind nicht alle Lieder gleich gut - aber das liegt wohl eher am persönlichen Empfinden. Nicht jeder kann mit Hirsch's Texten etwas anfangen. Von mir auf jeden Fall Fünf Sterne - schon allein für die ersten fünf Lieder auf der CD - Toll!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Perlen (vor die Säue) - Ein bunter Ludwig Hirsch, 25. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Perlen (Audio CD)
7 Jahre sind vergangen, seit Ludwig Hirsch sein letztes Studio-Album "Tierisch" präsentierte.Und es ist 24 Jahre her, dass er sein erstes Album "Dunkelgraue Lieder" herausbrachte. Er veränderte sich ständig. Man könnte höchstens die ersten zwei oder drei Alben "Dunkelgraue Lieder", "Komm, großer schwarzer Vogel" und evtl. "Zartbitter" gleichsetzen.
In diesem neuen Album "Perlen (vor die Säue)" ist er so bunt wie nie zuvor.
"Der Schnee draußen schmilzt" ist ein hoffnungsvolles Lied, das von Hirschs Freund Johann M. Bertl sehr schön arrangiert wurde.
"Der Sepp und Ich" ist eine homoerotische Parodie auf die vielen Stimmungslieder (Anton aus Tirol, etc ...), die wir zur Zeit zu hören bekommen. Und es verfehlt seinen Zweck nicht und verbreitet Stimmung... auch wenn man sich erst einmal daran gewöhnen muss, dass gerade Hirsch ein solches Lied herausbringt.
"Kinder" ist ein Hirsch-Lied, wie man sich ein Hirsch-Lied vorstellt: eine liebliche, süße Melodie und ein makaberer Text. blutig und lustig.
"Ich liebe dich" ist ein Harmonie-Song, in dem er ganz nebenbei seinen Wunsch nach Weltfrieden äußert und zeigt, dass es die Liebe überall gibt.
"Heimweh" ist das einzige "politische" Lied auf diesem Album, auch wenn es mehr für Österreich bestimmt ist. Wenn man genau hinhört, kann man die Person, die Heimweh hat, auch erkennen.
"Die 2" ist ein sehr bildliches, gefühlvolles Lied, das sich vor den letzten zwei Strophen wendet und dann den wahren Sinn preisgibt. Und falls der Text so authentisch ist, wie er sich anhört, womöglich das persönlichste Lied, dass wir je von Hirsch zu hören bekamen...
"Verstaucht" ist eigentlich ein gesungener Witz, zynisch, voller Humor und geht ins Ohr.
"Der Flachmann" und "Killer" sind dann endlich das, was man "typisch Ludwig Hirsch" nennen kann; Die Geschichte handelt von einem Ex-Polizisten, der nun als Profikiller arbeitet und der "betreffenden Person" vor der "Liquidierung" immer ein kitschiges Gedicht von sich vorträgt. Mit den Männern nimmt er einen Drink, bevor er seinen Job erledigt, denn "Prost spendet Trost", so Hirsch. Den Frauen macht er Komplimente, bevor er sie nicht gänzlich eiskalt abknallt...
"Billasackerl" ist ein flottes und leichtes Lied, in dem er sich Billasackerln voll mit Busserln wünscht.
"Das Wirtshaus" ist ein sehr altes, düsteres Stück aus dem Liederzyklus "Die Winterreise", das nicht von Hirsch geschrieben wurde, sondern um 1800 von Wilhelm Müller(Text) und Franz Schubert(Musik), bei dem ihn Christian Kolonovits nur auf der gurgelnden Hammondorgel begleitet.
Es folgt ein Rätsel mit verblüffender Auflösung. Die CD wird mit dem Remix von "der Schnee draußen schmilzt" beendet.
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