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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht weniger als ein Meisterwerk, 19. November 2005
Ein paar Worte, um dieser Platte gerecht zu werden. Gianna, geliebt oder verächtlich betrachtet als DIE Italo-Rockbraut der 80er, legt mit "Perle" eine Best of der ganz eigenen Art hin. Aus ihrem Repertoire von mehr als 20 Jahren pickt sie sich ihre liebsten Stücke - teils Hits, teils Perlen - um sie dem Hörer noch einmal zu präsentieren. Nicht so, wie sie sie irgendwann einmal aufgenommen hat, sondern so, wie sie es heute sagen würde. Gianna entdeckt für diese Platte das Piano wieder. Angefangen hatte sie mit ihrem ersten Album im Bereich der Piano-Balladen, weitergemacht hatte sie, spätestens seit ihren Amerika-Erfahrungen und ihrem diesen entsprechendem Album "America", mit Gitarrenrock. Dass sie nun zu diesem Tasteninstrument ihrer Anfangstange zurückkehrt, ist kein Greifen nach den Wurzeln, sondern entpuppt sich als Wiedererlangen alter Stärken. Gianna spielt das Piano auf eine Art, dass sie allein damit - ganz ohne Stimme - Platten füllen könnte. Ihr Anschlag ist stets klingend, mal harsch, mal unsagbar zart. Begleiten lässt sie sich von einem Streicherquartett, das mit ihrer Stimme auf eine Weise korrespondiert, die sie mit keiner ihrer früheren Instrumentierungen hätte erlangen können. Sie begibt sich hier auf fast konzertante, symphonische Ebenen, zieht Rockklassiker auf ein klassisches Ambiente, als wären sie nie anderswo heimisch gewesen. Mit ihrer Neuauflage von Latin Lover bricht sie selbst ihre eigene Neuerfindung, bewegt sich in einem Kosmos, der irgendwo zwischen Massive Attack, TokTok und dem Kronos Quartett anzusiedeln ist. Ragazzo d'ell Europa bringt sie auf eine Ebene, die Weltruhm für dieses Lied rechtfertigen würde. Man kann sich vorstellen, dass jede internationale Größe dieses Lied in seinem Progamm aufnähme. Stimmlich immer als impulsiv eingeordnet, macht Gianna hier einmal mehr deutlich, was jeder weiss, der sie einmal live gesehen hat: Bei ihr sitzt kein Ton, kein Krächzen, kein Schwanengesang da, wo sie ihn nicht auch haben möchte. Sie beherrscht diese Stimme besser als ihre Gitarre, besser als ihr Piano, es ist IHR Instrument. Sie singt die 13 Songs mit dieser Stimme irgendwo zwischen Schmerz und Lust, zwischen Augenzwinkern und Augenschließen - sie macht deutlich, dass jedes Lied, jeder Ton, Gianna ist. Und das Gianna mehr ist, als 13 Titel einer Platte. Dieses Album ist ihr Meisterwerk. Um es schlicht zu sagen.
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