Damien Conway ist neben Larry Wall und Randal L. Schwartz der wohl bekannteste Perl Hacker. Sein erstes Buch, Object Oriented Perl, ist bereits ein Klassiker und für viele das beste Perl Buch für Fortgeschrittene überhaupt. Sein neustes Buch ist eine Sammlung von Perl Coding Guidelines, die zu sauberen, lesbaren und wartbaren Code führen sollen. In gewohnt humorvollem Schreibstil gibt Conways hier einfache aber sehr effektive Tipps. Die ersten beiden Kapitel widmet er dem Code Layout und den Naming Conventions. Schön: Konfigurationsdateien für vim, emacs und perltidy liefert er gleich mit. Dann (die meisten Coding Guidelines im Netz enden nach diesen beiden Themen schon) wirds richtig interessant. Alle, die selbst Perl Module erstellen wollen, finden auf gut 150 Seiten wertvolle Tipps: wie dokumentiert man richtig? Wie am besten OO programmieren? Exception handling? Testing? Kaum jemand hat soviel Erfahrung mit OO Perl wie Conway, und das merkt man sofort.
Aber nicht nur für Autoren von Perl Modulen ist PBP ein must-have. Er stellt zwischendurch viele tolle Module vor, von denen ich trotz 5 jähriger Perl Erfahrung nie was gehört hatte, z.B. Readonly, Perl6::Slurp, List::Util, English...
Einziger Kritikpunkt, und deswegen nur 4 von 5 Sternen: Einige Module wie Config::Std, Class::Std, Getopt::Clade werden in den Mittelpunkt der entsprechenden Kapitel gestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind diese Module entweder noch nicht erhältlich (Getopt::Clade) oder inkonsistent (Class::Std), auf jeden Fall aber eher Beta Status mit zum Teil erheblichen Syntaxänderungen seit dem Druck. Conway hätte hier besser die Module etwas früher veröffentlichen sollen.
Fazit: Jeder Perl Programmierer findet hier wertvolle Tipps, die in der Tat zu besserem Code führen. Conway zeigt, dass man nicht unbedingt in Ruby oder Python skripten muss, um lesbaren Code zu erzeugen.