Dieses Buch wollte ich eigentlich schon lesen seit es in die Bestsellerlisten eingegangen ist. Zum Glück habe ich mir bis jetzt die Verfilmung nicht angesehen um mir die Spannung nicht zu nehmen, aber jetzt werde ich das sicher bei nächster Gelegenheit nachholen, diesmal aber in der deutschen Version, denn ein Werk eines deutschen Schriftstellers in der englischen Fassung zu lesen ist praktisch fast schon pervers aber das liegt daran dass ich sonst nie deutsche Autoren lese.
Auch wenn der Untertitel "Die Geschichte eines Mörders lautet" handelt es sich hier keinesfalls um einen klassischen Krimi, denn der erste Mord lässt lange auf sich warten und bis zu den folgenden vergehen im Buch viele Jahre. Vielmehr wird die Entwicklung von Grenouille von seiner Geburt im Paris des 18. Jahrhunderts bis zu seinem ziemlich grausamen Tod erzählt. Sein Start ins Leben beginnt wenig erfreulich, erst will ihn seine Mutter gleich wieder erdrosseln und dann will ihn noch nicht einmal die Amme behalten. Auch in dem Waisenhaus, in dem er aufwächst gewinnt er keine Freunde weil er den anderen Kindern unheimlich ist, so nimmt er denn auch die erstbeste Gelegenheit eine Arbeitsstelle anzutreten wahr, um diesem tristen Dasein zu entrinnen.
Das Schicksal verschlägt ihn bald zum erfolglosen Parfumeur Guiseppe Baldini, dem er Dank seiner Gabe Düfte praktisch aus dem Nichts zu kreieren zu großem Ansehen und Reichtum verhilft. Doch auch dieser nutzt ihn nur aus. Als er eines Tages darum bittet, aus Baldini's Diensten entlassen zu werden, wird er zusammen mit einem Hungerlohn auf den Weg geschickt, was Grenouille aber nichts ausmacht, denn Geld und Ruhm bedeuten ihm rein gar nichts, er ist auf der Suche nach dem ultimativen Parfum. Man kann gut nachvollziehen warum er immer menschenscheuer und letztendlich auch -verachtend wird. Er ist besessen von seiner Vorstellung und als er einem Mädchen begegnet, das einen für ihn absolut vollkommenen unwiderstehlichen Duft verströmt gibt es für ihn kein zurück mehr.
Die Handlung verläuft linear, es gibt keine Seitenstränge oder Rückblenden, dadurch lässt sich das Werk zügig lesen. Als Urlaubslektüre würde ich "Das Parfüm" aufgrund der düsteren Grundstimmung nicht empfehlen, auch sind die wohldosierten Schockelemente wohl eher nichts für zartbesaitete Gemüter aber die Hauptthematik ist auf jeden Fall interessant - man erfährt vieles über die Herstellung von Parfums und man wird sich bewusst, dass der Geruchssinn, der in unserem Leben sonst eine eher untergeordnete Rolle spielt einen großen Einfluß auf unser Verhalten hat.