Das ist schon ganz stimmungsvoll inszeniert. Da sieht man erst die Welt eines Londoner Ganoven mit seinen mehr oder weniger freundlichen Geschäftspartnern, einer hübschen Geliebten und einem Job, der im Wesentlichem daraus besteht, eine richtige Show abzuziehen. Und als das nicht mehr klappt, als der eine Performer (also Schuldeneintreiber) seine Kunst nicht mehr ausüben kann, wird er auf der Flucht mit der Welt eines ganz anderen Performers konfrontiert. Nämlich mit Mick Jagger, der hier einen Rockstar im Ruhestand spielt. Und das ist dann auch stimmungsvoll inszeniert, mit Pilzen im Garten, Modellfreundin (Anita Pallenberg), ein wenig abgefahrener Musik, und ein wenig sexuellem Rollentausch. Androgyn ist hier der zentrale Begriff, wenn es um die zwischenmenschlichen Beziehungen geht. Und dann darf der ach so coole Gangster eine kleine, mehr oder weniger metaphysische Reise antreten. Werden diese beiden Welten nun auf Dauer zu einander passen? Kann Rollentausch dauerhaft sein? Wie man sieht, sind das eher Fragen, die die Welt in der 60er Jahren etwas mehr bewegten als heute.
Heute werden viele Leute den Film sehen, um die Heroen von damals noch einmal ganz jung zu erleben. Natürlich sucht man beim Sehen des Films nach Spuren des wirklichen Lebens. Mick Jagger hatte eine Affaire mit Anita Pallenberg, und diese gebrauchte wohl auch Spritzen im wirklichen Leben so wie man es im Film sieht. Und die Frage des Ganoven an den Rockstar, wie dieser wohl mit 50 Jahren aussehen wird, liefert inzwischen natürlich eine besondere Pointe. Dazu gibt es denn auch noch viele nette Gadgets aus den 60ern. Wunderschöne Autos, kreative und sehr luftige Kleidung, coole Einrichtung, ein wenig Kunst an den Wänden.
Insofern bringt es durchaus Spaß, diesen Film zu sehen. Die DVD hat vernünftiges Bild und vernünftigen Sound, kommt aber ohne jede Extras. Und ach ja, man sollte am Ende noch mal ganz genau in das Auto schauen. Der Gag ist jetzt nicht so mitreißend, aber er illustriert das Konzept des Films noch einmal ganz gut.