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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Tod eines Patriarchen,
Rezension bezieht sich auf: Perfekte Pläne (Gebundene Ausgabe)
Wie die anderen Romane der Beate Stein Serie ist auch der fünfte in der gewiß nicht aufregenden ehemaligen Industriestadt Dortmund angesiedelt. Die Autorin war sich der mit jeder Serie verbundenen Gefahren sichtlich bewußt. Den vertrauten Lebensgefährten und Streitpartner der Serienheldin, Beckmann, schickt sie auf Geschäftsreise nach Japan. Weber, Partner im Präsidium, hat sich eine Auszeit genehmigt.
So agiert die Kommissarin anfangs weitgehend allein. Kämpft mit dem Dienststellenleiter, gegen den sie erfreulicherweise etwas in der Hand hat. Auf den ersten Blick ist wenig sensationell an diesem fünften Fall Beates. Ein alter Mann wird erstochen in einer Kirche aufgefunden. Seine Identität ist vergleichsweise schnell ermittelt. Der Tote hat durch eine Zeitungsanzeige Anschluß an eine fremde junge Familie gefunden, um die er sich liebevoll kümmert. Den Mord an dem Alten aufzuklären, wäre ziemlich konventionell. Sabine Deitmer verwendet auch diesmal die vertrauten Techniken ihrer Romane dafür und verspottet auch diesmal die Bürokratie in der Polizeibehörde, mit ihrem Bedürfnis nach "Zertifizierung" und der Vorgabe von Erfolgszielen, was sich mit der eigentlichen polizeilichen Arbeit kaum verträgt. Wenn mir dieser Roman dennoch als der eindeutig beste dieser Serie erscheint, so weil die Autorin auf einer zweiten Ebene den Toten in Briefen an seine verstorbene Frau eine faszinierende Bilanz eines auf Gelderwerb gerichteten Lebens ziehen läßt, in dem die Liebe zu seinen eigenen, inzwischen erwachsenen, Kindern zu kurz kam. Die Aufarbeitung dieses Lebens, die Erkundung des mit dem Altern vielfach verbundenen körperlichen Verfalls, hebt diesen Roman weit über den hierzulande im Genre üblichen Standard. Sabine Deitmer hat weit mehr als einen der üblichen Kriminalromane mit der üblichen Suche nach möglichen Tatmotiven und der Verdächtigung Unschuldiger geschrieben. Die Briefe des ermordeten wohlhabenden Mittelständlers analysieren eine scheinbar heile Familie, die sich mehr und mehr als dysfunktional erweist. Nach dem Tod seiner Ehefrau bemerkt der Patriarch, dass er von seinen erwachsenen Kindern keine Zuwendung, ganz zu schweigen von Liebe, erwarten kann. Er stellt sich seinen Fehlern, flüchtet vor der Einsamkeit in eine fremde Familie, will alles nochmal und diesmal besser machen. Sein gewaltsamer Tod beendet diesen Versuch. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Niemand ist so alt, daß er nicht noch ein Jahr leben zu können glaubt ...,
Von Reinhard Busse "reinhardlbusse" - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Perfekte Pläne (Gebundene Ausgabe)
"Ein Alter ist doch nur dann eine Gefahr, wenn er die Jungen hindert, aufzusteigen." (Kurt Tucholsky / 1925)
~~~~~~~~~~ *An Krankheiten zu denken, die ihm Angst machten, war weniger schlimm, als daran zu denken, wer vor der Tür auf ihn wartete. Warum waren sie nicht zufrieden mit dem, was er ihnen gegeben hatte. Warum wollten sie mehr? Warum waren sie so gierig? Beunruhigende Fragen. Ging es ihnen nur um das, was sie gefordert hatten? Sie waren gewissenlos und ohne Moral. Was waren das nur für Menschen? Er betrachtete sich im Spiegel. Weiße Haare und Falten. Ein alter Mann. Aber einer, der nicht aufgab. Er hatte alles gemacht. Hatte Fehler, Lieblosigkeiten, Grausamkeiten begangen. Er hatte nichts ausgelassen. Aber er hatte nie aufgegeben. Darauf war er stolz ...* ~~~~~~~~~~ Zum Inhalt: Allein ineiner Kurklinik, bei der Genesung nach einem Schlaganfall, zieht ein älterer Herr Bilanz. Was zählt? Was ist wirklich wichtig im Leben? Was möchte er noch tun? Er fasst den Plan, noch einmal ganz neu anzufangen. Und es gelingt scheinbar. Schritt für Schritt verwirklicht er, was er sich vorgenommen hat. Er findet sein Glück. Aber er kann es nicht lange genießen. Er muss sterben, weil sein Plan die Pläne von anderen durchkreuzt. Kommissarin Beate Stein, Ende dreißig, Single, soll seinen Tod aufklären: In einer Kirchenbank sitzend hat man ihn gefunden. Erstochen. Dem Toten waren die eigenen Kinder anscheinend egal, per Inserat hatte er sich eine neue Familie gesucht. Bei ihren Ermittlungen macht Beate Stein die Erfahrung, dass die Dinge zwischen Alten und Jungen, Eltern und Kindern komplizierter sind, als sie auf den ersten Blick scheinen. Sie kommt arg ins Schleudern, auch was den Sinn ihrer Arbeit angeht. Auswüchse von Controlling und Qualitätsmanagement in der Behörde Polizei nerven. Wenn Beate Stein diesen Fall gelöst hat, wird für sie nichts mehr so sein wie früher. Weder die Beziehung zu ihrer Mutter noch die zu ihrem Beruf. ~~~~~~~~~~ Fazit: Sabine Deitmer greift ein neues Tabuthema auf: Das Alter. Ein spannender, radikaler, irritierender und trotzdem auch amüsanter Roman über den alltäglichen Wahnsinn. Die Autorin besticht durch eine spürbare Freude am Erzählen, am Ausschmücken und Ausfeilen des Ambientes, des scheinbar Nebensächlichen, der Ränder der Geschichte - und dies alles hebt diesen Roman weit über die gängige Routine hinaus. Ihre Romane umfassen immer das ganze Leben: Liebe & Tod, Politik, Macht, Freundschaft & Leidenschaft. Spitzenklasse! -- meint -- Reinhard Busse Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Werner will es nochmal wissen,
Von
Rezension bezieht sich auf: Perfekte Pläne (Gebundene Ausgabe)
Kann man mit 73 noch einmal von vorne anfangen? Nach einem Schlaganfall findet Werner Krieger sich in einer Reha-Klinik wieder und wartet vergeblich auf Besuch von seinen Kindern. Da beschließt er, alles auf eine Karte zu setzen und sich eine neue Familie zu suchen, eine, die ihn als Opa braucht. Doch schon wenige Monate später wird er erstochen aufgefunden - und ist der neue Fall von Beate Stein. Charmant, lustig und schnoddrig geht sie ihren Ermittlungen nach. Eingestreut in die Aufklärungsarbeit der Kommissarin sind Briefe, die Werner Krieger an seine verstorbene Frau geschrieben hat. Anrührende Zeugnisse von Einsamkeit und Alter, die die Frage aufwerfen, was wirklich zählt im Leben. So weiß der Leser immer mehr und vor allem anderes als die Kommissarin, und das macht es richtig spannend. Bis zu dem großartigen Showdown am Schluss hatte ich keine Ahnung, wer der Mörder sein könnte. Ein Buch mit vielen Schichten, einem eleganten Plot, das leichtfüßig daherkommt, es aber doch faustdick hinter den Ohren hat. Ein Buch für Krimileser, die mehr wollen als Blut und Leichen: Was fürs Herz, was für den Kopf und dazu noch gute Unterhaltung. Ein Buch mit Substanz. Lesen!
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