Die Drehbuchautorin Lou Calabrese und der unverschämt gut aussehende Hollywood-Schauspieler Jack Townsend stürzen, als sie einem Set in der Arktis fliegen, mit dem Helikopter ab. Nun sitzt Lou in der Wildnis von Alaska mit Jack fest, den sie überhaupt nicht leiden kann, schließlich hat er ihren Freundin das Herz gebrochen.
Mit 5-Zentimeter-Absätzen, ausgestattet mit nichts als dem Inhalt ihrer Handtasche und dem Wissen, das sie sich durch unzählige Survival-Filme angeeignet hat, versucht sie zusammen mit Jack fiesen Schurken zu entkommen und im eisig-kalten Nirgendwo von Alaska zu überleben.
So ein Überlebenskampf verändert natürlich auch die Sichtweise - während die beiden damit beschäftigt sind, sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen, fällt Jack auf, dass Lou auf den zweiten Blick verdammt gut aussieht und auch Lou muss erkennen, dass Jack ganz schön sexy ist...
Verspricht, ziemlich witzig zu sein. Nüchtern betrachtet, muss man allerdings sagen, dass bei dieser Geschichte die Fantasie mit der Autorin durch gegangen ist:
Irgendjemand trachtet Jack nach dem Leben und will ihn ermorden. Der Pilot, der Lou und Jack nach Alaska bringen soll, entpuppt sich als bewaffneter Auftragskiller. Nur ein waghalsiges Flugmanöver von Jack rettet den beiden das Leben. Dass sie dann im Nirgendwo festsitzen, ist nicht einmal das Schlimmste, denn sie werden von Männern, die mit Schneemobilen ihre Verfolgung aufnehmen und Schüsse auf sie feuern, durch den Schnee gejagt. Mit der Pistole des Piloten erschießt Lou einen dieser Männer...so, als wäre das etwas ganz Selbstverständliches. Bei einer wilden Verfolgungsjagd stirbt dann noch ein Mann...die beiden Hauptpersonen Lou und Jack stecken das alles ganz locker weg, genau wie die zwei Explosionen, die noch folgen.
Etwas realitätsfremd ist weiters, dass die beiden jeden Abend "zufällig" eine andere Hütte entdecken, in der sie Schutz vor den Blizzards finden. Stundenlanges Umherirren treibt die beiden auch nicht ans Ende ihrer Kräfte und zum Trinken brauchen sie anscheinend nichts weiter als Alkohol, der wunderbarerweise in den Hütten immer zu finden ist.
Normalerweise würde mich eine solch realitäsfremdes Konstrukt ärgern und dazu führen, dass ich das Buch immer genervter weiterlese. Hinzu kommt ja noch die geradezu klischehafte Anbandelung der beiden Protagonisten a la "was sich liebt, das neckt sich".
Bei diesem Roman war es allerdings anders - trotz des Faktes, dass Lou und Jack die Geschehnisse locker wegstecken und Zeit für Sex haben, trotz der Klischees habe ich das Buch gerne gelesen.
Wenn man nicht all zu streng ist und mit einer Geschichte leben kann, die in der Form wirklich nur in einem Roman vorkommen kann, die trotz der Schießereien und der Leichen wenig dramatisch und irgendwie seicht ist, dann ist dieses Buch eine prima Unterhaltung für Zwischendurch oder für Regentage, auch wenn man sich die Geschichte (wort)witziger wünscht.
Fazit: "Perfekte Männer gibt es nicht" ist ein typischer, locker-leichter und netter Unterhaltungs- und "Wohlfühl"roman mit liebenswerten Charakteren.