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Ähnlich könnte es Lesern von Perfekt fahren mit Motorrad ergehen. Dinge, die scheinbar so selbstverständlich sind, dass der durchschnittliche Zweirad-Pilot nie darüber nachdenkt, werden hier bis in das kleinste Detail analysiert. Eine Kostprobe: "Auf- und Absteigen kann doch wirklich jeder, werden Sie sagen. Stimmt aber nicht unbedingt." Und dann folgt eine Anleitung zum Üben, um auch diese allererste Schikane optimal nehmen zu können. Oder: Vor Antritt einer längeren Motorradreise Müll entsorgen nicht vergessen!
Wer so etwas für nervig oder übertrieben hält, wird mit Perfekt fahren mit Motorrad keine rechte Freude haben. Denn die 15-köpfige Autorentruppe -- allesamt Mitarbeiter der Zweirad-Zeitschrift Motorrad -- zerlegt ihr Thema wirklich bis in die allerletzte Schraube. Nach einer ausführlichen Technikeinführung folgen Tipps und Tricks zum Bremsen und Kurven, zu Hege und Pflege der Maschine und sogar eine Gepäck-Checklist für die Fernreise auf zwei Rädern fehlt nicht.
Motorrad-Maniker, das merkt man in jedem Absatz. Dennoch -- oder gerade deswegen -- verzichten sie auf überspannte Essays über Megatrends, Freizeitgesellschaft, grenzenlose Freiheit, Ritter der Landstraße, Flow-Erlebnisse auf der Pass-Straße oder ähnliches Blabla. Nichts von alledem. Glücklicherweise. Stattdessen ist Perfekt fahren mit Motorrad ein sachliches Handbuch mit Nachschlagequalität, derart prall gefüllt mit klugen Ratschlägen, dass man fast meint, es schlägt einem aus dem Buch der Geruch von Benzin und Kettenöl entgegen. --Günther Strauss -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Als ich vor einiger Zeit auf die Vorankündigung des Buches „Perfekt fahren mit MOTORRAD" stieß, habe ich sofort die Vorbestellung aufgegeben. Das letzte Buch aus dieser Themenreihe (Bernt Spiegel, Die obere Hälfte des Motorrades) hatte mich völlig in den Bann geschlagen. Seit zwei Jahren halte ich es immer wieder in den Händen und profitiere davon. Informativ, spannend, anwendbar und - im Zusammenhang mit dem Thema „Motorrad" nicht selbstverständlich - sogar intelligent und anspruchsvoll.
Was würde eine Neuerscheinung zum gleichen Thema geniales Neues bringen können?
Die Antwort ist so kurz wie banal: NICHTS.
Schon lange ist es her, dass ich ein Buch nach so kurzer Zeit aus der Hand gelegt habe: Die inhaltlich wesentlichen Teile des Buches (Bernt Spiegel/ Hans Eberspächer) sind komplett aus dem Buch „Die obere Hälfte des Motorrades" übernommen worden, natürlich mit Quellenangabe. Der Rest sind viele bunte Bilder mit japanischen Motorrädern und Versuchen, knifflige Fragen zu beantworten, ob der Topcase nach vorne oder nach hinten soll und wie ein Motorrad winterfest gemacht werden kann. Mengenweise Tipps für Neulinge und Einsteiger, wie man sie in gängigen Motorradzeitschriften findet.
Für diejenigen, die das Buch „Die obere und untere Hälfte des Motorrades" gelesen haben und ansonsten ihre Maschine kennen, ist die Lektüre „Perfekt fahren mit MOTORRAD" komplett überflüssig. Das Geld wäre besser in Benzin umgesetzt worden.
Für die anderen, denen das Buch von Bernt Spiegel zu anspruchsvoll war oder es nicht kennen, finden in der Lektüre dieser Neuerscheinung die inhaltlich wesentlichen Teile wieder, ohne sich des weiteren zu sehr intellektuell gefordert sehen zu müssen.
Beide Bücher kommen aus dem gleichen Hause. Es ist wohl der Versuch, mit dem gleichen Thema unterschiedliche Zielgruppen zu bedienen. Ärgerlich vor alem für diejenigen, die jetzt zwei Bücher des gleichen Verlages im Schrank stehen haben.
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