Es ist ja nicht so, dass man als Motorradfahrer nicht noch immer besser werden wollte - oder auch könnte. Die „Neuen" wissen es teilweise noch nicht - und wir „Alten Hasen" haben es wieder verlernt oder könnten doch die eine oder andere Auffrischung gebrauchen. Wer nicht dranbleibt, wird schlechter. Manches hatte ich, das muss ich zu meiner Schande gestehen, auch noch nie gewusst.
Als ich vor einiger Zeit auf die Vorankündigung des Buches „Perfekt fahren mit MOTORRAD" stieß, habe ich sofort die Vorbestellung aufgegeben. Das letzte Buch aus dieser Themenreihe (Bernt Spiegel, Die obere Hälfte des Motorrades) hatte mich völlig in den Bann geschlagen. Seit zwei Jahren halte ich es immer wieder in den Händen und profitiere davon. Informativ, spannend, anwendbar und - im Zusammenhang mit dem Thema „Motorrad" nicht selbstverständlich - sogar intelligent und anspruchsvoll.
Was würde eine Neuerscheinung zum gleichen Thema geniales Neues bringen können?
Die Antwort ist so kurz wie banal: NICHTS.
Schon lange ist es her, dass ich ein Buch nach so kurzer Zeit aus der Hand gelegt habe: Die inhaltlich wesentlichen Teile des Buches (Bernt Spiegel/ Hans Eberspächer) sind komplett aus dem Buch „Die obere Hälfte des Motorrades" übernommen worden, natürlich mit Quellenangabe. Der Rest sind viele bunte Bilder mit japanischen Motorrädern und Versuchen, knifflige Fragen zu beantworten, ob der Topcase nach vorne oder nach hinten soll und wie ein Motorrad winterfest gemacht werden kann. Mengenweise Tipps für Neulinge und Einsteiger, wie man sie in gängigen Motorradzeitschriften findet.
Für diejenigen, die das Buch „Die obere und untere Hälfte des Motorrades" gelesen haben und ansonsten ihre Maschine kennen, ist die Lektüre „Perfekt fahren mit MOTORRAD" komplett überflüssig. Das Geld wäre besser in Benzin umgesetzt worden.
Für die anderen, denen das Buch von Bernt Spiegel zu anspruchsvoll war oder es nicht kennen, finden in der Lektüre dieser Neuerscheinung die inhaltlich wesentlichen Teile wieder, ohne sich des weiteren zu sehr intellektuell gefordert sehen zu müssen.
Beide Bücher kommen aus dem gleichen Hause. Es ist wohl der Versuch, mit dem gleichen Thema unterschiedliche Zielgruppen zu bedienen. Ärgerlich vor alem für diejenigen, die jetzt zwei Bücher des gleichen Verlages im Schrank stehen haben.