Das Debut "Strangeways" der irischen Band war ein erstes Ausrufezeichen, doch erst mit dem Zugang des amerikanischen Sängers Terry Brock setzte die Formation zu Höhenflügen an. Mit "Native Sons" (1987) und "Walk In The Fire" (1989) haben sich die Strangeways in die ewige Bestenliste des Melodic Rock oder auch AOR eingetragen. Danach wurde es still um die Band. Die nachfolgenden Alben "Any Day Now" und "And The Horse", eingespielt ohne das Aushängeschild der Band, Sänger Terry Brock, konnten nicht ansatzweise an die Klasse der Vorgänger anknüpfen, wobei man auch musikalisch andere Wege einschlug. Lediglich Sangesgott Terry Brock machte noch mit vielen guten Aufnahmen auf sich aufmerksam.
Anno 2010 melden sich die Strangeways mit "Perfect World" und Sänger Terry Brock zurück und können vom Songwriting her nahezu an ihre beiden Referenzwerke anschließen. Unter den 11 neuen Songs ist kein Ausfall ausfindig zu machen. Beim Opener "Perfect World" und dem Song "Bushfire" geht es für Strangeways Verhältnisse mächtig zur Sache, doch "Borderlines", das epische "Time", das perfekt arrangierte "One More Day" und das abschließende "Say What You Want" liefern alles, was der geneigte Melodic Rock Fan von einer Band wie den Strangeways erwartet.
Wo liegen also nach soviel Lob die Schwächen des Albums?
Ganz klar in der unterirdischen Produktion! Für heutige Produktionsverhältnisse ist es schon eine Frechheit ein Album in dieser Klangqualität zu veröffenlichen. Absolut null Dynamik, alles in der Mitte zu einem Brei zusammenkomprimiert. Absolut unverständlich, zeigt doch Ausnahmesänger Terry Brock mit seinem erst vor kurzem veröffentlichten Solowerk "Diamond Blue" wie es besser geht!
Wem der Klang eines Albums nicht so wichtig ist, der kann bei "Perfect World" bedenkenlos zugreifen. Wer neben perfekten Songs auch ein perfektes Klangbild erwartet, sollte lieber erstmal beim Händler seines Vertrauens in das Album reinhören!