Ja verdammt, kann sein, dass Fink durch den aktuellen Folk-Hype Wind unter die Flügel bekommen hat, aber wen interessiert das? Diese Musik ist zeitlos, sie ist filigran und hat dabei jede Menge Kraft. Sie ist irgendwie urban und trotzdem sehr bodenständig. Retro? Nicht doch! Finks Wurzeln liegen im Blues und klassichen Songwriter-Genre, doch was daraus erwächst, ist weit mehr als die Summe seiner Teile. Wer sich auf das Album einlässt, bekommt großartige Songs und Geschichten, die, je nach Stimmungslage, ganz unterschiedliche Seelenbereiche zum Klingen bringen. Ein Werk für lange nächtliche Autofahrten, für Spaziergänge, als Soundtrack für den Film, den man in einer vollbesetzten U-Bahn zu sehen bekommt ebenso wie für die absolute Einsamkeit. Scheinbar ruhige Musik für emotional wache Menschen, schlicht großartig und mit schnöden Sternen nur unzureichend zu bewerten.