Vorneweg, ich habe die Bücher nicht gelesen und vergleiche also nicht, was im Film anders als im Buch ist!
Zufällig habe ich kurz vorher den "Kampf der Titanen" gesehen und fand den Film eher zum Heulen, bei Percy habe ich mich dafür wenigstens amüsiert, der hier hat nämlich Humor, während sich der andere todernst nimmt, und das ist immer ein Fehler..
Die Handlung ist relativ einfach erzählt:
Auch im 21. Jahrhundert existieren noch die olympischen Götter und Fabelwesen, und es gibt auch Verbindungen zwischen Göttern und Sterblichen, aus denen Halbgötter entstehen... die großen Drei, Zeus, Poseidon und Hades belauern sich gegenseitig, es ist ein Gleichgewicht der Schrecken, wie bei den Großmächten. Jetzt ist das Gleichgewicht gestört, Zeus' Herrscherblitz wurde gestohlen, die Machtverhältnisse geraten ins Wanken, es drohen Krieg und Vernichtung für Menschen und Götter! Hauptverdächtiger ist Percy Jackson, ein amerikanischer Teenager, dessen bisherige Probleme aus häufigem Schulwechsel, Legasthenie, ADHS und einem biersaufenden Stiefvater bestanden. Jetzt bekommt er aber wirklich gigantische Probleme in Form einer Mathelehrerin, die zur Furie mutiert, einer mehrköpfigen Hydra, dem Minotaurus, Medusa und sogar Hades persönlich.
Percy muss die Nachricht verdauen, dass seine Mutter mal etwas mit Poseidon hatte und er deshalb ein Halbgott ist, ab geht es zur Grundausbildung ins Halbblutcamp! Dort lernt er die Kämpferin Annabeth kennen, die ihn erst erbittert bekämpft, aber ihm später zur Seite steht. Sein gehbehinderter Lehrer Brunner entpuppt sich als weiser Zentaur Chiron, sein Freund Grover als ziegenbeiniger Satyr. Das Trio aus Percy, Grover und Annabeth macht sich auf, Percys Mutter zu retten, den Blitz zu finden und das Gleichgewicht der Mächte wieder herzustellen... Sie haben nur wenig Zeit, Zeus selbst hat eine deadline bis zur Sommersonnenwende gesetzt.
Bekloppte Handlung? Kann man so sagen, man muss schon bereit sein, sich auf den Blödsinn einzulassen, dann macht er aber auch Spaß!
Von dem Trio gefällt mir Percy am besten, Grover übertreibt die geile Bocknummer etwas und die Amazone Annabeth haut zwar kräftig drauf, aber zeigt relativ wenig Mimik.
Es gibt ein paar Darsteller, die mir aber wirklich gut gefallen haben, allen voran Uma Thurman als wirklich ultracoole Medusa, in schwarzes Leder gehüllt, mit Riesensonnenbrille, sehr stylish und absolut tödlich..
Dann wäre da noch Hades, der mal wie ein Dämon der Hölle, dann wieder wie ein Heavy metal-Musiker im Frank Zappa-Look daherkommt, immer im Clinch mit Persephone, einer wirklich scharfen Braut, die ihm als Lieblingsargument beim Ehekrieg entgegenkreischt, Womit drohst du, ich bin doch schon in der Hölle!
Charon demonstriert in seinem kurzen Auftritt den Wert von Papiergeld und dass auf Gold doch mehr Verlass ist!
Die übrigen Götter, allen voran Zeus und Poseidon, finde ich recht blass.
Der Olymp ist klassisch gestaltet und auch die Götter sind wie "alte" Griechen gewandet (Wenn sie sich gerade nicht bei den Menschen aufhalten). Gemessen an der olympischen Transvestitenschau in Krampf der Titanen fand ich den altmodischen Götterlook eigentlich recht angenehm. Die Unterwelt ähnelt eher der christlichen Hölle mit entsprechenden Fegefeuern, ist aber von den Bildern her gut in Szene gesetzt.
Die Tricks sind von der Qualität her recht unterschiedlich, die Mischwesen Zentaur und Satyr bewegen sich etwas unbeholfen, da gefielen mir die in Narnia fast besser. Die Hydra war wieder ganz gelungen, grottenschlecht dagegen waren die Höllenhunde, die wie Nacktkatzen mit Reptilköpfen aussahen. Dann schon lieber Fluffy aus HP!
Was mir gefallen hat, waren viele kleine Details, z. B. die Chucks mit Flügeln (bei Hermes entliehen), das Lotus Land Casino mit Lady Gagas Pokerface als Hintergrundmusik. Der Lift im Empire State Building führt in den Olymp, während der Eingang zum Hades in den Hügeln Hollywoods liegt( ein Schelm wer Böses dabei denkt!).. Wenn sich alles zum Guten hingewendet hat, Percys Mutter befreit ist und Percy seine Helden-Ausbildung fortsetzen kann, unbedingt den Abspann abwarten, da wartet noch eine nette Überraschung auf Percys ekligen Stiefvater!
Also, Popcorn-Kino für (Berufs-)Jugendliche mit ein paar netten Gags, ein paar gelungenen Tricks, einigen gutgelaunten Darstellern und ein paar schönen Bildern, familientauglich, wie man es von Chris Columbus gewöhnt ist, selbst die Enthauptung der Medusa verläuft unblutig. Kein Juwel der Filmgeschichte, aber ich habe mich ganz gut unterhalten! Wahrscheinlich muss man aber für den Film in der richtigen Stimmung sein...
An Extras auf der DVD gibt es noch den Crashkurs Geheimnisse der Götter, entfallene Szenen und ein Halbgötter Quiz. Nichts besonders Aufregendes.