Kein Zweifel: Dieser Film spaltet die Gemüter in zwei extreme Lager. Die einen lieben ihn, sei es einfach als lustige Sci-Fi-Verarschung oder als gelungene Umsetzung des Hörspiels/Buchs/TV-Serie. Andere, oft eingefleischte Anhalter-Fans, sind enttäuscht, dass der Film nicht alles genau so rüberbringt, wie es im Buch steht. Aber mal ehrlich, Leute: Habt ihr wirklich erwartet, dass bei einer Serie, die als Radio-Hörspiel begann, dann zum Buch, zur Fernsehserie, zum Badetuch und zum Comic mutierte, in jeweils eigenen, einander heftig widersprechenden Fassungen - dass da ein Film einfach nur das Buch, also noch nicht einmal die Urfassung, eins zu eins nacherzählt? Ich fand es gerade witzig zu sehen, wie der Film wieder neue Elemente eingeführt hat, anderes leider weglassen musste, und aus einer wirklich nicht sehr zusammenhängenden Geschichte, die eigentlich nicht filmfähig ist, doch noch eine einigermaßen in sich geschlossene Handlung konstruiert hat. Und einige neue Ideen wie der Delphin-Song zu Beginn (die Delphin-Idee kommt eigentlich erst in einem späteren Buch vor), die Anti-Denk-Klatschen auf Vogsphere, das Standpunktwechsel-Gewehr oder der Einfall, die Begegnung mit den Mäusen in Arthur Dents scheinbar wiedererrichtetem Haus auf der Kopie-Erde auf Magrathea stattfinden zu lassen, sind schlichtweg genial und eines Douglas Adams durchaus würdig.
Sicher: Nicht alles ist so gut geglückt, manchen genialen Adams-Einfall aus dem Original hat man ohne Not ausgelassen. Warum ist die Szene, wo Arthur Dent und Ford Prefect auf der Herz aus Gold landen, so zusammengestrichen worden, obwohl es zum Besten und Abgedrehtesten gehört, was Adams je erfunden hat? Wieso fehlt die Unterhaltung mit der Vogonen-Wache? Wieso hat man sich um die zwei Köpfe von Zaphod Beeblebrox herumgedrückt, stattdessen nur so ein merkwürdiges Wechselgesicht eingefügt? Da waren die Macher der BBC-Serie mutiger, trotz der geradezu hanebüchenen Billigkeit ihrer Effekte, was andererseits aber auch einen gewissen Charme hatte...
Davon abgesehen, empfinde ich die meisten visuellen Umsetzungen als sehr gelungen - anders, als man es erwartet, viele Kugelformen, etwa Marvins Kopf usw. Für Kenner: In einer Szene erscheint inmitten einer wartenden Menschenmenge der BBC-Marvin, eine nette kleine Reverenz an die TV-Serie.
Alles in allem: Restlos glücklich wird man als Hitchhiker-Fan mit diesem Film nicht sein können - vielleicht waren unsere Erwartungen nach 20 Jahren Vorbereitungszeit auch zu hochgesteckt. Angesichts dessen, dass die Story ursprünglich nicht für einen Film konzipiert ist, haben sich die Macher aber doch gut geschlagen, trotz einiger Abstriche im Detail (siehe oben). Daher einen Punkt Abzug, aber auf jeden Fall besser als der Durchschnitt!
P.S. Ich hoffe sehr, jemand geht bald an die Verfilmung des 2. Bandes. Oder des dritten. Oder was auch immer...