Emil Habibi wurde 1921 bei Nazareth als Sohn eines arabischen Lehrers geboren.Bereits früh Mitglied der palästinensischen Kommunistischen Partei geworden, war er 20 Jahre lang Abgeordneter der Knesseth, dem israelischen Parlament. Er veröffentlichte zahlreiche Romane und Essaybände und wurde 1992 als erster Araber mit dem israelischen Staatspreis für Literatur ausgezeichnet. Berühmtheit erlangte Emil Habibi nicht zuletzt mit dem Roman "Der Peptimist". Er thematisiert die palästinensisch-israelische Tragödie von den Wirren bei der Staatsgründung mit Vertreibungen und militärischem Terror bis hinein in die 70er Jahre.Insofern ist "Der Peptimist" als politischer Roman zu sehen. Ungewöhnlich ist die Übersetzungsgeschichte des Werkes: 6 Übersetzer zeichnen verantwortlich für die Übertragung aus dem Arabischen ins Deutsche. Dies spiegelt die Vielschichtigkeit und sprachliche Komplexität des Werkes wieder, das vom Grundtenor des schwarzen Humors getragen wird und mit Anspielungen,Wortspielereien, Querverweisen, Zitaten aus dem Koran und von anderen Dichtern gespickt ist. Zahlreiche Fußnoten versuchen dem Leser die wichtigsten Zusammenhänge zu erläutern, und doch bleibt das Gefühl, daß manche Anspielungen nur dem Insider bewußt werden. Der Roman erzählt das Leben des unbedarft wirkenden Palästinensers Said, dem Glücklosen, der sich gezwungenermaßen an die Israelis verkauft und in tragikomische, teils abstruse Situationen verstrickt wird. Das ganze ist anekdotenhaft gegliedert, weshalb erst ab der Mitte des Buches retrospektiv Dynamik in die Erzählung kommt. Daher wird das Werk eher den Liebhaber satirischer Überzeichnungen erfreuen, im Sinne eines "Candide" von Voltaire, an den bewußt, teils mit zitierten Passagen angelehnt wird.