Gedreht wurde "Menschen am Sonntag", der letzte deutsche Stummfilm, 1929 von fünf jungen Regisseuren, die alle später eine Hollywood-Karriere machen sollten. Kurt und Robert Siodmak, Billy Wilder, Edgar G. Ulmer und Fred Zinnemann bildeten zusammen mit dem Kameramann Eugen Schüfftan und dem Dramaturgen Moriz Seeler das Filmstudio 29, das gemeinsam im Romantischen Café in Berlin die Idee zum Film entwickelten.
Die ersten Einstellungen erinnern durchaus an Walther Ruttmanns "Berlin. Die Symphonie der Großstadt". Sehr formal, mit Fokus auf Linien und Rhythmus der Bewegungen. Doch dann ändert sich der Stil. Während Symphonie der Großstadt sein Augenmerk betont auf den arbeitenden Menschen richtet, steht hier das Vergnügen fünf junger Menschen an einem Sonntag am Wannensee im Mittelpunkt. Die Laienschauspieler werden sehr nah gefilmt und ihre Mimik wird ebenso lebendig von der Kamera eingefangen wie viele kleine Alltagsdetails. Die soziologische und psychologische Ebene des Filmes scheint oberflächlich in der betont leichten und ereignislosen Handlung unterzugehen, dem genauen Beobachter kann sie jedoch nicht entgehen.