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Penthesilea: Ein Trauerspiel [Taschenbuch]

Joseph Kiermeier-Debre , Heinrich von Kleist
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

1. April 1998

Penthesilea, Königin der Amazonen, greift in den Kampf der Griechen um Troja ein. Sie trifft auf Achill, und eine obsessive Liebe entflammt zwischen den beiden. Zwischen dem strengen Kodex der Amazonen, der Eroberung des Anderen im Kampf, und der Ergebenheit in unbegrenzte Leidenschaft steuert Penthesilea auf die Katastrophe zu. Mit ihrer Hundemeute stürzt sie sich auf den wehrlosen Achill und tötet ihn in rasendem Liebeswahn. Zu spät durchschaut sie die wahren Zusammenhänge.

Kleists Trauerspiel, erschienen 1808, uraufgeführt 1876, findet an entfesselter Gewalt, an Heftigkeit und affektiver Schlagkraft in der Geschichte des deutschen Dramas kaum seinesgleichen.


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 234 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423026405
  • ISBN-13: 978-3423026406
  • Größe und/oder Gewicht: 17,1 x 11,6 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Buchnotiz zu : Die Zeit, 12.06.2003
Goethe konnte sich mit der Penthesilea nicht anfreunden, erzählt Elisabeth von Thadden in ihrer Besprechung des Kleist'schen Trauerspiel, und schickte das Manuskript mit vernichtender Kritik an Kleist zurück. Kein Wunder, meint von Thadden, denn in diesem "modernen Gräuelrätsel" sei allein Kleists Sprache "klar". Warum die Amazonen-Königin jedoch die wilden Tiere auf ihren Geliebten hetzt, versteht diese nicht einmal selbst. Doch vor allem, vermutet von Thadden, konnte sich Klassiker Goethe wohl nicht mit dem emanzipativen Impetus des Stückes anfreunden. Denn "was Kleist schreibt, ist neu", versichert die begeisterte Rezensentin, die hierdurch nicht nur "die klassische Konvention, sondern alle Machtverhältnisse von Grund auf" infrage gestellt sieht. Denn mit der "Penthesilea" erkläre die weibliche Gewalt zwar für unnatürlich, aber die weibliche politische Freiheit und die Lust für legitim.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Perlentaucher.de

Buchrückseite

»Es ist nicht unerklärlich, daß Goethe sich zu Penthesilea... kalt zeigte: Er - wird mir nun die Zunge ausgerissen? - verstand die Tragödie nicht; sie widerte ihn an: Er sah nur den kranken Kleist aus ihr. Daß der deutsche gute Hunderttausendbiedermann, wie heute und immerdar, das wundervolle Trauerspiel nicht ins Herz aufnehmen konnte, braucht nicht erwähnt zu werden. Der deutsche Philister, ob Prinz oder Zigarrendreher, und - Penthesilea!
Detlev von Liliencron -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Freud ist und Schmerz dir ... " 1. Mai 2007
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Freud ist und Schmerz dir seh ich, gleich verderblich,
Und gleich zum Wahnsinn reißt dich beides hin."
(Heinrich von Kleist, 1777-1811)

Ein Werk, 24 Auftritte sind vor genau 200 Jahren im Jahr 1808 erschienen, eine Geschichte aus grauer Vorzeit, Rache war der Anlass, einen Frauenstaat zu gründen. Zum Überleben werden Männer, vom Gott Mars bestimmt, bekämpft, gefangen genommen und ins Reich der Amazonen gebracht. Ein großes Liebesfest ist der Gefangen Strafe, bevor sie wieder entlassen werden. Die Handlung ist in Troja angesiedelt, der trojanische Krieg wird integriert und die Helden Achill und Odysseus sind es, die im Kampf mit Penthesilea bestehen müssen. Insbesondere ist der Sieg über Achill das Bestreben Penthesileas und sie animiert ihn damit, gleiches aus seiner Sicht zu wollen. Die Frage muss aufgeworfen werden, ob Gewalt oder Liebe, das Brutale oder das Überzarte den Gewinn ermöglicht. Jedenfalls ist für Kleist diese Komplementäreigenschaft scheinbar die eigentliche Botschaft, er lässt seine Protagonistin wie auch Achill ("In jedem schönen Sinn gewillt mein ganzes Leben in deiner Blicke Fesseln zu verflattern".) im Wechselbad der Gefühle die Handlung durchstehen. Und Liebe wie Gewalt erscheinen als Paradoxon oder eben als duales System in einer Person, "halb Furie, halb Grazie", so erschien sie dem Achill. Und dieser verkörperte auf Grund seiner Vergangenheit Gewalt, da er Hektor zu Tode schleifte. Und genau diese Tatsache macht ihn, den "Lieben, Wilden, Süßen, Schrecklichen" attraktiv für das Bekränzen mit Rosen. Diese Ambivalenz zeigt sich auch, wo der vermeintliche Sieg verloren für sie ward: "das Äußerste, das Menschenkräfte leisten, hab ich getan - Unmögliches versucht - Mein alles hab ich an den Wurf gesetzt; Der Würfel, der entscheidet, liegt, er liegt: Begreifen muss Ichs --- und dass ich verlor".

Ovid fand in seiner Ars amatoria (siehe dort) bereits, dass die Frau durchaus ihrer Liebe beraubt werden wolle, auch dort ist eine Dualität der Zuneigungen vorhanden, die stabile Ambivalenz, sowohl im aggressiven Verlangen wie im opfervollem Geben, verheißt. "Liebe ist Kriegskunst. Feiglingen bleibt sie verschlossen", reüssiert er dort. Dass Goethe sich nicht hat anfreunden können, ist verständlich, da er ebenso einen Gegenpol, hier zu seiner Iphigenie, spürt. Kleist reagiert sehr selbstbezüglich, wenn er das möglich unerträgliche Leben in eine unendliche Leidenschaft verwandeln muss, um lebensfähig zu bleiben. Und doch erkennen wir, dass alles was entsteht, zum Untergang bereit sein muss. Da wo Penthesilea sie selbst ist, will sie nichts anderes sein, außer tot. "Staub lieber, als Weib sein, das nicht reizt", zeigt ihre Bestimmung bei Kleist. Und diese Bestimmung gipfelt in der Aussage: "Verflucht das Herz, das sich nicht mäßigen kann". Kleist ist sehr persönlich, sein dämonisches Wesen ist allgegenwärtig, selbst in der letztendlichen Inszenierung. Penthesilea opfert Achill den Hunden, sie weiht ihn dem Tode, doch ohne wirkliche Absicht, dem Wahn folgend , um am Ende festzustellen: "So war es ein Versehen, Küsse, Bisse, / Das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, / Kann schon das eine für das andere greifen". Penthesilea folgt ihm jedoch freiwillig in den Tod, Gewalt an andere und an sich scheint des Lebens Ziel. "Denn hier war ihres fernes Bleiben nicht." Freiwillig heißt aber auch, dass die brennende Ambivalenz zwischen Liebe und Gewalt dieses erst ermöglicht und verlorene Liebe zugleich Voraussetzung der Tat gegen sich ist.

Wie lange hat Kleist selbst gesucht, eine Frau zu finden, die das letztmögliche mit ihm teilte. Zwei Schüsse, zwei Tode in Absprache, so endet selbst gewählt sein Leben. Sein Leben? - dieses war nur ein Zujagen auf das Ende. Spannung und Stauung seines Lebens zeigen sich in diesem Werk, zuviel Blut bei zuviel Hirn, zu viel Gegensätze der Leidenschaft. Zuviel Sexus und Eros, traumhafte Übersteigungen, wenn immer wieder Penthesilea, nackt vom Sandel traufend aus dem Bade steigt, wenn Hand und Mund das Liebesspiel steigernd, überhitzte Ekstase dokumentieren, wenn Männlichkeit des Achill in "Männischkeit, beinahe Sadismus" (Zweig) ausartet, Leidenschaft zum Lustmord führt. Lenz zeichnet ein vermeintlich ruhiges Bild dieser aufgebracht ambivalenten Penthesilea: "Aus ihren Augen lacht die Freude / Auf ihren Lippen blüht die Lust / Und unterm Amazonenkleide / Hebt Mut und Drang und Stolz die Brust: / Doch unter Locken, welche fliegen / Um Ihrer Schultern Elfenbein, / Verrät ein Seitenblick beim Siegen / Den Wunsch besiegt zu sein." (Jakob M. R. Lenz (1751-1792)
Insgesamt ist dieses Stück keine Ruhmestat Kleists im Sinne des 19. Jahrhundert. Das Griechentum hat mit Hölderlin, Goethe, Hoffmann u. a. eine herausragende Stellung. Kleist torpediert ein wenig. Doch aus der heutigen Sicht spürt man, was Ovid bereits sagte, was Kleist hier sehr deutlich macht: keine Chance für die immerwährende Eintracht.
Sehr empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen NICHT ungekürzt 21. Januar 2012
Von Eva
Format:Hörbuch-Download
Das Hörspiel wird mit dem Label 'ungekürzt' beworben, es ist aber eindeutig so das häufig Absätze fehlen! Das finde ich sehr irreführend und unverschämt.

Ich habe mir das Hörbuch heruntergeladen, da ich es parallel zum Buch lesen wollte, leider ist es zu diesem Zweck nun völlig nutzlos. Abgesehen von dem persönlichen Nutzen, entstehen aus der Unvollständigkeit weitere Nachteile.

Die Bezeichnung ungekürzt falsch, da das Trauerspiel nicht vollständig aufgenommen wurde. Es fehlen immer wieder Absätze, dadurch wirken Beschreibungen und Tathergang oft verwirrend oder unvollständig.
Dummerweise geht so sehr viel von Kleists' Darstellungen und intertextuellen Hinweisen verloren. Oft gehen die ihm eigentümliche Sprachspiele unter / verloren, später Querverweise im Text sind so nicht mehr nachzuvollziehen.

Ich bin ziemlich enttäuscht und kann das Hörbuch nicht empfehlen, da man ohne Text auch nicht immer erkennt wer redet. Dazu sollte man sich wohl eher ein Theaterstück ansehen.

+ schön gesprochen

- unvollständig
- man kann nur schwer den Sprecherrollen folgen
- eignet sich nicht zum besseren Verständnis des Stückes
- oft gehen Kleis's ihm eigentümliche Sprachspiele unter
- Qualitätsverlust des Stückes
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beeindruckend... 17. Januar 2009
Von Janie TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Ich fand das Buch wirklich beeindruckend.
Zumal ich sonst wirklich keine Stücke oder Spiele lese, war das mal eine ganz neue Erfahrung.
Ich hab die neuherausgegebene Erstauflage gelesen, die zu dem wirklich sehr gut kommentiert ist und außerdem ein ausführliches Glossar am Ende besitzt, ohne das ich wirklich aufgeschmissen gewesen wäre. Da die meisten Namen des Altertums mir zwar bekannt sind, ich mich aber oft nicht entsinnen konnte, wer denn nun wessen Sohn ist und welchem Volke angehört.
Außerdem findet sich eine Kurzbio des Autors in meiner Ausgabe, die ich wirklich spannend fand und eine kleine Beschreibung zum Erscheinen der Erstausgabe.

Sprachlich war das ein ganz ordentliches Stück arbeit, sehr altbacken und teilweise etwas unverständlich, so daß das Verständnis erst aus dem Zusammenhang kam.
Dennoch hab ich das Buch in 2 Tagen sehr rasch durch gelesen und fand es grundsätzlich sehr bewegend und gut.
Wenn es mich auch nicht zu einem Fan von Theaterstücken machen wird.
Gespielt stelle ich mir das Ganze noch eindrücklicher vor, als gelesen.
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