Vor 3 Wochen habe ich mir als Ersatz für meine uralte analoge Olympus-Kompaktkamera die Pentax X70 Bride-Kamera bestellt. Warum eine Bridge? - Ich bin im Fotobereich ein ziemlicher Laie. Meine alte Kamera verfügte lediglich über einen Autofokus und einen automatischen Blitz (man konnte lediglich über den ISO-Wert beim Kauf des Filmes entscheiden) :-) Eine Spiegelreflexkamera samt div. Objektive erschien mir zu unhandlich, schwer, teuer (obwohl die X70 auch kein Schnäppchen ist) und ggf. auch noch zu kompliziert. Eine Kompaktkamera dagegen bietet nicht solch enorme (optische) Zoommöglichkeiten, um ein Motiv näher "heranzuholen", wenn dies erforderlich ist. Also entschied ich mich für die "goldene Mitte".
Nachdem der Postbote geklingelt hat, öffnete ich voller Freude den Versandkarton und schaute erst einmal verwundert drein, als sich neben dem regulären Pentax-Karton noch ein weiterers Kästchen befand - ein i-Blue 747 GPS Trip-Recorder im Wert von ca. 50 Euro. Offensichtlich ein Geschenk von Pentax an seine Kunden! Nicht schlecht, zumal ich mir so ein Teil ohnehin schon mal kaufen wollte...
Nunja, der Kamera liegt eine gedruckte Schnellstartanleitung (die Ausführliche befindet sich leider nur - wie heute immer öfter üblich - als PDF-Datei auf einer CD-ROM), ein AV-Kabel (zum Anschließen an einen Fernseher), ein USB-Kabel, eine Akkuladestation inkl. Netzkabel, ein Akku, eine Trageschlaufe, ein Objektivdeckel und eine weitere CD-ROM mit der ACDSee 3.0 - Bildbearbeitungssoftware (welche auf meinem Windows Vista 32-Bit-System übrigens problemlos läuft) bei. Optional sind noch eine Neoprentasche, ein Netzadapter- sowie ein weiteres Akkuladekit erhältlich.
Zunächst mal musste der Akku geladen werden. Eine Ladung dauert ca. 2 Stunden. Nun konnte es losgehen. Akku und SD-Speicherkarte (SDHC-Karten werden ebenfalls unterstützt) rein und die ersten Schnappschüsse im Automatikmodus machen. Ich muss sagen, die Bilder sind sehr gut gelungen und die Bedienung ist leicht zu erlernen. Mittlerweile experimentiere ich mit verschiedenen Blenden, Verschlusszeiten etc. herum und werde immer besser :-) Zur tatsächlichen Bildqualität dieses Modells könnte ein Profi sicherlich mehr sagen, aber bislang bin ich doch mehr als zufrieden! Meine Analogkamera knipst sie locker an die Wand! Die Bildschärfe ist hervorragend, die Farben sind natürlich (außer wenn man sie absichlich verfremden möchte), lediglich für den optischen Zoom benötigt man ein bischen Fingerspitzengefühl. Sobald man den Regler antippt, fährt das Objektiv ziemlich schnell rein oder raus. Mit ein bischen Übung klappt das dann aber auch.
Ein Manko ist allerdings die Akkuleistung - laut Pentax sollen mit einer Ladung ca. 170 Bilder möglich sein, was sich in der Realität als Utopie herausstellt! Gerade am Anfang setzt man sich ohnehin viel mit den Einstellungen auseinander und fummelt an den verschiedenen Tasten und Rädern, so dass das Display dauerhaft in Betrieb ist. Ruck zuck darf man den Akku wieder aufladen. Vielleicht sind erst mehrere Ladungen erforderlich, damit er seine volle Kapazität bringt, mal abwarten. Auf jeden Fall ist ein zweiter Akku (oder originale Pentax-Akku liegt bei ca. 30 EURO) empfehlenswert, wenn man mit der Kamera unterwegs ist.
Die Verarbeitung der X70 ist wirklich klasse, die Kamera fühlt sich hochwertig an und mit der Bildqualität bin ich bislang sehr zufrieden. Übrigens: die Fotos werden lediglich im JPEG-Format gespeichert, NICHT im unkomprimierten RAW-Format. Mit der Bedienung kommt man sehr schnell zurecht. Einzig die Akkuleistung lässt etwas zu wünschen übrig.
Wem also eine Kompaktkamera nicht reicht und eine Spiegelreflexkamera zu unhandlich oder teuer ist, der sollte mal die Pentax X70 antesten.
NACHTRAG: Da Digitalkameras zum erhöhten Bildrauschen neigen, wenn sich deren Technik (Akku etc.) im Rahmen einer längeren Betriebszeit erwärmt, habe ich die Pentax nach dem Knipsen stets wieder abgeschaltet. Mittlerweile ist es mir allerdings zwei Mal passiert, dass die Kamera unmittelbar nach einem erneuten Einschalten "eingefroren" ist und auf keinen Tastendruck mehr reagierte! Hier half dann nur das kurzzeitige Entfernen des Akkus, um das Problem zu lösen. Vielleicht sorgt hier ein künftiges Firmwareupdate für Abhilfe.