Das Pentax Objektiv 55-300 mm ist preislich so im Mittelfeld anzusiedeln. Es gibt noch das 50-200 mm von Pentax (angekündigt jetzt auch mit Spritzwasserschutz), das deutlich günstiger ist und auch nicht schlecht sein soll. Auch bieten diverse Fremdhersteller in diesem Segment günstigere Objektive an, die aber wohl nicht die Abbildungsleistung des Pentax Objektives erreichen. Dann gibt es natürlich deutlich lichtstärkere Objektive mit vergleichbarem Brennweitenbereich, die dann meist aber gleich mindestens das doppelte kosten und deutlich schwerer sind.
Ich hab das 55-300 mm Objektiv nun seit ca. 1 Monat und schon viel damit fotografiert. Ich bin von der Abbildungsleistung des Objektives restlos überzeugt - und zwar über den gesamten Brennweitenbereich, was für mich eine positive Überraschung war. Die Schärfe sitzt auf den Punkt. Auch die Bereiche außerhalb des Fokus werden sehr angenehm dargestellt.
Für ein Objektiv ohne neuere USM-Technik für schnelleres Fokussieren (was in der Praxis soooo viel oft gar nicht bringen soll) ist das Objektiv flott unterwegs. Sicher gibt es mitunter Probleme mit sich schnell auf die Kamera zubewegenden Objekten - aber mein Eindruck ist der, dass dies nicht das Problem des Objektives sondern mehr der Kamera (ich habe eine K10D) ist.
Die Farbwiedergabe ist angenehm wie wir das von Pentax Objektiven mit der hochwertigen SMC Vergütung gewohnt sind.
Trotz des beschränkten Blendenbereiches (f4.0-5.8) hat man ein sehr helles Bild im Sucher und man fragt sich, wo das ganze Licht herkommt. Ob's die verbauten ED Gläser sind?
Das Objektiv ist solide gebaut. Anders als mein 18-55 mm von Pentax, dem man anmerkt, dass viel Plastik drin steckt (die Abbildungsleistung ist trotzdem sehr gut!), wackelt beim 55-300 mm nichts. Der Zoomring ist leichtgängig und angenehm zu bedienen. Das Objektiv kann notfalls manuell scharf gestellt werden über einen Ring weiter vorne am Objektiv - dies ist heute längst nicht mehr selbstverständlich und in der Praxis aber ein großer Vorteil. Das Objektiv liegt mit meiner K10D gut in der Hand und kann sicher und ruhig gehalten werden.
Ich verwende dies Objektiv hauptsächlich für Portraits und Naturaufnahmen. Der riesige Brennweitenbereich ermöglicht z.B. Schnappschüsse von den Kindern, die sonst nicht möglich wären, weil die Aufmerksamkeit zu sehr auf den Fotografen gerichtet wäre.
Im Innenraum harmoniert das Objektiv gut mit dem interen Blitz meiner K10D. Aber dank des Verwackelungsschutzes, den viele Pentax DSLR Kameras eingebaut haben, sind bei einigermaßen guten Lichtbedingungen auch drinnen Fotos ohne Blitz möglich.
In der Nähe fokussiert das Objektiv bis auf 1.4 m Abstand. Das ermöglicht in etwa ein Objekt von ca. 5x7cm Größe formatfüllend aufzunehmen. Hier mag es vergleichbar Objektive bieten, die mehr leisten. Echtes Makro ist das nicht.
Nimmt man die ausgezeichnete Abbildungsleistung und den hohen praktischen Nutzen des Objektives, so bekommt man für einen verhältnismäßig günstigen Preis sehr viel geboten. Das Preis-Leistungsverhältnis ist unschlagbar. Ich bin froh, dass ich mich für dieses Objektiv entschieden habe und kann es wärmstens empfehlen.
Ein Nachtrag: Hier wird gelegentlich berichtet, dass das Objektiv nicht das Schnellste ist. Nun, da müssen wir uns zum einen vor Augen halten, dass wir es hier mit einem gigantischen Brennweitenbereich zu tun haben und dass eben nun mal nicht die deutlich teurere UMS-Technik - oder wie immer diese Ultraschalltechnik bezeichnet werden mag - zum Einsatz kommt.
Was mir in der Praxis aufgefallen ist, ist der Umstand, dass sich das Objektiv schwer tut, große Wechsel der Schärfenebenen flott zu erkennen. Wenn ich also z.B. auf einen weit entfernten Punkt fokussiert habe, so wird das Objektiv auch noch eine Weile weiter in diesem Bereich einen Schärfepunkt suchen - obwohl ich für das nächste Foto vielleicht grad auf den fast-schon-Makro Bereich umgeschwenkt habe. Hier hilft es manuell einzugreifen. Man kann ja die Schärfe auch mit einem Ring am Objektiv manuell einstellen. Wenn ich da also - bevor ich den Autofokus scharf stellen lasse - von Hand die grobe Richtung vorgebe - dann ist sehr schnell die Schärfenebene mit dem Autofokus gefunden. Während das Objektiv automatisch fokussiert sollte ich die Finger vom Einstellring lassen - aber wenn ich den Autofokus nicht betätige, kann ich auch ohne Einstellung auf 'manuell' einen groben Fokus mit der Hand vorgeben.
Von den optischen Leistungen des Objektivs bin ich übrigens immer wieder neu begeistert!