Ein Zoomobjektiv ist technisch gesehen immer ein Kompromiss. Auf der einen Seite ist ein extremer Brennweitenbereich vom 'echten' Weitwinkel bis zum starken Tele eine wünschenswerte Sache, weil dadurch der lästige Objektivwechsel und die Schlepperei mit mehreren Gläsern entfällt. Auf der anderen Seite nehmen die Probleme und Fehler der Optiken mit steigendem Zoombereich teilweise extrem zu. Verzeichnungen, Vignettierung, Chromatische Aberration, Schärferandverluste.... Das kann bei besonders billigen Superzooms bis zur relativen Unbrauchbarkeit gehen.
Deshalb ziehe ich die Verwendung von mindestens zwei Optiken (ein Weitwinkel-/Normalzoom und ein Telezoom) immer vor. Bisher besaß ich für den unteren Brennweitenbereich die bekannte Pentax Kitoptik 18-55 mm f 3,5 - 5,6. Schon mit diesem Glas war ich zumindest an meiner *istDL sehr zufrieden, denn echte Schwachpunkte hat dieses Objektiv nicht. Es mag keine absolute Toppleistung bieten, leidet aber auch nicht unter ausgeprägten Schwächen. Nachdem ich mir die mehr als doppelt so hoch auflösende K20D sehr preiswert hier bei Amazon (Marketplace) gekauft habe, wuchs aber der Wunsch nach etwas besserem.
Nach dem recht überzeugenden Kitglas und auch zwei weiteren Pentax Optiken aus meiner Kleinbildzeit, die ich auch an den digitalen Kameras zur großen Zufriedenheit benutze, wuchs die Überzeugung, dass es auch hier wieder eine original Pentax Optik sein sollte. Mein Wunsch wäre das Pentax SMC-DA 16-50mm / f 2,8 gewesen, wegen der hohen Lichtstärke und der Wasserdichtigkeit. Aber ein Preis von über 900 Euro war mir dann doch zuviel des guten. Also blieb als Alternative nur das 17 - 70 mm.
Nach nun rund vier Monaten in denen ich das Objektiv ausgiebig testen konnte, stelle ich fest, es war die richtige Entscheidung. Es bietet in allen Bereichen eine bessere Leistung als die genannte Kitoptik. Es ist überzeugend verarbeitet und es hat einen sehr schnellen und präzisen Autofokus. Die optische Qualität ist über den gesamten Brennweitenbereich gut bis sehr gut. Die Verzeichnungen sind sehr gering, eine Vignettierung ist praktisch nicht zu erkennen und es ist scharf bis in die Ecken. Chromatische Aberrationen treten kaum auf, man muss den Bildausschnitt schon extrem vergrößern, um diesen Effekt im Ansatz zu erkennen. Die Vergütung ist Pentax typisch tadellos, Blendeffekte bei Gegenlicht treten kaum auf. Einziger nicht unerheblicher Nachteil, die Ultraschallfokussierung funktioniert nicht an meiner älteren *istDL.
Im Einzelnen:
+ Verarbeitung und Haptik überzeugt auf ganzer Linie
+ praktisch tadellose optische Leistungen egal bei welcher Brennweite
+ durchgehende recht hohe Lichtstärke von 1:4
+ schneller und präziser Autofokus an meiner K20D
+ bei Bedarf lässt sich das Objektiv auch manuell schnell und präzise scharf stellen
+ mitgelieferte Streulichtblende (Tulpe) mit praktischem Bajonettanschluss
+ die Frontlinse und damit das Filtergewinde dreht sich nicht
+ Brennweitenbereich deckt auch den leichten Telebereich ab, ideal für Portraits
+ Preis-/Leistungsverhältnis kaum zu übertreffen
- im Vergleich zum 18 - 55 mm Kitglas recht groß und schwer
- Ultraschall Autofokus funktioniert nur an neueren Kameras, nicht an *istDx und nicht an
K100 und K110.
- nicht wasserdicht
Insgesamt kann ich dieses Objektiv guten Gewissens weiter empfehlen. Wer sich im Vergleich zur Kitoptik klar verbessern will, erhält mit diesem Glas das richtige Werkzeug zu einem sehr angemessenen Preis. Fünf Sterne.
Gruß
RD