Als mehrjähriger Nutzer dieses Ultraweitwinkelzooms (seit 2007) freue ich mich regelmäßig über den wesentlich größeren Bildwinkel (max. 99° diag.) gegenüber dem Standard-Kitzoom 18-55 (max. 76°). Es passt horizontal rund 50 Prozent mehr Landschaft auf's Bild! Allerdings ist bei 12 mm die - weitwinkeltypische - Verzeichnung schon deutlich zu sehen. (Vor allem aber auch die perspektivische Verzerrung, wenn man die Kamera nicht genau gerade auf den Horizont ausgerichtet, sondern leicht gekippt gehalten hat: Am oberen Bildrand "neigen" sich dann eigentlich senkrechte Gegenstände wie Masten oder Bäume stark zur Seite.) Die nach meinem Geschmack beste Brennweite für die Landschaftsfotografie - ohne Panorama-Stitching o. ä. - liegt mit APS-C-Sensor eher so um die 15/16 mm (bis zu 24 mm finde ich übrigens auch noch gut brauchbar). Als Alternative würde sich in dem Fall beispielsweise noch das 15er-"Limited" anbieten (
Pentax SMC DA 15mm F4 Limited Objektiv). Das ist sehr viel kompakter gebaut - und mittlerweile sogar deutlich günstiger zu haben als dieses Zoom (das war mal anders...). Die ausladende Streulichtblende des 12-24ers beansprucht allein schon eine Menge Platz in der Fototasche - vor allem, wenn man sie nicht jedes Mal abdrehen und umgekehrt aufsetzen will. Dafür ist man natürlich flexibler gegenüber der Festbrennweite, wenn man bequem zwischen dem extremen (12 mm) und dem gemäßigten WW-Bereich (24 mm) zoomen kann, ohne dabei seinen Standort verändern zu müssen.
Alles in allem bin ich mit dem 12-24-Zoom zufrieden und froh. Wenn man bei 18 mm Brennweite mal die Bildqualität zwischen diesem und dem Standardzoom 18-55 im Parallelversuch vergleicht, zeigen sich bei genauerer Betrachtung Auflösungs-/Schärfeunterschiede, zumindest in den Randbereichen der Bilder. Hier fällt das Kitzoom recht deutlich ab. Auch hat dieses bei 18 mm sichtbare Vignettierungen, also Eckenabdunklungen - im Gegensatz zum 12-24er. Deutlich ist beim Standardzoom außerdem die Verzeichnung (18 mm ist ja dessen unterer Anschlag des Zoombereichs), beim 12-24er dagegen moderat (18 mm entspricht hier der Mitte des Zoombereichs). Die insgesamt "beste" Blende ist f/8 - da ist die (Rand-)Auflösung am höchsten und die klassischen physikalischen Abbildungsfehler sind mit am geringsten. Die Offenblende ist dagegen am Bildrand etwas weicher (nicht jedoch in der Mitte!), was aber völlig normal und nicht weiter von Belang ist. Landschaftsfotos würde ich sowieso grundsätzlich fast nur mit Blende 8 machen.
Die bereits angesprochenen Farbsäume ("CA") werden auch bei Testseiten wie "Photozone" kritisiert - obwohl diese nur bei bestimmten Licht-/Motivbedingungen überhaupt praxisrelevant sind. Zumindest die neueren Pentax-DSLR wie K-5, K-7, K-r und K-x bieten aber eine automatische Korrektur solcher Abbildungsfehler an. Hat man diese Funktion aktiviert, dauert es wegen der Rechenzeit einen kleinen Augenblick länger, bis das gemachte Bild auf dem Monitor erscheint. (Gleiches gilt für die Verzeichnungskorrektur, die diese Kameras bieten.)
Wünschenswert wäre zukünftig eine wetterfeste/staubgedichtete Version des Objektivs ("WR") - das sollte bei dem stolzen Preis eigentlich mit drin sein! Wie mich überhaupt die Haptik des aktuellen Modells nicht restlos überzeugt, auch wenn die bauliche Qualität allemal gut ist. Zu kritisieren ist auch der ganz beträchtliche Preisaufschlag, den es vor ein paar Jahren mal für dieses Objektiv gegeben hat (ca. 50 Prozent seit meinem Kauf!!).
Noch ein Zubehörtipp: Wegen des großen Bildwinkels sind als Einschraubfilter (Durchmesser: 77 mm) ausschließlich die flachen "Slim"-Filter zu empfehlen. Mit normalen Filtern kommt es bei maximalem Bildwinkel zur Abschattung der Ecken. Das kann - je nach Bauhöhe des Filters - auch schon bei 14/15 mm Brennweite ein Thema sein, spätestens aber bei 12/13 mm. Leider ist die Handhabung solcher extradünnen Polfilter etc. oft fummelig und deren mitgelieferte Schutzdeckel sind nicht selten ein Ärgernis (halten nicht sicher). Immerhin kann man hier überhaupt Filter anschrauben - das ist wegen einer stark vorgewölbten Frontlinse nicht bei allen UWWs so! Ich persönlich arbeite bei Landschaftsfotos sehr oft mit einem Grauverlaufsfilter (Cokin), um einen blaueren, weniger "weiß ausgefressenen" Himmel und eine insgesamt harmonischere Belichtung zu erzielen. Ein offenbar gar nicht filtertaugliches Weitwinkel (wie z.B. das neue Sigma 8-16 mm) käme für mich daher wohl nicht in Betracht.
Nachtrag: Aus einem ausführlichen Vergleichstest einer französischen Webseite (monuniverspentax.com/page95.html) ging das DA 12-24 übrigens als derzeit wohl bestes 24-mm-AF-Objektiv von Pentax überhaupt hervor (getestet wurden FA* 24/2, DA* 16-50, DA 12-24, DA 18-55 WR und zusätzlich DA 21 Limited an einer K20D). Das Zoom schnitt also von der Abbildungsleistung her sogar besser als die beiden verglichenen Festbrennweiten ab! Der deutliche Unterschied zum Kitzoom 18-55 in der Randdarstellung wird ebenfalls eindrucksvoll vorgeführt.