Die Rezension bezieht sich auf die K-x mit 18-55 & 50-200 Kit.
Ich habe früher viel Analog SLR fotografiert (bis mir die komplette Ausrüstung geklaut wurde), legte dann eine längere Pause ein und als vor ca. 10 Jahren allmählich die ersten ernstzunehmenden Digitalkameras mit 2-3 MP auf den Markt kamen, kam ich langsam wieder auf den Geschmack. Nach diversen Kompaktkameras landete ich schließlich bei den Bridge-Modellen mit Superzoom, zuletzt einer Panasonic FZ28. Spiegelreflex wollte ich definitiv keine mehr! Zu groß, zu schwer, zu umständlich mit der Objektivwechselei, zu teuer. Bäh. Und überhaupt.
Dann unterhielt ich mich neulich mit einem alten Freund und es ging dabei auch um DSLR, leider. Denn ich hatte danach nichts besseres zu tun, als mich geich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Grml. Schnell grenzte ich die Auswahl der für mich besonders interessanten Modelle auf die Pentax K-x und Nikon D5000 ein. Und nun sitze ich hier mit einer Pentax K-x. Einfach mal nur so zum Ausprobieren. Restlos überzeugt, daß ich eine DSLR will, war ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, aber das sollte sich ändern.
Keine Frage: Die Pentax macht einen ordentlichen, soliden Eindruck, sie wiegt für ihre kompakte Größe erstaunlich viel (mit Akkus). Die technischen Daten sind für eine Kamera dieser Preisklasse hervorragend; auch die Stromversorgung mittels 4*AA weiß ich sehr zu schätzen. Was mich jedoch restlos vom Hocker gerissen hat, war etwas, mit dem ich nicht gerechnet hatte, weil ich es ursprünglich als eher nebensächlich einstufte: Die Geschwindigkeit. Von meiner Bridgekamera war ich ein sehr gemächliches Fotografieren gewohnt. Auslöseverzögerung und Speichervorgang nahmen viel Zeit in Anspruch, an ernstzunehmende Serienaufnahmen war nicht zu denken. Anders die K-x: Autofokus geht ratzfatz, Auslöseverzögerung fast nicht vorhanden und Speichervorgang (mit derselben Sandisk Exteme II die ich in der Bridge verwendet hatte) rasend schnell. Serienbilder mit bis zu 4,7 B/s.
Ich fotografiere gerne Tiere und mir war bisher gar nicht wirklich bewußt, wieviele gute Fotos ich mangels schneller Kamera verpaßt hatte.
Der zweite Punkt, der mich begeisterte, war die hohe ISO-Tauglichkeit der K-x. Die ist ja bei DSLR generell besser, aber bei der K-x für ihre Preisklasse herausragend. Obwohl "nur" APS-C-Format (etwas weniger als halb so groß wie Kleinbild-Format), liefert sie erstaunlich rauscharme Bilder ab. Sogar ISO 6400 ist für 10x15 Fotos durchaus noch zu gebrauchen. Selbst der ISO 12800 Modus ist nicht komplett nutzlos und liefert meist noch bessere Qualität als diverse Kompaktkameras mit ISO 800+.
Was mir an der Pentax K-x absolut nicht gefallen hat, ist die Positionierung des Einstellrades viel zu nahe am Sucher. Ich benutze z.B. oft Zeitautomatik und zum Verstellen der Blende muss ich mit dem Daumen an das Rad - leider bin ich aber Brillenträger. Böses Foul, denn die Brille ist im Weg (schließlich benutzt man bei einer DSLR üblicherweise den Sucher) und es läßt sich kaum vermeiden, das Glas mit schöner Regelmäßigkeit unbeabsichtigt anzutatschen. Wie jeder Brillenträger bestätigen kann, sind verschmierte Gläser aber eine ziemlich nervige Sache. Was hat sich Pentax dabei gedacht?
Ein kleiner Wermutstropfen ist der im Gehäuse der K-x eingebaute Bildstabilsisator. Feine Sache, sollte man meinen. Naja, er ist besser als nix - aber nicht viel. Soweit ich feststellen konnte, bringt er nur 1-2 Blenden, im Höchstfall. Ordentliche OS/VR-Objektive bringen jedoch 3-4 Belichtungsstufen (beides kombinieren funktioniert leider nicht).
Was für mich letztlich aber leider das K.O.-Kriterium war, weswegen ich die Pentax nun nicht behalten werde, ist die Größe des Griffes. Meine Hände sind etwa mittelgroß und ich finde keinen Platz für den kleinen Finger. Nach längerem Fotografieren habe ich eine äußerst unangenehm verkrampfe Handhaltung. Das ist natürlich eine rein subjektive Sache, aber für mich eine sehr entscheidende. Nachdem ich eine Nikon D5000 in die Hand nahm, wußte ich sofort, daß die einfach besser "passt". So werde ich denn nun auf Nikon umsteigen. Rein technisch gesehen sind beide Kameras unterm Strich ungefähr gleichwertig, die "Paßform" ist halt eine andere. Muß jeder selbst entscheiden - ich kann nur jedem empfehlen, seine/ihre auserwählten Kameras im Laden mal in die Hand zu nehmen. Vielleicht ändert sich da noch die eine oder andere Entscheidung.
Fazit: Die Pentax K-x ist eine tolle Kamera und durchaus zu empfehlen - nur halt speziell für mich nicht so gut geeignet. Andere Brillenträger sollten vielleicht auch vorher mal antesten, wie gut sie mit der Position des Einstellrades klarkommen.
-----
Noch eine Anmerkung zu den AA Akkus: Diesbezüglich sind Sanyo Eneloop Akkus unbedingt zu empfehlen. Sie mögen zwar "nur" 2000mAh haben, leisten aber eindeutig mehr und halten immer noch stabil ihre Spannung, wenn Akkus mit Phantasie-Angaben von 2700-2850mAh (z.B. von A*****nn) längst die Puste ausgeht. Zudem haben sie eine sehr geringe Selbstentladung wenn sie mal nicht genutzt werden.